Iphofen

Wer knackt Rekord?

Zum 32. Mal geht es über den Berg von Iphofen nach Castell. Aber wie ist das Rennen eigentlich entstanden? Und wer hält den Streckenrekord?
Artikel drucken Artikel einbetten
Mehrere hundert Athleten schlängeln sich beim Schwanberglauf durch die Iphöfer Weinberge Richtung Castell. Foto: Foto: Konrad Thomann
+1 Bild

„Laufen für den guten Zweck“, heißt es auch beim 32. Schwanberglauf (SBL) an diesem Freitag. Die größte und traditionsreichste Kitzinger Laufveranstaltung, organisiert von der TG Kitzingen in Zusammenarbeit mit dem SBL-Team, startet um 18.30 Uhr am Rödelseer Tor in Iphofen und endet im Schlossgarten in Castell.

Die 10,4 Kilometer lange Strecke hat es wie jedes Jahr wieder in sich. Schon auf den ersten 2,6 Kilometern ist ein Höhenunterschied von 200 Höhenmetern zu überwinden. Die abwechslungsreiche Strecke ist sowohl für Spitzensportler als auch für Laufneulinge eine Herausforderung. Die Route führt über Asphalt, Schotter und Wiese hin zu engen, unebenen Abschnitten, auf denen die Läufer sich beweisen müssen. Im Ziel warten ein herzlicher Empfang des Publikums und die Aussicht auf den ein oder anderen Schoppen auf dem Casteller Weinfest.

Seit den 90er Jahren steigen Teilnehmerzahlen und Popularität des Laufes stetig. Nicht nur der kostenlose Zielschoppen, sondern auch das Laufen für einen guten Zweck lockt die Teilnehmer zur größten Laufveranstaltung Kitzingens. Entstanden ist der Lauf durch Initiative des Iphöfers Franz Brosch, der als CSU-Abgeordneter im bayerischen Landtag immer wieder den direkten Kontakt zu seinen Wählern suchte. Als Hobbysportler lag es ihm am Herzen, etwas zu veranstalten, was alle Sportbegeisterten im Landkreis anspricht. Als 1984 das Kitzinger Kreiskrankenhaus fertiggestellt war, suchte Brosch nach einer Möglichkeit, Spendengelder für den Förderverein des Krankenhauses zu suchen.

Der Abgeordnete dachte dabei an eine Laufveranstaltung, die durch die Bereitschaft des Fürsten von Castell die Preise zu spendieren, konkretere Züge annahm. Brosch wollte eine Strecke, die er von seinen Trainingsläufen sehr gut kannte, und wählte daher eine Route von seiner Heimatstadt Iphofen nach Castell. Die Unterstützung von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz war ihm dank seinem politischen Einfluss sicher.

Abgeordneter lief selbst mit

„Laufen für den guten Zweck“, steht als Motto über der Laufveranstaltung. Jeder sollte als Teilnehmer in Frage kommen, weshalb es nicht nur Preise für die ersten drei Frauen und Männer gibt, sondern auch für den ältesten und den jüngsten Teilnehmer, sowie Sachpreise in den Wertungen Jugend und Schüler. Anfangs lief Brosch selbst noch mit. Doch die steigenden Teilnehmerzahlen erforderten einen größeren organisatorischen Aufwand.

Der Abgeordnete ließ es sich aber nicht nehmen, am Morgen des Starttages die Strecke persönlich abzulaufen und die Markierungen zu überprüfen. Trotz dieser deutlichen Hinweise gingen über die Jahre immer wieder Läufer verloren. Sie mussten in den umliegenden Orten Rödelsee, Wiesenbronn und Birklingen abgeholt werden.

Während früher die Veranstaltung nur in der lokalen Zeitung ausgeschrieben war, vereinfachte das Internet Mitte der 90er Jahre das Werben um neue Teilnehmer. Zuvor erhielten die Läufer eine persönliche Einladung des Organisationsteams, die positiven Eindruck hinterließen. Über die Jahre hat sich die Verbindung von Weinfest und Schwanberglauf ausgezahlt. Das Casteller Weinfest ist am Auftaktstag stets gut besucht, und die Läufer können den Tag nach der anstrengenden Strecke entspannt ausklingen lassen. Ein großer Erfolg gelang beim 25. Jubiläumslauf, den über 1000 Teilnehmer bestritten.

Jülichs gewann im Vorjahr

Im letzten Jahr lief Jörg Jülichs mit 39:53 Minuten auf Platz eins. Er verwies den vorherigen Dauersieger Philipp Zabel auf Platz zwei. Bei den Frauen siegte Melanie Genrich aus Gütersloh in 44:25 Minuten (Zwölfte im Gesamtfeld) vor Alma Goller. Den Streckenrekord aus 31 Jahren Schwanberglauf hält bei den Männern Manuel Stöckert aus dem Jahre 2009 mit 34:28 Minuten. Bei den Frauen war Monika Hampel im Jahr 2000 (43:46 Minuten) die Schnellste. Auch dieses Jahr gibt es ein Preisgeld für denjenigen, der den Streckenrekord unterbietet.



Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.