FUßBALL: LANDESLIGA

Vertrauen auf bereits vorhandene Stärke

Die Zeiten der „wilden Einkäufe“ sind in Abtswind offensichtlich vorbei. Mittlerweile steckt ein Plan hinter den Neuverpflichtungen.
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Der TSV Abtswind gibt Talenten eine Chance. Als Neuzugänge für den Landesliga-Kader stehen bisher fest (hinten von links): Trainer Petr Skarabela, Steffen Barthel, Frank Hartlehnert; (vorne von links): Patrick Hefner und Jona Riedel. Foto: Foto: Michael Kämmerer

Seit dem Aufstieg vor vier Jahren stand der TSV Abtswind in der Landesliga am Saisonende stets auf den Plätzen drei oder vier. Stets waren zwei oder drei Mannschaften zu finden, die sich als sportlich überlegen herausstellen. Als Vierter beendeten die Abtswinder auch die vergangene Saison. Meister Ansbach sowie die zweiten Mannschaften von Würzburger Kickers und Schweinfurt 05 standen in der abschließenden Wertung vor ihnen.

Am nächsten Schritt versucht sich nach Thorsten Götzelmann dessen Nachfolger Petr Skarabela. Nachdem Götzelmann aus persönlichen Gründen um die Auflösung eines bereits verlängerten Vertrags zum Saisonende gebeten hatte, in der neu geschaffenen Funktion als Sportkoordinator dem Verein aber verbunden bleibt, wurde der 48-Jährige unverzüglich als neuer Trainer vorgestellt. Skarabela, der zuvor den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Bayernliga-Absteiger Eintracht Bamberg trainierte, wird dabei von Carl Murphy als spielendem Co-Trainer unterstützt.

Der Großteil des bisherigen Kaders veränderte sich dagegen kaum. Die Verantwortlichen in Abtswind vertrauten diesmal – zumindest nach aktuellem Stand – auf die zweifellos vorhandene Qualität des Kaders und kompensierten nur die Abgänge mit Zugängen. Nach Albert Fischer und Sebastian Otto, die ihre erste Stelle als Spielertrainerduo in Volkach antraten, Tolga Arayici, der sich nach zwei Jahren in Abtswind mit Bayern Kitzingen wieder seinem Heimatverein anschloss und Ben Verberkt, dessen Ziel unbekannt ist, verließ auch Stürmer Cristian Alexandru Dan nach einer Saison erneut den Verein und wechselte mit einer ihm auf und neben dem Platz angebotenen Perspektive zum Bayernligisten Würzburger FV.

Da zudem Marco Bischoff die Abtswinder in Richtung Buchbrunn-Mainstockheim verließ, stieß mit Patrick Hefner perspektivisch ein Torhüter neu zur Mannschaft. Der 18-Jährige spielte bislang bei den U19-Junioren der Würzburger Kickers in der Junioren-Bayernliga. Steffen Barthel von der FG Marktbreit-Martinsheim entschloss sich ebenfalls zum nächsten Schritt aus der Bezirksliga in die höhere Liga. Der 21-Jährige spielte in den letzten drei Jahren in Marktbreit im offensiven Mittelfeld eine tragende Rolle, nachdem er zuvor bei seinem Heimatverein SV Gelchsheim auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Vom FSV Bad Windsheim wechselt Frank Hartlehnert zwar aus der Bezirksliga nach Abtswind, doch hatte der 24-Jährige zuvor schon mit Neustadt/Aisch in der Landesliga gespielt. In der Winterpause war er für ein halbes Jahr zu seinem vorherigen Verein zurückgekehrt, nahm aber nun die Möglichkeit wahr, wieder in der Landesliga anzugreifen. Aus der Bezirksliga kommt auch Jona Riedel. Der 20-Jährige spielte bislang im benachbarten Wiesentheid, wo er die Junioren-Mannschaften durchlaufen hatte.

Aljoscha Keßler kann sich über die Kreisliga ins Blickfeld der ersten Garde spielen. Zuvor spielte der 20-Jährige beim SSV Kitzingen. Meist in der zweiten Mannschaft kamen bislang auch Markus Golombek, Patrick Hock, Julian Beßler und Christoph Hofmann zum Einsatz. Das Quartett nahm bislang aber auch an der Vorbereitung und an den Testspielen der ersten Mannschaft teil.

Am 13. Juni startete Petr Skarabela die fünf Wochen lange Vorarbeit auf die neue Saison. Anfangs stehen vor allem die konditionellen Grundlagen im Vordergrund. Zwei Tests fanden bereits statt. Gegen Landesliga-Meister Ansbach unterlagen die Abtswinder mit 1:2. „Das Ergebnis ist zweitrangig“, erklärte Skarabela und stellte gute Ansätze fest. Ihm sei es vor allem wichtig gewesen zu sehen, „auf welchen Positionen die Spieler einsetzbar sind“. Beim Bezirksligisten Gerolzhofen erzielte seine Mannschaft am Sonntag ein knappes 3:2.

Das nächste Spiel ist eine Pflichtaufgabe und findet im Rahmen der ersten Qualifikationsrunde zum Toto-Pokal auf Verbandsebene statt. Auf eigenem Platz erwarten die Abtswinder am 1. Juli um 18.45 Uhr den Bayernligisten Aubstadt. Am 3. Juli nimmt das Team an einem Turnier zum 90-jährigen Jubiläum des VfB Burglauer teil und begegnet dort zunächst dem Kreisligisten Rödelmaier und in einer zweiten Partie Aubstadt oder Münnerstadt. Sollte es die zweite Qualifikationsrunde nicht erreichen, könnte am 9. Juli ein weiterer Test gegen Großbardorf stattfinden. Die Generalprobe steht schließlich am 12. Juli um 19 Uhr beim Bezirksligisten Oberschwarzach an, ehe die Saison am 16. Juli mit einem Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft von Schweinfurt 05 startet.

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