DIE WOCHE

Unsere Frauen sind gut in Schuss

Warum der 16. Oktober 2016 aus dem Gedächtnis unserer Fußball-West-Bezirksligisten gestrichen wird und im Schießen die Männer den Frauen den Vortritt lassen (müssen).
Artikel drucken Artikel einbetten
Wilhelm Roos Foto: Theresa Müller

Ein Sonderlob gab es für Jens Stöcklein, der jüngst das Fußball-B-Klassenspiel zwischen dem SV Fuchsstadt/Albertshausen II und dem Ochsenfurter FV II leitete. Bemerkenswert sei dessen hohe Akzeptanz im Kreis der erwachsenen Herrenspieler gewesen. Die Leistung mache Mut bei der Suche nach neuen Schiedsrichtern für die seit Jahren unter Nachwuchsproblemen leitende Zunft. Stöcklein pfeift für den TSV Sulzfeld und ist mit 15 Jahren der jüngste Schiedsrichter aus der Gruppe Kitzingen/Ochsenfurt.

Vom Sonderlob waren unsere Vertreter in der Fußball-Bezirksliga West am Wochenende meilenweit entfernt. Diese Aussage trifft eigentlich seit Saisonbeginn auf die Kellerkinder SSV Kitzingen und SG Buchbrunn/Mainstockheim zu. Gemeinsame Niederlagen kennzeichnen ihren Weg. Ausdrücklich ausgenommen werden muss von der Niederlagen-Normalität die FG Marktbreit/Martinsheim.

Der Tabellenzweite – hinter Fast-Schon-Meister TSV Lengfeld (12 Spiele, 12 Siege, 35:4-Tore) – kassierte am vergangenen Wochenende seine dritte Niederlage. Der SSV Kitzingen verlor zum siebten Mal, und die Buchbrunner-Mainstockheimer Kombination ging zum zehnten Mal als Verlierer vom Spielfeld. Der 16. Oktober 2016 wird aber nicht nur als Tag in die Bezirksliga-West-Geschichte eingehen, in der das Trio erstmals im Gleichschritt verlor, sondern auch noch mit demselben Ergebnis.

Beim Stand von 1:3 pfiffen die Schiedsrichter die drei Begegnungen mit Beteiligung unserer Vereine ab. Gar nicht erst angepfiffen wurde die Karriere von Andreas Trabold als Trainer des Frauenhandball-Drittligisten Haspo Bayreuth. Dem angekündigten großen personellen Umbruch in der Mannschaft gewann der Ex-Spieler des TV Etwashausen durchaus noch positive Aspekte ab: „Das ist für mich ein zusätzlicher Anreiz. Rollen und Verantwortung werden sich innerhalb der Mannschaft neu verteilen. Das ist kein einfacher Prozess, aber die Situation bietet vor allem den jungen Spielerinnen eine große Chance, sich weiterzuentwickeln“, wurde Trabold auf der Internet-Seite des „Nordbayerischer Kurier“ zitiert.

„Mit Andreas hatten wir gleich hervorragende Gespräche. Somit haben wir bei ihm auch ein sehr gutes Gefühl“, war sich Haspo-Vorstandsmitglied Volker Ruoff sicher, den richtigen Mann für die kommenden ambitionierten Aufgaben gefunden zu haben. Erschienen war der Text am 1. April.

Dadurch an der Glaubwürdigkeit zu zweifeln verbietet sich, aber: Eine Woche vor dem Saisonstart hat Andreas Trabold aus beruflichen Gründen vor dem Zeitaufwand kapitulieren müssen. Der habe sich in der Praxis dann doch als größer erwiesen, wie er in der Theorie zunächst ausgesehen hatte, gestand Trabold im Gespräch mit dieser Redaktion.

Regina Merkert, Anna-Maria Gnebner, Laura Mainhart, Tanja Vehe auf Seiten der SG Marktsteft sowie Stephanie Hofmann, Michelle Schad, Stephanie Gombarek und Sarah Kulla bei der BSG Schweinfurt. Man konnte fast meinen, dass es sich beim Spitzen-Vergleich der beiden Mitfavoriten in der Luftgewehr-Unterfrankenliga um eine reine Frauen-Angelegenheit gehandelt hätte, wenn da nicht noch die Namen Werner Vehe (Marktsteft) und Sebastian Denninger (Schweinfurt) aufgetaucht wären.

Tatsache ist auf jeden Fall, dass das vermeintlich starke Geschlecht in diesem Vergleich gewaltig in der Unterzahl war. Überhaupt hatten die Frauen in der ersten Wettkampfrunde der Unterfrankenliga ein (numerisches) Übergewicht. Betrachtet man die Aufstellungen der acht beteiligten Mannschaften, rangen 23 Frauen und 17 Männer um die Ringe. Auch die treffsichersten Sportler werden mit Frau angesprochen (Regina Merkert, Anna-Maria Gnebner).

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.