Escherndorf
Gewichtheben

Ulrike Zehner ist Deutsche Meisterin der Frauen

Sieben deutsche Rekorde und drei Goldmedaillen holte die Escherndorfer Gewichtheberin Ulrike Zehner bei der Deutschen Meisterschaft der Frauen in Roding.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ulrike Zehner (Mitte).  Foto: ZehnerGanz  oben auf dem Podest bei der "Deutschen": die Escherndorferin Ulrike Zehner (Mitte).  Foto: privat
Ulrike Zehner (Mitte). Foto: ZehnerGanz oben auf dem Podest bei der "Deutschen": die Escherndorferin Ulrike Zehner (Mitte). Foto: privat
Nach Bekanntgabe der Teilnehmerinnen rechnete sich die für den Athletenclub (AC 82) Schweinfurt startende Zehner keine großen Chancen aus, musste sie doch in der Klasse bis 48 Kilo gegen gleich drei Starterinnen aus der 2. Bundesliga antreten. Die Vereinsmeisterschaft des Athletenclubs als letzter Testwettkampf vor zwei Wochen lief noch bestens, das Training danach bis zur "Deutschen" war jedoch eher durchwachsen. So fuhr die Schweinfurterin mit gemischten Gefühlen nach Roding.
Doch es sollte der krönende Abschluss für sie werden. Nach ihren diesjährigen Erfolgen bei den Masters, Altersklasse 1 - Bayerische-, Deutsche-, Europa-, Weltmeisterin und Masterin des Jahres - konnte sie in Roding zeigen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehört.

Vorsprung noch ausgebaut

Zehner verlangte für ihren ersten Versuch 48 kg im Reißen, ihre ärgste Kontrahentin Sandra Martin
(Chemnitzer AC) 49 kg. Zehner und Sandra Martin ließen für die zweiten Versuche 51 kg auflegen. Zehner bewältigte diese Last, Martin jedoch nicht. Damit holte sich die Escherndorferin die Führung. Martin wiederholte und bewältigte nun ebenfalls 51 kg, konnte jedoch auf Grund ihres höheren Körpergewichtes ihrer Kontrahen-tin den Titel nicht mehr nehmen. Die Schweinfurterin nutzte ihren dritten Versuch, um den Vorsprung noch etwas auszubauen und ging an 52 kg, welche ebenfalls gelangen.
Spannende Duelle um die Medaillen lieferten sich die Athletinnen auch im Stoßen. Den Kampf um Gold begannen Zehner und Martin mit gültigen 62 kg. Erstere bewältigte auch den zweiten Versuch mit 65 kg. Martin wollte ihren Rückstand aus dem Reißen aufholen und verlangte für ihren zweiten Versuch 67 kg, die sie gültig heben konnte und damit die Führung im Stoßen und Zweikampf übernahm. Die Escherndorferin ließ sich für ihren letzten Versuch ebenfalls 67 kg auflegen und holte sich mit einer gültigen Hebung die Führung zurück. Die Chemnitzerin ging an 69 kg, konnte die Last auch umsetzen, jedoch nicht ausstoßen. Der Meistertitel im Stoßen ging damit ebenfalls an Ulrike Zehner.
Erstmals nach dem Sieg im Jahr 1999 stand Ulrike Zehner bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen ganz oben auf dem Treppchen. Sie holte mit 119 kg Zweikampf-Gold, vor Sandra Martin mit 118 kg.

Erster Titel für Bayern

Für den Landesverband Bayern errang die Athletin des AC Schweinfurt den ersten Titel bei den zweitägigen Titelkämpfen in Roding und steuerte 28 Punkte zur Mannschaftswertung bei. Am Ende gewann Bayern die Länderwertung mit 516 Punkten, vor Sachsen (506 Punkte) und Baden-Württemberg (446). Schlusslicht auf Rang 13 war Bremen mit 20 Punkten. Damit nicht genug. So ganz "nebenbei" konnte Ulrike Zehner acht neue Bayerische sowie sieben Deutsche Rekorde bewältigen. "Ein bisschen ärgert es mich schon, dass ich zwar den Europa-Rekord der Bulgarin Svetla Damyanova von 65 kg im Stoßen um zwei Kilogramm überboten habe, eine offizielle Verbesserung jedoch nur auf internationaler Bühne möglich ist", meinte Zehner. Sie merkte jedoch mit einem Lächeln an: "So habe ich zumindest noch ein Ziel für das kommende Jahr".
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren