FUSSBALL: A-KLASSE

Wie Schönbach ein Happy End erzwingen will

Die SG muss wider Erwarten bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib zittern – womöglich, weil sich die Mannschaft auf eine falsche Annahme stützte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Stürmische Zeiten für Trainer Friedrich Kern und seine SG Schönbach/Siegendorf. Stöckinger Foto: Foto:

Für ein paar Minuten war die SG Schönbach/Siegendorf vergangenen Sonntag schon gerettet. Das 4:4 beim Tabellenletzten Gerolzhofen II/Michelau reichte der Mannschaft – nach 2:0-Führung und 3:4-Rückstand – sicher zum Verbleib in der A-Klasse. Doch statt das Ergebnis zu retten, passierte das Unfassbare. In der Nachspielzeit traf Dimitry Martynow für die Hausherren – und holte die SG zurück in den Abstiegskampf, der nun also erst am Sonntag, dem letzten Saisonspieltag, entschieden wird.

Der neue Abteilungsleiter Rüdiger Konrad ist fassungslos über die bisherige Saison, die noch im größten anzunehmenden Unfall enden könnte. „Mit der Qualität, die unsere Mannschaft zweifelsohne hat, müssten wir im oberen Drittel spielen“, sagt Konrad. Mit einem solchen Absturz hatte bei der neuen Spielgemeinschaft keiner gerechnet. Vor der Saison waren Kirchschönbach und Prichsenstadt, die beiden jahrelangen Bündnispartner, auseinandergegangen. Prichsenstadt ging eigene Wege, Kirchschönbach schloss sich mit dem SV Altenschönbach und der DJK Siegendorf zusammen.

Mindestens ein Mittelfeldplatz in der Schweinfurter A-Klasse 4 hätte es werden sollen, nachdem die Kirchschönbacher zuvor in der Kreisklasse gekickt hatten. Der Start passte. Das Team wuchs zusammen, und die Ergebnisse stimmten. Alles verlief nach Plan. 13 Punkte aus neun Spielen, in denen es nur zwei Niederlagen setzte, schienen ein solider Wert. Die guten Auftritte gegen den späteren Meister Geiselwind (1:2) und das 7:1 gegen Mönchstockheim bestätigten diesen Eindruck.

Doch der Schein der ersten Saisonhälfte sollte trügen. Zwar machte das Trainingslager in Kronach noch Lust auf mehr, aber die verging Konrad in den folgenden Wochen: „Die Beteiligung sank rapide. Sie waren schlichtweg trainingsfaul.“ Womöglich nahmen es die SG-Kicker auf die leichte Schulter – in der Annahme, aufgrund der zur nächsten Saison anstehenden Fusion Stadelschwarzachs und Prichsenstadts gäbe es am Ende keinen Absteiger. Die Realität belehrte sie eines Besseren, und nach vier Pleiten zum Jahresauftakt waren die Schützlinge von Trainer Friedrich Kern plötzlich wieder mittendrin im Kampf um den Klassenverbleib.

In den prestigeträchtigen Duellen mit Prichsenstadt und Gerolzhofen II setzte es zwei Niederlagen. „Prichsenstadt hat uns nichts geschenkt, war aggressiv und bissig“, so Konrad, der aber das Spiel gegen Tabellenletzten „deutlich krasser“ empfand. „Es war knallhart. Wir sind immer zurückgekommen, hatten eigentlich ihre Moral schon gebrochen. Ein solches Ende habe ich in meiner Laufbahn nur selten erlebt“, erklärt der 49-Jährige.

Diesen Schock zu verdauen sei nicht so leicht gewesen. Doch noch haben die SG-Kicker alles selbst in der Hand und mit Fahrs Reserve einen Gegner, der seit der Winterpause selbst noch ohne eigenen Sieg ist. Natürlich sei seine Mannschaft beim Blick auf die Leistungen und die Ergebnisse eine Wundertüte, sagt Konrad, ein gutes Bauchgefühl hat der Funktionär dennoch.

Zwar werden Moritz Buchholz und Linus Holzmann fehlen, doch dafür steht in Christian Krünes und Frank Hugo ein Duo der „alten Garde“ bereit. „Sie werden sich für den Klassenerhalt zerreißen und die anderen mitreißen“, sagt Konrad zuversichtlich. „Knalleheiß“ werde die Mannschaft am Sonntag sein, um im letzten Spiel noch den entscheidenden Sieg zu erringen.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.