Wiesentheid
Basketball Bezirksliga

Wiesentheider haben die Meisterschaft sicher

Die vom Steigerwald-Landschulheim am Basketball-Stützpunkt betriebene und unter dem TSV 05 Wiesentheid laufende U16 gab in dieser Saison noch kein einziges Spiel ab. Die Bezirksliga-Meisterschaft ist den Jungs nicht mehr zu nehmen. Die Nachfolger von Klaus Perneker haben ganze Arbeit geleistet.
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Wiesentheids Aufbauspieler Elias Zapf spielt seine Schnelligkeit aus. Foto: Sterzbach
Wiesentheids Aufbauspieler Elias Zapf spielt seine Schnelligkeit aus. Foto: Sterzbach
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Seit 1997 gilt das Steigerwald-Landschulheim (LSH) als eine vom Bayerischen Basketball-Verband anerkannte Stützpunkt-Schule. In den letzten Jahren landeten in Wiesentheid allerdings nur noch wenige Würfe im Korb. Ein solches Verschwinden von Teams war noch bis vor zwei Jahren im gesamten Landkreis zu beobachten.

In Wiesentheid war die Sportart jahrelang eng mit Klaus Perneker verknüpft. Als der ehemalige Trainer und Lehrer von Dirk Nowitzki die Schule wechselte, zog der Basketball mit ihm. "Die Schulleitung wollte den Stützpunkt unbedingt halten", berichtet Clemens Freisinger, Lehrer für Englisch und Sport am LSH. Zunächst teilte er sich die Aufgabe mit Christoph Will. Als der als Lehrkraft an die Uni Würzburg wechselte, übernahm der C-Schein-Inhaber (Bereich Leistungssport) die Stützpunkt-Leitung.

In der Bezirksliga trat Wiesentheid deshalb in dieser Saison mit einer männlichen U16 an.
Zwölf von 14 Spielen sind absolviert, die Saison ist eigentlich zu Ende, doch zwei Nachholpartien müssen noch absolviert werden. Der Meister steht allerdings schon fest. Denn aus allen Spielen gingen die Wiesentheider als Sieger hervor.

Keine Niederlage erlauben

Nun möchte sich die Mannschaft auch in den zwei noch ausstehenden Partien keine Niederlage erlauben - eine Saison "zu Null" beenden. Den höchsten Sieg feierte das Team in eigener Halle beim 120:29 gegen Veitshöchheim. Marktheidenfeld und Ochsenfurt holten sich ebenfalls eine dreistellige Punktzahl ab. Als in Oerlenbach eine Niederlage drohte, zeigte die Mannschaft ihren Charakter. Nachden die Jungs bereits am Nachmittag zwei verkürzte Spiele im Bezirksfinale Jungen II bestritten hatten, stand am Abend das Ligaspiel bevor. "Obwohl alle nach einem langen Tag müde waren, haben sich die Jungs bis zum Schluss motiviert und das Spiel letztlich für sich entschieden", berichtet Freisinger vom 88:82-Sieg.

Bei der Organisation des Spielbetriebs kann er sich auf Helfer verlassen - Schülerinnen und Schüler des Landschulheims besetzen das Kampfgericht, engagierte Eltern begleiten und motivieren das Team sowohl zu Hause als auch auswärts. Auf dem Platz bringt Kilian Geus seine Schnelligkeit ins Spiel und zeichnet sich mit einem Schnitt von 20 Punkten als erfolgreichster Werfer der Mannschaft aus. Janik Jäger tritt mit einer Genehmigung sogar für zwei Teams an. Aufgrund seiner Größe ist er oftmals nur durch ein Foul zu stoppen und gilt mit einer Freiwurfquote von 70 Prozent als zuverlässiger Schütze. "Er bewegt sich und zielt sehr exakt", sagt sein Trainer. Daniel Fernes ist "ein grundsolider Spieler, der genau weiß, wann er zum Korb ziehen muss oder wann besser nicht". Auch der Kitzinger Patrick Seidel gilt "von seinen Voraussetzungen her als ein sehr guter Spieler".

Robust und schnell

Aus anderen Sportarten wie Fußball oder Leichtathletik bringen die Spieler Schnelligkeit und Robustheit mit. "Wenn ihn der Gegner mit Tempo zum Korb ziehen lässt, erzielt er sichere Körbe", sagt Freisinger über Martin Helmer. Constantin Appold und Elias Zapf sind die beiden jüngeren Spieler der Mannschaften, stehen aber regelmäßig auf dem Feld und in den Punktelisten: "Elias ist unser Aufbauspieler. Durch sein schnelles Spiel setzt er seine Mitspieler mit Pässen gut in Szene."

Zur Mannschaft zählt Cassian Firouzgar, ein weiterer Spieler meldete sich während der Saison allerdings ab. "Wenn bei nur acht Spielern einer verletzt oder durch Fouls im Spiel vorbelastet ist, wird es personell schnell eng", wäre Freisinger um den einen oder anderen talentierten Zugang gewiss froh. Wege, Jugendliche für Basketball zu begeistern, könnten in einer schul-übergreifenden Kooperation liegen - beispielsweise mit Münsterschwarzach, wohin Freisinger Kontakte aufgenommen hat. So könnten die Mädchen bei der DJK unter Brigitte Feldlin-Hansel, die Jungen beim TSV spielen.

Derartige Pläne sind vorgedacht, müssen aber noch mit Leben erfüllt werden. Am besten sei es, die Jugendlichen im Unterricht auf ihr Talent anzusprechen und sie zum Mitspielen in der Mannschaft zu motivieren. Denn beim Basketball stehe jeder Spieler auf dem kleinen Feld im Mittelpunkt. "Ich habe früher selbst Fußball gespielt, dabei aber die Erfahrung gemacht, je länger ich gespielt habe, umso seltener wurden meine persönlichen Erfolge", berichtet der 50-Jährige. "Beim Fußball ist das Gemeinschaftserlebnis sicher größer, Basketball bietet dem Einzelnen aber größere Erfolgserlebnisse."

Ob der Erfolg der Wiesentheider von Dauer ist, kann nicht vorausgesagt werden. Zum einen ist es der kleine Kader, zum anderen müsste die heute erfolgreiche Mannschaft zur nächsten Saison in der U18 angemeldet werden. "Die Jungs sind im Moment auch deshalb so erfolgreich, weil die meisten in dieser Altersstufe zum älteren Jahrgang zählen", gibt der Trainer zu bedenken. Sollte es mit den Wiesentheider Würfen weitergehen, müsste wohl tatsächlich auch eine Niederlage einberechnet werden.

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