FUSSBALL: A-KLASSE 4 SW

Torwart Nuß ist schwer zu knacken

Was macht ein Spielertrainer, wenn er keinen Torwart mehr hat? Er schult um. Wie nun in Altenschönbach geschehen.
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Dominik Nuss, Spielertrainer des SV Altenschönbach-Siegendorf, kniet sich auch als Torwart mächtig rein. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Er ist eigentlich gekommen, um in Altenschönbach Tore zu schießen. Doch seit einiger Zeit hat Dominik Nuß als Spielertrainer bei der Gemeinschaft aus Altenschönbach und Siegendorf genau die gegensätzliche Rolle eingenommen. Er steht im Tor seiner Mannschaft, die an diesem Sonntag erneut auf den Spitzenreiter SC Brünnau trifft. Vor nicht einmal einer Woche wurde erst das Hinspiel ausgetragen. Das Duell der beiden Prichsenstädter Stadtteile endete mit einem 1:1.

„Damit können wir zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit waren die Brünnauer öfters gefährlich vor meinem Tor, da hat man gesehen, dass sie individuelle Klasse besitzen. Im Rückspiel schaut es anders aus, Wir haben gesehen, wie sie spielen und unsere Schlüsse gezogen. Wir versuchen, es diesmal besser zu machen“, kündigt Nuß an, der mit seiner Elf aktuell schärfster Verfolger des Klassenprimus ist.

„Ich habe mir zwei Eier selbst ins Nest gelegt.“
Dominik Nuß

Dazu wäre es natürlich gut, wenn er selbst seinen Kasten sauber halten würde. Nicht so ganz glücklich war Nuß zuletzt mit seiner eigenen Leistung. „Über Ostern habe ich mir zwei Ostereier quasi selbst ins Nest gelegt“, sagt er über die Gegentore zuletzt gegen Volkach II und Brünnau. Beim Volkach-Spiel habe die Mannschaft „super reagiert“ und das 0:1 nach 66 Minuten noch in einen 3:1-Sieg umgewandelt. Auch in Brünnau lief Altenschönbach dem Rückstand hinterher, um noch auszugleichen.

Seit dem Hinspiel gegen Volkach II Mitte September – dem ersten Sieg seiner Elf im fünften Anlauf – hat sich der Spielertrainer selbst zwischen die Pfosten gestellt. Aus der Not heraus, „weil ich im Verein keinen Torwart hatte. Ich war früher gerne mal im Tor, in Mainsondheim habe ich mich ab und zu bei der zweiten Mannschaft rein gestellt, weil ich Lust darauf hatte“, verrät er. Altenschönbachs etatmäßiger Torwart Stefan Braun sei angeschlagen, habe Knieprobleme, also löste Dominik Nuß das an seiner ersten Stelle als Spielertrainer selbst.

Mittlerweile hat der gelernte Stürmer manchen Vorteil darin erkannt. Von hinten heraas könne er seine teils recht junge Mannschaft gerade in der Defensive führen, die Abwehr stabilisieren. „Das war teilweise wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen“, denkt er etwa an die 15 Gegentore an den ersten vier Spieltagen. Außerdem habe er von hinten einen guten Überblick, wie die Mannschaft sich taktisch verhalte, wo es einfach klemmt. Auf dem Spielfeld gibt er seine Erkenntnisse dann an Stefan Stöckinger oder Christian Krünes weiter. „Das funktioniert ganz gut“, meint Nuß.

So gut, dass es seit seinem Wechsel ins Tor in den 13 Spielen nur eine Niederlage gab. Die Mannschaft habe sich wieder gefangen, gerade nach dem vergangenen Jahr, wo sich die Gemeinschaft nach völlig verkorkster Vorrunde erst einmal mühsam aus dem Keller heraus arbeiten musste. Diese Runde lief langsam an, doch mittlerweile ist Platz zwei in der Endabrechnung durchaus machbar, oder? Dominik Nuß winkt ab. Vorgabe, oder gar Druck vom Verein gebe es nicht. „Wir haben noch einige heiße Duelle vor uns“, bleibt er vorsichtig.

Der Spielertrainer ist heute froh, dass er trotz einigem Zögern den Schritt ins Traineramt gewagt hat. In Altenschönbach sei es für ihn ein Vorteil gewesen, dass er unbekannt war. „Da hatte ich mit der Autorität keine Probleme.“ Leider endet seine (kurze) Zeit dort in wenigen Wochen wieder. Der Sport- und Fitnesskaufmann hat den Beruf gewechselt und kann künftig aus zeitlichen Gründen während der Woche nicht mehr Training halten. „Das ist schade, es war eine super Erfahrung und macht mir auch sehr viel Spaß. Vielleicht werde ich in ein paar Jahren wieder ins Trainergeschäft zurück kommen.“ In dieser Hinsicht färbte sein Vater Walter Nuß wohl doch etwas ab. Er hat bereits einige Jahre und Vereine als Trainer hinter sich im Gegensatz zum Sohn. Nun setzt Nuß darauf, dem SC Brünnau ein Schnippchen in Form der ersten Niederlage zu schlagen.

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