MICHELFELD

Was Michelfeld in der Landesliga erwartet

Schon am drittletzten Spieltag sind die Michelfelder Meister, und diesmal wollen sie tatsächlich aufsteigen. Für Trainer Maxi Häckner ist der Qualitätssprung nur logisch.
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Applaus, Applaus: Was Maximilian Häckner in dieser Saison vom SV Michelfeld zu sehen bekam, konnte ihm nur gefallen. Sterzbach Foto: Foto: Jürgen

Was ihn und seine Mannschaft demnächst erwarte? Da muss Maximilian Häckner (29) passen mit einer schlüssigen Auskunft, denn die Landesliga ist dem Handballer ebenso fremd wie dem SV Michelfeld, den er seit drei Jahren trainiert. Während Häckner als Spieler aber schon in der dritten Liga stand, ist für Michelfeld der Vorstoß in die fünfthöchste Spielklasse größter Erfolg in der Vereinsgeschichte. Schon vor einem Jahr hätte der Klub aus dem 520-Seelen-Ort als Vizemeister den Aufstieg wagen können, weil Rödelsee auf sein Aufstiegsrecht verzichtete. Damals zierte man sich noch. Häckner sagt, warum, und erklärt, wieso es diesmal anders kam, außerdem, wie es in Michelfeld nach der Meisterparty am vorigen Sonntag weitergeht.

Frage: Und? Schon wieder fit?

Maximilian Häckner: Ja, Sonntag hat erst mal gereicht. Es sind ja noch zwei Spiele. Da werden wir noch genug feiern.

Wie lange ging denn die Party?

Häckner: Also, ich habe relativ früh das Weite gesucht. Das Gute war, dass das Spiel zeitig am Tag stattfand. Da konnte man schon mal etwas länger sitzen.

Vor drei Jahren krebste der SV Michelfeld noch im Mittelmaß der Bezirksliga um-her, jetzt geht es hoch in die Landesliga. Wie erklären Sie sich diesen Qualitätssprung?

Häckner: Das ist nicht so einfach zu erklären. Gewisse Qualität hatten wir schon immer, wenn ich nur sehe, wie ein Thorsten Holler oder ein Lukas Möslein die letzte Zeit gespielt haben. Dieses Potenzial musste man nur herauskitzeln. Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Die Mannschaft ist sehr gefestigt, sie ist eine Einheit. So etwas habe ich selten erlebt.

So richtig aufwärts ging es 2016, nachdem Sie nach Michelfeld gekommen waren. Mit welcher Vorgabe sind Sie damals angetreten?

Häckner: An mich hatte ich wenig Vorgaben. Mich hat es gefreut, wie sie um mich gebuhlt haben. Jeder hoffte natürlich, dass das Projekt erfolgreich sein würde. Aber keiner sagte: Wenn du kommst, werden und müssen wir aufsteigen. Selbst als wir in der ersten Saison noch Bezirksliga spielten, ging keiner von diesem Szenario aus. Mag sein, dass mancher im Verein darüber nachdachte. Aber ausgesprochen hat es keiner.

Wie schnell war Ihnen klar, dass es mit dieser Mannschaft nur nach oben gehen könnte?

Häckner: Ich hatte schon im ersten Jahr den Anspruch, dass wir in die Bezirksoberliga hochgehen. Als wir das geschafft hatten, kam Dominic Faustmann zu uns. Das war noch mal ein riesiger Sprung. Dass es so gut laufen würde – im ersten BOL-Jahr Zweiter, im zweiten Erster –, davon hätten wir träumen können. Zu erwarten war es nicht.

Auch nicht nach der vergangenen Runde? Da gab es doch eigentlich nur noch ein Ziel.

Häckner: In der Mannschaft wurde darüber kaum gesprochen, jedenfalls nicht in meiner Gegenwart. Ich habe zwar in der Vorschau gesagt, dass wir besser sein wollen als die Saison vorher. Das bezog sich aber nicht auf den Tabellenplatz, sondern auf die Form. Ich wollte, dass die Mannschaft sich weiterentwickelt und sich nicht versteckt hinter Lukas Möslein oder mir. Das war in der ersten Saison noch so. Waren wir manngedeckt, lief nichts. Das haben wir mittlerweile sehr gut gelöst.

Gibt es der Meisterschaft noch einen besonderen Kick, dass Michelfeld als kleiner Dorfklub nun vor dem Stadtrivalen aus Marktsteft steht?

Häckner: Der Mannschaft bedeutet das schon etwas, und ganz besonders den echten Michelfeldern, die das die ganzen Jahre mitgemacht haben und die Rivalität von früher her kennen. Da schwingt schon ein gewisser Stolz mit. Mir bedeutet es nicht so viel. Es waren zwei tolle Spiele gegen Marktsteft, weil immer viel los war in der Halle.

Jetzt ist der Aufstieg geschafft. Aber die größere Herausforderung steht Ihnen und der Mannschaft erst noch bevor. Was erwarten Sie sich für die nächste Saison in der Landesliga?

Häckner: Ich kann die Klasse kaum einschätzen. Weder habe ich dort gespielt, noch habe ich besonders viele Spiele gesehen. Ich denke, wir haben Potenzial, wir sind auch noch auf der Suche nach Verstärkung. Aber ich gehe davon aus, dass wir uns da halten können.

Der Verein versucht es mit dem Grundgerüst der Mannschaft?

Häckner: Ja, auf Teufel-komm-raus werden wir uns nicht verstärken. Wir haben Qualität, wichtig wird sein, sie aufs Feld zu bringen. Uns ist jede Verstärkung willkommen, aber wir werden definitiv kein Geld in die Hand nehmen.

Vor einem Jahr hat Michelfeld noch auf den Aufstieg verzichtet. Warum damals und jetzt nicht mehr?

Häckner: Für mich war voriges Jahr klar: Wenn wir nicht Meister werden, gehen wir nicht hoch. Dann hat man es nicht verdient. Wir haben ja zum Ende hin noch zwei, drei Spiele verloren. Die Zeit war noch nicht reif. Es gab damals auch andere Stimmen im Verein, die sagten: Wann bekommen wir noch einmal die Gelegenheit, in die Landesliga aufzusteigen? Ich habe gesagt: Wir arbeiten weiter, dann ergibt sich diese Chance noch einmal. Dass es natürlich so schnell ging, war Glück.

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