FUßBALL: KREISKLASSE

Vorentscheidung im Titelkampf?

Durch das Unentschieden gegen Reupelsdorf ist die Spielgemeinschaft Castell/Wiesenbronn unter Zugzwang geraten. Bei Tabellenführer Grettstadt sollte gepunktet werden.
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Castell/Wiesenbronns Spielertrainer Oliver Koch mischt auch wieder auf dem Spielfeld mit. Foto: Foto: Hans Will

Nicht nur in der Bundesliga wartet am Wochenende mit Bayern München gegen Borussia Dortmund das Topspiel schlechthin auf die Fußball-Fans, das viele als entscheidend für die Meisterschaft ansehen. Auch in der Kreisklasse Schweinfurt 2 treffen diesmal die beiden bislang überragenden Mannschaften aufeinander. Die SG Castell/Wiesenbronn muss als Zweiter beim Spitzenreiter TSV Grettstadt antreten.

Eine kleine Vorentscheidung könnte das am Wochenende schon geben, meint Castells wieder fit gewordener Spielertrainer Oliver Koch. „Eine Vorhersage ist in beiden Fällen schwierig. Ich denke, dass bei uns die Tagesform und der Wille den Ausschlag geben werden. Die Mannschaften sind nahezu gleichstark besetzt“, schaut er auf sein Gipfeltreffen in der Kreisklasse.

Ähnlich wie der FC Bayern, dem Kochs Sympathien gehören, haben auch seine Casteller zuletzt in der Liga geschwächelt. Beim 2:2 daheim gegen den FC Reupelsdorf ließ seine Elf wichtige Punkte liegen, ausgerechnet direkt vor dem Topspiel. Ein abgefälschter Freistoß und ein Tor nach einem Eckball landete im SG-Kasten – zum Leidwesen Kochs. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir schon Grettstadt im Kopf hatten. Wir wussten, dass es gegen Reupelsdorf nicht leicht wird. Im Hinspiel haben wir dort nur knapp 3:2 gewonnen. Sie haben ja auch Grettstadt geschlagen. Diesmal waren wir einfach nicht gut drauf“, meint der 29-Jährige.

Dabei sei die Winter-Vorbereitung recht gut gewesen, die Mannschaft habe super mitgezogen. Das ein oder andere Gegentor bekomme man schon noch zu viel nach Kochs Geschmack. „Vorne sind wir immer für Tore gut, aber hinten waren wir zu anfällig. weil wir zu einfach Fehler machen.“ Deswegen habe man im Winter mehr Wert auf die Defensive gelegt, was sich zum Auftakt beim 3:0 gegen Fahr auszahlte. Es gelte, als Mannschaft besser zu verteidigen, so die Devise.

Dazu kann Oliver Koch nun selber wieder mithelfen, nachdem ihn eine hartnäckige Leistenverletzung zu einer unerwartet langen Pause gezwungen hatte. Gegen Ende der Rückrunde war für ihn endgültig Feierabend. „Am Anfang nahm ich Schmerztabletten, bis es einfach nicht mehr ging“, schaut er zurück.

Neun Monate quälte ihn die Leiste, die zunächst diagnostizierte Zerrung in den Adduktoren ließ einfach nicht nach. Erst hieß es für Koch, Pause machen, auskurieren, doch das half nichts. In Volkach bei der dritten ärztlichen Station, die er konsultierte, stellte ein Facharzt fest, dass es keine Zerrung, sondern ein Leistenbruch war.

Seit der Winterpause kann Koch, der einst zwei Jahre im Nachwuchs der SpVgg Greuther Führt kickte und zur U 17-Bayernauswahl zählte, wieder auf dem Platz eingreifen. Im Gegensatz zum Mittelfeldstrategen Pascal Paul, der wegen erneuter Knieprobleme länger ausfallen wird. Gleiches gilt für Philip Hertlein und Alexander Mahr. Zum Glück, so Koch, sei der Spielerkader der SG mittlerweile breit genug, um das einigermaßen aufzufangen.

Die Mischung im Team stimme, auch jüngere Akteure übernähmen mehr und mehr Verantwortung, so der aus Castell stammende Spielertrainer. Er nennt mit Pascal Paul, und Marco Meyer die beiden Spielführer, dazu komme Andreas Herrmann. „Sie machen das wirklich gut“, lobt der Übungsleiter.

Überhaupt habe sich auch das Umfeld entwickelt, was ihn freut. „Die Bedingungen sind top, da funktioniert alles. Wir trainieren momentan in Castell, weil das Sportheim in Wiesenbronn umgebaut wird.“ In der Mannschaft sieht Koch Potenzial. Alle hätten ihren Verbleib bereits für die kommende Runde zugesagt, auch Koch selbst macht weiter.

Käme diesmal nach Platz drei im Vorjahr der Sprung in die Kreisliga genau recht für die SG Castell/Wiesenbronn? „Das wäre schon was“, so Koch. Den Meister werden Grettstadt und seine SG wohl unter sich ausmachen, bei derzeit zwölf Punkten Vorsprung auf Platz drei. „Wir wollen auf jeden Fall so lange als möglich vorne dran bleiben“, sagt der Spielertrainer.

Eine Niederlage in Grettstadt wäre bei dann fünf Zählern Rückstand wohl fatal. Ob Castell/Wiesenbronn als Gast das Topspiel der beiden angriffsstärksten Mannschaften eher vorsichtig angehen wird? „Natürlich werden wir auf die zwei, drei Dinge beim Gegner aufpassen. Grundsätzlich schauen wir schon darauf, dass wir die Stärken von uns ins Spiel bringen“, will sich Oliver Koch nicht so recht in die Karten schauen lassen.

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