HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA MÄNNER

Stolperstein für den Tabellenführer

Der TV Marktsteft hat noch kein Spiel verloren und führt die Tabelle an. Betrachtet man die letzten sechs Spiele, gibt es aber eine bessere Mannschaft.
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Trainer Stefan Knötgen applaudiert seinen Schützlingen für ihre Leistungen in den letzten Wochen. Foto: Foto: Sterzbach

Zuletzt sechs Siege in Folge machen die Männer der HSG Volkach zu einer Art „Mannschaft der Stunde“ in der Handball-Bezirksoberliga. Zum Sprung nach ganz vorne wird es für den aktuellen Tabellensechsten in dieser Runde aber wohl nicht mehr ganz reichen. Dort steht der TV Marktsteft, der am Samstag zu den forschen Volkachern muss, um seine Spitzenposition zu verteidigen. „Zuhause werden wir mal sehen, was geht. Ärgern wollen wir sie auf jeden Fall“, freut sich HSG-Trainer Stefan Knötgen auf den Vergleich mit dem Klub, dessen Trikot er selbst acht Jahre lang trug.

Vor beinahe zehn Jahren, als Marktsteft zum letzten Mal in der Landesliga antreten durfte, mischte Knötgen dort als Kreisläufer noch selbst mit. Natürlich kenne er in Marktsteft den einen oder anderen. Ganz so hoch hängen mag Knötgen das mit dem Ex-Verein aber nicht. Für seine Volkacher ist es einfach ein besonderes Spiel, weil es gegen den Tabellenführer geht. Dabei wird die HSG durchaus mit breiter Brust auflaufen. „Wir haben einen guten Lauf und können uns momentan nicht beschweren“, schaut der Trainer auf die erfolgreichen letzten Wochen.

Warum es derzeit funktioniert, weiß Knötgen. Die Mannschaft trainiere seit einiger Zeit komplett und engagiert. Das zeige eben Wirkung. Anfang der Runde sei das nicht so gewesen. Deswegen verlief der Start mit 3:9-Punkten eher mäßig. Jetzt stehen 15:9-Zähler zu Buche, auch dank des Engagements der Spieler. Zudem musste der Trainer zuletzt kaum Verletzte beklagen. „Die Mannschaft setzt die Trainingsarbeit um. Die Abläufe, die wir seit gut zwei Jahren üben, sind mehr und mehr gefestigt.“ So wurde aus dem stark abstiegsbedrohten Team nun ein Ensemble, dass sich nun eher nach oben orientieren kann.

„Halt, so einfach geht das nicht“, bremst Knötgen. „Ziel ist immer noch, den Abstieg so schnell wie möglich abzuwenden. Wir sind auf gutem Weg, aber wir haben im Vorjahr gesehen, was passieren kann, wenn sich drei oder vier Stammkräfte in kurzer Zeit verletzen und ausfallen“, hebt er den Zeigefinger.

Insgesamt wähnt Knötgen seine HSG aber auf dem richtigen Weg. Aktuell müsse man versuchen, gegen Marktsteft den Lauf der letzten Wochen mitzunehmen, befreit aufzuspielen. Dann könne der Titelfavorit ruhig kommen. Unschlagbar sei die Truppe von Vilo Vitkovic nicht. Drei Punkte (Unentschieden gegen Partenstein, Rimpar II, Rödelsee) hat der Spitzenreiter bereits gelassen. „Marktsteft steht eher unter Druck, als wir. Die werden schon etwas Respekt vor uns haben“, blickt er voraus. Im Hinspiel hielt Volkach am zweiten Spieltag beim 21:26 über weite Strecken gut mit, obwohl mit Kai Baumann, Michael Hübner und Sebastian Seitzer drei Mann aus der Stamm-Sechs fehlten.

Diesmal muss bei Knötgens Volkachern wohl Christian Hering passen, ansonsten sind alle an Bord. „Wir haben 14 Spieler, plus zwei. Wir sind quasi doppelt besetzt, man sieht fast keine Unterschiede, wenn wir wechseln. In der Lage ist kaum eine Mannschaft in der Bezirksoberliga“, nennt der Trainer einen weiteren Volkacher Vorzug.

Marktsteft hält er weiterhin für den Aufstiegskandidaten. Die dortige Entwicklung überrascht den HSG-Trainer nicht. Das sei seit Jahren eine gestandene Bezirksoberliga-Mannschaft, da stehe einiges dahinter. „Mit den Neuen aus Rödelsee konnten sie das angehen, wo sie seit Jahren wieder hin wollten: In die Landesliga.“

Diese Spielklasse anpacken oder zumindest einmal ganz oben in der Liga mitmischen, traut der im zweiten Jahr an der Mainschleife tätige Knötgen den Volkachern durchaus zu. Allerdings spielten viele Faktoren mit rein. „Zieht die Mannschaft mit? Wie läuft es beruflich? Können sie trainieren?“ Potenzial sei bei der HSG für die Zukunft in jedem Fall vorhanden.

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