HANDBALL: LANDESLIGA

Was Sandra Hämmerlein an Volkach schätzt

Sie galt als eines der größten Talente des unterfränkischen Handballs. Nun ist die 30-Jährige wieder bei der HSG Volkach gelandet, wo sie vor allem eines schätzt.
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Sandra Hämmerlein hat es nach neun Jahren in der Fremde zurück zur HSG Volkach gezogen. Foto: Foto: Alexander Rausch

Nach neun Jahren in der Fremde läuft Sandra Hämmerlein seit Anfang November wieder für die Handballerinnen der HSG Volkach auf. Zehn Einsätze hat sie seitdem in dieser Saison hinter sich gebracht, nur zwei Spiele hat sie verpasst. Trotz einer noch nicht ganz ausgestandenen Verletzung möchte sie ihr Team auch im Heimspiel an diesem Samstag gegen den Tabellenletzten der Landesliga aus Schweinfurt unterstützen.

Als Führungsspielerin mag sie nicht gelten

Dass sie mit ihrer Erfahrung eine Führungsspielerin in der Mannschaft sei, wiegelt sie bescheiden ab: „Das höre ich gar nicht gern. Wenn ich finde, dass man etwas verbessern könnte, gebe ich den Mädels auch mal einen Hinweis.“ Ihr Fokus im Spiel liegt vor allem auf der Defensive. „Mit einer starken Abwehr läuft es auch nach vorne besser. Deshalb versuche ich, unseren Verbund hinten zusammenzuhalten“, sagt sie über ihre Aufgabe im Volkacher Spiel.

Nach gesundheitlichen Problemen spielte sie im vergangenen Jahr für längere Zeit nicht mehr. „Ich war unschlüssig, ob ich überhaupt mit dem Handball weitermachen möchte. Schließlich bin ich in einem Alter, in dem sich nicht mehr alles nur um den Sport drehen muss“, sagt die 30-Jährige, deren älterer Bruder Daniel Hämmerlein mit dem TSV Abtswind in der Fußball-Bayernliga aufläuft. „Ich habe mich letztlich dafür entschieden, zu meinem Heimatverein zurückzukehren, um noch einmal mit den Mädels zusammenzuspielen.“

Nach dem Aufstieg der Volkacherinnen in die Landesliga sei der Zeitpunkt für ihre Rückkehr günstig gewesen. Als eines der größten Talente im unterfränkischen Handball galt Hämmerlein in der Jugend, spielte in der Bayernauswahl. Nach dem Abstieg Volkachs aus der Landesliga vor zehn Jahren wechselte sie zum HSV Bergtheim. Sie spielte dort für die nächsten neun Jahre in der Bayernliga und in der Saison 2010/11 in der dritten Liga.

„Wenn du in die Halle gehst, freuen sich die Leute.“
Sandra Hämmerlein über die Atmosphäre in Volkach

Vor vier Jahren verpasste Bergtheim dann als Bayernliga-Meister in der Relegation die Rückkehr. „Es war eine Erfahrung wert“, sagt sie mit Blick auf ihre Handball-Karriere, die sie nun in Volkach ausklingen lassen möchte. Dort schätzt sie die Gemeinschaft und das Familiäre des Vereins. „Wenn du in die Halle gehst, freuen sich die Leute, dass du mal wieder da bist. Das war immer wie ein Nach-Hause-Kommen für mich.“

Nach Volkach hielt sie stets Kontakt

Der Kontakt zu ihren früheren Mitspielerinnen habe sich auch während ihrer Bergtheimer Zeit gehalten. „Sofern es mein eigener Spielplan zugelassen hat, habe ich in der Halle zugeschaut und die Jungs wie die Mädels unterstützt.“ Bleibt sie von schweren Verletzungen verschont, könne sie sich vorstellen, die eine oder andere Saison dranzuhängen.

Weshalb die Volkacherinnen ihre Stärken noch nicht vollends in der höheren Liga ausspielen konnten, erklärt Hämmerlein mit der anfangs noch fehlenden Erfahrung. „Sicherlich hat auch die Nervosität eine gewisse Rolle gespielt“, sagt sie. In den ersten fünf Spielen trafen sie zudem auf vier Gegner, die heute im oberen Tabellendrittel platziert sind. Das sieht in den nächsten Wochen ganz anders aus. „Wir wissen, dass es jetzt darauf ankommt“, sagt die Rückraumspezialistin über die bevorstehenden Aufgaben gegen die direkten Konkurrenten.

Befreit aufgespielt gegen den Tabellenzweiten

Gegen Schweinfurt ist der Sieg ein Muss. „Gegen Gundelfingen letzte Woche waren wir nervöser als in den Spielen zuvor, die wir nicht unbedingt gewinnen mussten“, stellte sie eine Anspannung vor den entscheidenden Wochen fest. Was möglich ist, wenn die Mannschaft befreit aufspielen kann, bewies sie vor zwei Wochen gegen den Tabellenzweiten aus Günzburg: Sie kam zu einem Unentschieden und hätte fast noch gewonnen.

„Es wäre sehr schade, wenn wir absteigen würden. Denn in der Mannschaft steckt so viel mehr Potenzial. Wenn wir uns ranhalten und die nötigen Punkte holen, ist der Klassenerhalt auf jeden Fall drin.“

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