Castell

Superschnelle Frauen beim Schwanberglauf

Fünf Läuferinnen knacken den bisherigen Streckenrekord aus dem Jahr 2000. Ein alter Bekannter siegt bei den Männern.
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Philipp Zabel (Mitte) war wieder einmal für die Konkurrenz Jürgen Wittmann (rechts) und Jörg Jülichs (links) beim Schwanberglauf unerreichbar.
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Das war eindeutig der Tag der Frauen. Mit 41:03 Minuten pulverisierte die Kenianerin Brenda Kebeya den bisherigen Schwanberglauf-Streckenrekord von Monika Hampel förmlich. Die hatte noch 43:46 Minuten im Jahr 2000 für die 10,4 Kilometer lange Strecke benötigt. Aber auch Franziska Krull (42:18), Alma Goller (42:51), Anke Friedel (43:18) und selbst die Fünftschnellste, Melanie Genrich (43:29), lagen noch unter der bisherigen Rekordzeit. Ein toller Lauftag also, der aber nicht nur Licht, sondern auch Schatten hatte.

Aber zunächst zum Sportlichen: Brenda Kebeya ist Kenianerin, Jahrgang 1992 und zu Besuch in Forchheim. „Übermorgen reise ich wieder zurück nach Kenia“ sagt sie und hat den Schwanberglauf halt mal so mitgemacht. „Ein guter Kurs“ sagt sie, auch wenn ihr der erste Streckenabschnitt mit dem steilen Anstieg doch schwer gefallen ist.

Ähnlich sieht dies Philipp Zabel, der, zum wiederholten Male, bei den Männern mit deutlichem Vorsprung vor Jürgen Wittmann und Jörg Jülichs Schnellster auf der Strecke zwischen Iphofen und Castell war. Auch er mag das Bergauflaufen eigentlich nicht so sehr und trainiert das gar nicht speziell. „Vor ein paar Tagen bin ich die Strecke mal abgelaufen, das war aber auch schon alles“, so Zabel. Und für seine Konkurrenten? Vorjahrssieger Jörg Jülichs dazu: „Bis Kilometer vier sind wir zusammen gelaufen, dann war Philipp unerreichbar.“ Was für ein Kompliment.

Einig waren sich aber alle: Die schnellen Zeiten sind vor allem dem Wetter geschuldet. Eher kühl als heiß, die Sonne immer wieder von Wolken bedeckt, beste Laufvoraussetzungen also. Das gilt natürlich auch für all die anderen 915 im Zeitmesssystem gelisteten Teilnehmer beim Schwanberglauf. Für alle eine große Herausforderung, egal ob in der Spitzengruppe im großen Mittelfeld oder ganz am Ende. Auch Klaus Hornig, Jahrgang 1936, ist wieder über den Berg geklettert. Er hat wohl noch keinen der 32 Schwanbergläufe verpasst. Wie viele Emotionen gerade der Schwanberglauf bei den Teilnehmern auslöst, das zeigen die Gesichter im Zieleinlauf: Freude, Stolz, Erschöpfung, Glück. – Alles ist zu sehen.

Der Schatten: Erstmals in den 32 Jahren des Schwanberglaufs mussten die Veranstalter die Bundesstraße in Castell komplett absperren und eine Umleitung von Birklingen kommend über Wüstenfelden und Greuth einrichten. Wer also vom Start in Iphofen möglichst schnell zum Ziel nach Castell kommen wollte, hatte einen erheblichen Umweg zu fahren – die ersten Läufer im Ziel waren kaum langsamer.

„Dieses Jahr hat es uns ereilt“ sagte Mitveranstalter Axel Girreser dazu. Denn jetzt warten die Veranstalter auf den Kostenbescheid des Landratsamts. Und der wird auch über die Zukunft des Schwanberglaufs entscheiden. Denn das Motto „Laufen für einen guten Zweck“ sollte nach wie vor erfüllbar sein.

3 300 Euro spendete das Veranstaltungsteam SBL Schwanberglauf im vergangenen Jahr an caritative Einrichtungen, alleine 2 000 Euro an den Förderverein Klinik Kitzinger Land. „Der Lauf findet wegen der Spenden statt“, so Girreser. Werden die Kosten für die Veranstaltung zu hoch, dann stimmt die Relation zwischen Aufwand und Ertrag nicht mehr. Ein Resümee wollen die Veranstalter in den kommenden Wochen ziehen.

Ergebnisse im Auszug

Männer: 1. Philipp Zabel (Reitclub am Schwanberg) 36:40 Minuten, 2. Jürgen Wittmann (LAC Quelle Fürth) 37:15, 3. Jörg Jülichs 37:29, 4. Esseyas Hadush (GERitrea) 37:35, 5. Johannes Arens (TG Kitzingen) 37:53, 6. René Amtmann (TSV Thüngersheim) 38:25 Minuten, 7. Wolfgang Seuling 38:26, 8. Alexander Finsel (TV 1848 Coburg) 38:39, 9. Carsten Schmidt (LG Hassberge) 39:04, 10. Bernd Dornberger (SV Altenschönbach) 39:41.

Frauen: 1. Brenda Kebeya 41:03, 2. Franziska Krull (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) 42:18, 3. Alma Goller (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) 42:51, 4. Anke Friedl (LAC Quelle Fürth) 43:18, 5. Melanie Genrich (SV Brackwede) 43:29, 6. Marina Scheckenbach (Stadtmarathon Würzburg) 45:02, 7. Sarah Hahn 45:20, 8. Luise Martha Anter (beVegt) 45:35, 9. Ursula Schürle (DJK Teutonia Gaustadt) 47:49, 10. Steffi Biener (Schoppenläufer) 48:00.

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