FUSSBALL: RELEGATION

Warum sie in Gülchsheim jetzt Bayern-Fans sind

Mit dem 5:1 gegen Retzstadt hat der Kreisklasse-Vizemeister das Seine zum Aufstieg getan. Der Rest liegt nun nicht mehr in seiner Hand.
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Fußball, Relegation, Kreisklasse, SpVgg Gülchsheim - DJK Retzstadt
Der Gülchsheimer Andreas Engert (li.) bejubelt mit Torschütze Stefan Hirsch den Treffer zum 2:0. Foto: Foto: Heiko Becker

Relegation zur Kreisliga

SpVgg Gülchsheim – DJK Retzstadt 5:1 (3:0). Große Ausgelassenheit war bei den Fußballern aus Gülchsheim nicht zu registrieren, nachdem sie am Sonntag in Heidingsfeld ihr Relegationsspiel gegen die DJK Retzstadt mit 5:1 gewonnen hatten – und das hatte seinen Grund: Die Kicker der Spielvereinigung wussten nämlich nicht, ob dieser Erfolg gegen den Dreizehnten der Kreisliga 2 Würzburg für sie auch zum Aufstieg reichen wird.

Das liegt daran, dass Bayern Kitzingen, Vizemeister der Kreisliga 1 Würzburg, am Tag zuvor durch eine 1:2-Niederlage beim FC Südring Aschaffenburg den Aufstieg in die Bezirksliga zunächst verpasst hat. Nun hat Kitzingen am Mittwoch gegen Sand II eine weitere Chance und könnte Gülchsheim im Erfolgsfall doch noch den Weg in die Kreisliga ebnen. „Natürlich, wir sind alle Bayern-Fans“, erklärte Gülchsheims Trainer Tobias Schmidt. Und er meinte damit nicht die Münchner Bayern.

Dagegen stand für Retzstadt nach drei Relegationspartien mit über 300 Minuten Spielzeit der Abstieg fest. „Der Tank war einfach leer“, sagte DJK-Trainer Michael Weber, der im reifen Fußballer-Alter von 47 Jahren in allen drei Relegationsspielen selbst auf dem Platz gestanden war, nach der Begegnung. In der Saison zuvor war Weber noch Trainer in Gülchsheim gewesen. Den früheren Regionalliga-Spieler hatten selbst am Tag vor der Partie in Heidingsfeld noch Krämpfe geplagt, sie rührten von der 1:3-Niederlage nach Verlängerung gegen den TSV Duttenbrunn am Himmelfahrtstag. Dazu sei seine halbe Mannschaft angeschlagen in die Begegnung gezogen: Prellungen und Infekte führten dazu, dass die ohnehin körperlich beanspruchten Retzstadter nicht mehr viel zuzusetzen hatten.

Anfangs hatte Webers Team noch manch gefährlichen Pass in die Tiefe gespielt, doch immer wieder konnten sich die Retzstadter Spieler nicht entscheidend durchsetzen – oder ihren Abschlüssen fehlte die Durchschlagskraft. „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, aber wir waren konsequenter“, sagte Gülchsheims Trainer Schmidt nach zuvor schon zwei Niederlagen in der Relegation . Seine Elf hatte ihre beste Phase in der Viertelstunde vor der Halbzeit und nutzte Retzstadts nachlassende Gegenwehr konsequent.

Der erste Gülchsheimer Treffer fiel durch einen Elfmeter, nachdem DJK-Verteidiger Alexander Gerhard den Gülchsheimer Maximilian Wolff abgeräumt hatte. Vor dem zweiten Tor, das Stefan Hirsch mit sehenswertem Distanzschuss erzielte, konnte der Gülchsheimer ziemlich unbehelligt von der Abwehr abziehen. Und beim 3:0 kurz vor dem Wechsel überlief Adrian Kömm die DJK-Verteidigung. Das Spiel war nun gelaufen, Gülchsheim geriet nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Gülchsheim: Valentin – Hofmann, Eisenmann, Daniel Veeh, Gebhardt – Betz, Stefan Hirsch – Kömm, Wolff, Engert – Harald Schmidt.

Retzstadt: Louis Nun – Kuhn, Tristan Hillinger, Peter, Gerhard – Weber, May, Hebig – Steffen Schmitt – Jonathan Schmitt, Niklas Eisenbacher.

Schiedsrichter: Kuffer (Obergünzburg).

Zuschauer: 256 (in Heidingsfeld).

Tore: 1:0 Andreas Eisenmann (31., Foulelfmeter), 2:0 Stefan Hirsch (38.), 3:0, 4:0 Adrian Kömm (43., 87.), 4:1 Jonathan Schmitt (90., Foulelfmeter), 5:1 Adrian Kömm (90.+1).

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