HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA MÄNNER

Was den Reiz in Großlangheim ausmacht

Noch hat Großlangheim in dieser Saison nicht viel gerissen. Hoffnung macht Trainer Sebastian Sterk der eigene Nachwuchs, dem der Verein einiges zu bieten hat.
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Eingequetscht zwischen den Konkurrenten: Der Großlangheimer Martin Sterk sucht im Bezirksoberligaspiel gegen Volkach nach einem Ausweg. Foto: Foto: Hans Will

Keinen leichten Stand haben die Handballer des TV Großlangheim in dieser Spielzeit der Bezirksoberliga. Nach ihrem fünften Platz in der vergangenen Runde blieb der Ertrag aus den ersten sechs Begegnungen dieser Saison mit bisher drei Punkten mager. Als Grund für übergroße Besorgnis sieht Sebastian Sterk das nicht, er weiß aber, dass es nicht so einfach werden könnte, die Klasse zu halten.

Warum es bisher nicht so recht laufen will, dafür gebe es Gründe, sagt der 29-jährige Sterk. Der Kader für die erste Mannschaft sei nicht gerade riesig – auch wenn der Verein gleich drei Männermannschaften im Spielbetrieb hat. Hinzu kommt, dass Pascal Faustmann, der im Vorjahr als Spielertrainer aktive Topwerfer, etwas kürzertritt, weil sich seine Prioritäten mit Hausbau und dem kürzlich geborenen eigenen Nachwuchs verschoben haben. Zudem kann Faustmann von Berufs wegen nicht immer mitspielen.

In Michael Sterk steht oft bloß ein Torhüter zur Verfügung, Kreisläufer Max Oestreicher ist bei der Bundeswehr und kann während der Woche kaum trainieren. Einige Handicaps, aber in Großlangheim lässt man sich deswegen nicht so leicht aus der Ruhe bringen. „Die Stimmung ist trotzdem gut im Moment. Wir sind noch guter Dinge, dass es klappt mit dem Klassenverbleib. Das Potenzial haben wir auf alle Fälle“, sagt Sterk.

Sollte es am Ende doch schiefgehen, weil diese Runde durch die Aufstockung der Liga einer mehr absteigen muss als sonst? „Dann würde der Handball in Großlangheim nicht aufgelöst“, sagt Sterk, „aber wünschenswert wäre es, dass wir drin bleiben. Das Publikum ist immer da und würde sich freuen, wenn es klappt.“

Tröpfchenweise Nachwuchs

Zum Glück hat der Verein zu dieser Runde einige Verstärkung aus der Jugend bekommen. Gleich fünf Spieler sind in die erste Mannschaft aufgerückt, nachdem der Nachwuchs in den Jahren zuvor eher tröpfchenweise gekommen war. Lukas Uhl (Mitte und Außen), Max Östreicher (Kreis), Jonathan Dürr (Rückraum), Thomas Jorich und Lorenz Hack bekommen viel Spielzeit von den Trainern eingeräumt. „Die machen schon ihr Ding.

Sie haben sich gut etabliert. Lukas hat im ersten Spiel beim Sieg gegen Ochsenfurt (25:24) im letzten Angriff das Tor zum Sieg gemacht“, erzählt Sterk. Im Nachwuchs hat der TV Großlangheim immer noch Ressourcen, da kämen in absehbarer Zeit wieder einige Spieler nach.

Wie man das schafft? „Für unseren kleinen Ort haben wir schon ein bisschen was zu bieten, die Jugend unternimmt viel miteinander. Sie trifft sich nicht bloß zum Handball und wird dann wieder heimgekarrt. Sie gehen auch mal zum Kanufahren oder so. Das schweißt zusammen.“ Sterk, der selbst auf dem Feld mitmischt und als Trainer von Claus Bergmann unterstützt wird, sieht die Mannschaft gerade „mittendrin im Umbruch“.

Arrivierte Kräfte wie Bernd und Alexander Pfannes sind nicht mehr in der ersten Mannschaft am Ball, Dominic Faustmann hilft nur aus, wenn er gebraucht wird. Gerade deswegen sei es unabdingbar, die jungen Spieler verstärkt einzubinden in einer Liga, die in diesem Jahr stärker zu sein scheint als die letzten Jahre. Aufsteiger Rimpar III hat sich an die Spitze des Feldes gesetzt, der nach unten durchgereichte TSV Rödelsee erweist sich als stärker als gedacht, und auch den TV Marktsteft oder Lohrs Reserve müsse man erst einmal schlagen.

Manches wichtige Spiel habe der TV Großlangheim schon unnötig hergegeben, etwa gegen Waldbüttelbrunn (27:28), moniert Sterk. Das habe auch an der dünnen Spielerdecke gelegen, zudem hat sein TVG „die Anfangsphase dort verschlafen“. Es fehle die Konstanz, und das liege wohl daran, dass nicht immer alle Spieler da sind, wenn man sie brauche.

Die Gegner, die Großlangheim zu schlagen hat, um sich in der Klasse zu halten, kommen noch die nächsten Wochen. Zunächst steht an diesem Samstag das Spiel gegen Lohrs Bayernliga-Reserve an, die auf Platz vier mit erst einer Niederlage liegt. „Das wird schwierig. Da weiß man nie, was einen erwartet“, sagt Sterk vorsichtig. Gegen Bad Neustadt II, Schweinfurt oder die TG Würzburg zähle es dann. Die sieht Sterk als die Gegner auf Augenhöhe.

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