FUßBALL-MEISTER 2018/19 (I)

Thomas Beer und die fast perfekte Saison

In der neuen Saison tritt der SSV Kitzingen wieder in der Bezirksliga an. Die Runde verlief außergewöhnlich erfolgreich. Warum Trainer Thomas Beer trotzdem bremst.
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„Warm anziehen“ mussten sich Trainer Thomas Beer und sein SSV Kitzingen in der Kreisliga-Saison 2018/19 selten. Die Siedler wurden überlegen Meister und kehren in die Bezirksliga zurück. Foto: Foto: Hans Will

Der Blick auf die Zahlen zeigt es: Viel besser als beim SSV Kitzingen geht es nicht. In 30 Spielen bezog der Verein aus dem Kitzinger Stadtteil Siedlung nur eine einzige Niederlage, dazu blieben drei Unentschieden bei 26 Siegen. Der Blick auf das Torverhältnis (96:20) vervollständigt das Gesamtbild. Da mag selbst einer wie Thomas Beer, der den Ball meist recht flach hält, zustimmen. „Perfekt war es nicht, aber es war zumindest eine sehr gute Saison. Wir haben das Beste daraus gemacht “, fasste es der Trainer mit bescheidenem Unterton zusammen.

Für den einzigen Fleck auf der Weste sorgte ausgerechnet der ETSV Würzburg, eine Mannschaft aus dem Niemandsland der Tabelle. Ein Gegentor in der allerletzten Minute bescherte Ende November im ersten Rückrunden-Spiel daheim die 0:1-Niederlage, obwohl die Kitzinger zuvor die gesamte Spielzeit angerannt waren. „Aus meiner Sicht ist das nicht schlimm, so was kommt vor“, hatte Thomas Beer die einzige Saisonniederlage schnell abgehakt. Die Mannschaft tat das auch und zog ab der Winterpause noch einmal an. Ein 1:1 gab es am 17. März gegen Sonderhofen. Von da an folgten zehn Siege.

Der Meistertitel wurde bereits sechs Spieltage vor dem Ende klar gemacht, und das auch noch mit einem 3:1-Erfolg beim Lokalrivalen Bayern Kitzingen. „Darauf waren sie richtig heiß“, gesteht Beer. Zum ausgiebigen Feiern war auch er nach der Runde auf Mallorca dabei.

Sorgen um die Einstellung, dass es mancher etwas schleifen lassen würde, habe sich der Übungsleiter nie machen müssen. „Die Jungs bei Laune zu halten, war kein Problem. Das mit der Eigenverantwortung haben sie sehr gut gemacht. Entscheidend war, die Konzentration hoch zu halten“, lobt Thomas Beer seine Zöglinge.

Sein Ziel war nach dem unglücklichen Scheitern mit zwei Relegations-Unentschieden im Vorjahr schon, „dass wir es offensiv angehen. Platz zwei wollten wir zumindest behaupten“, blickt er zurück. Das Wort „Aufstieg“ spielte zumindest im Hinterkopf mit. Das Vorjahr hatte Spuren hinterlassen. „Wir wollten das abhaken und bei Null anfangen, einen Neustart machen.“

Zum Kader stießen mit Vincent Held, Jan Kleinschrodt, Luca Fischer und Jan Wagner (21) drei junge Burschen, die auf Anhieb zu Stammspielern wurden. Vincent Held holte sich mit 27 Treffern sogar die Torjägerkrone der Liga. Er wird trotz des Titels die Kitzinger verlassen und sein Glück beim Landesligisten FC Geesdorf versuchen. Ausgerechnet der talentierte Torjäger geht von Bord, zusammen mit Luca Fischer. Er tue sich schwer, das zu verstehen, müsse es aber, so Beer. „Ich finde es schade, ich hatte gehofft, beide bleiben noch ein Jahr.“

Dafür kommen mit Aljoscha Keßler und Marvin Funk mindestens zwei gestandene Kräfte, die den Kader in der neuen Umgebung verstärken sollen. In der Bezirksliga mitzuhalten, traut Beer seiner Truppe zu. Es werde sicher schwerer, doch die Siedler haben ein Korsett mit erfahrenen Leuten wie Steffen Metz, Dennis Ketturkat, oder Michael Kümmel, die wissen, was auf einen zukomme. Zu gerne würde Thomas Beer gegen den Lokalrivalen Bayern Kitzingen in der Bezirksliga kicken. Das ist aber noch fraglich.

Er selbst fühlt sich beim SSV wohl, dem Beer nach zwei Jahren Abstinenz wieder die Bezirksliga bescherte. „Ein super Verein, sehr familiär! Hier sind viele Leute mit Herzblut dabei, wie eine große Familie. Das ist top“, lobt der Bankkaufmann den Klub aus dem Kitzinger Stadtteil.

Was der Titel ihm selbst bedeute, zumal er so eindeutig an Thomas Beers Elf ging? „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Wenn du so eine Leistung mit deiner Mannschaft erzielen kannst, ist das schon was Besonderes. Das war schon überragend, das werde ich immer im Kopf behalten“, schwärmt er, landet aber gleich wieder auf dem Boden. Nun komme bald Bezirksliga und „das ist alles andere als Zuckerschlecken.“

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