FUSSBALL-BILANZ (V)

Warum Dettelbach das Abenteuer nicht bereut

Aus dem Aufsteiger wurde prompt der Absteiger: Für Dettelbach geht es mit Pauken und Trompeten in die Kreisliga zurück. Thomas Freund nennt die Gründe für den Absturz.
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Sportlich gab es für Dettelbachs Trainer Thomas Freund nur selten etwas zu lachen. Foto: Foto: Hans Will

Im Fußball vollzieht sich der Wandel zwischen den Gefühlswelten „Himmel hoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ bisweilen sehr rasch. Diese schmerzliche Erfahrung mussten jetzt auch die Fußballer von Dettelbach und seiner Ortsteile machen. Im vergangenen Sommer noch war der Verein kaum aus dem Feiern herausgekommen, nachdem die erste Mannschaft als Kreisliga-Meister den Sprung in die Bezirksliga gepackt hatte und auch die zweite Garde über die Relegation in die Kreisklasse eingezogen war.

Rund ein Jahr später heißt es nun in Dettelbach: alles auf Anfang! Beide DuO-Mannschaften mussten den Rückweg in die untergeordnete Liga antreten. Die erste Garde in die Kreisliga, die zweite in die A-Klasse. Eine weitere Gemeinsamkeit: Beide Teams waren in dieser Spielzeit als Tabellenschlusslichter ihrer jeweiligen Ligen und mit großen Punktabständen zum rettenden Ufer letztlich chancenlos.

Dabei hatte speziell Dettelbachs Erstvertretung zunächst die Euphorie des Aufstiegs mit in die Saison in der Bezirksliga Ost nehmen können. Keines ihrer ersten vier Saisonspiele verlor die Mannschaft und erzielte aus diesen Partien für einen Aufsteiger einen ordentlichen Ertrag von immerhin sechs Punkten. Der Akklimatisierungs-Prozess in der neuen Liga verlief also zufriedenstellend aus Dettelbacher Sicht, doch dann begannen die Probleme. „Nach diesen vier Spielen ist die Misere losgegangen,“ drückt es DuO-Trainer Thomas Freund aus. Im Saisonverlauf seien ihm immer mehr wichtige Stützen der Mannschaft weggebrochen. Maximilian Thomeier zog es des Studiums wegen fort, Philipp Waigandt brach sich die Kniescheibe, Daniel Barth stand aus familiären Gründen nicht mehr zur Verfügung, und Stammtorwart Philipp Will riss sich das Kreuzband. „Die Mannschaft, die zu Saisonbeginn auf dem Platz stand, konnte ich im weiteren Verlauf so nie mehr aufbieten,“ beklagt Freund den personellen Aderlass.

Dieser hatte indes schon vor dem Saisonstart eingesetzt, als Leistungsträger wie Spielertrainer Tim Reiner, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde, sein Bruder Tom oder auch Marcel Geitz den Klub. Eine Schwächung, die letztlich nicht zu kompensieren war. Auf die Frage, ob die Bezirksliga für Dettelbach unter diesen Bedingungen schlicht eine Nummer zu groß war, antwortet Trainer Freund jedenfalls mit einem klaren „Ja“.

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass in der Bezirksliga einen Tick schneller gespielt wird. Und zwar vom Kopf bis zum Fuß,“ erläutert der Übungsleiter. „Gedanklich waren wir für diese Liga einfach zu langsam.“ Lobend hebt der Übungsleiter hervor, dass sich trotz vieler Negativerlebnisse niemand habe hängen lassen. Teamgeist und Zusammenhalt seien nach wie vor absolut intakt. Dies drückt sich auch in der Tatsache aus, dass laut Freund kein Spieler den Verein verlassen wird. Man wolle die Erfahrung in der Bezirksliga nicht missen, weshalb auch niemand in und um den Klub den Aufstieg bereut habe, so der Übungsleiter.

Für Dettelbach geht es künftig trotzdem in der Kreisliga weiter, in der man zuletzt sehr erfolgreich war. Doch Freund, der noch auf den einen oder anderen Neuzugang hofft, backt erst einmal kleinere Brötchen. „Wir müssen uns zunächst stabilisieren und wollen nichts mit den hinteren Tabellenregionen zu tun haben,“ so sein vorsichtiger Ausblick auf die kommende Runde.

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