Großlangheim
Triathlon

Stefan Preller will einmal in Roth finishen, Peter Röder hilft ihm dabei

Peter Röder hat den Traum vom Profi-Triathleten abgehakt. Er will aber dennoch künftig mit seinem Hobby Geld verdienen. Jetzt coacht er erst einmal Stefan Preller, der wie einst Röder den Challenge in Roth bewältigen will.
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Stefan Preller sitzt fest im Sattel. Gerade beim Radfahren muss er noch einiges aufholen, um beim Challenge in Roth erfolgreich zu sein. Foto: Preller
Stefan Preller sitzt fest im Sattel. Gerade beim Radfahren muss er noch einiges aufholen, um beim Challenge in Roth erfolgreich zu sein. Foto: Preller
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Hier endet eine Geschichte von Peter Röder, der vor zwei Jahren antrat, um seinen Traum vom Triathlon-Profitum zu verwirklichen. Zwei neue Geschichten beginnen. Die des Großlangheimers Peter Röder als Trainer und die seines Sommeracher Schützlings Stefan Preller, einer von drei Athleten, die Peter Röder mittlerweile betreut. Preller will am 14. Juli den Triathlon beim Challenge in Roth finishen. Genau der Wettbewerb, mit dem Röders Karriere begann - der Unterschied, Stefan Preller will es sich nur einmal auf der Langstrecke (3,8 Kilometer Schwimmen,180 Kilometer Radfahren und rund 42 Kilometer Laufen) beweisen: "Einmal im Leben muss ich die lange Distanz machen - nur in Roth."

Röder dagegen wollte sich in der Folge für den Hawaii Ironman qualifizieren und diesen durchstehen.
Er schaffte es: "Das waren zwei harte Jahre", sagt der nun
25-Jährige, gereift, aber nicht desillusioniert: 2011 die Wettbewerbe in Roth und Mexico, ein Jahr später auf Hawaii. Alles habe er dem untergeordnet und Gas gegeben "Das war zu viel. Irgendwann holt sich der Körper die Ruhe."

Unbedingt den Traum verwirklichen

Röder wollte unbedingt seinen Traum verwirklichen. "Ich stand voll dahinter. Dass es dann doch anders kommt, konnte ich nicht voraussehen. Das Ziel, mit meinem Hobby Geld zu verdienen, steht auch weiterhin." Wenn nicht als Profisportler, dann als Trainer und Betreuer. "Ich war richtig schlapp, das war früher nie so. Aber auch finanzielle Gründe, das war mit der Zeit zu teuer", begründet er seine Entscheidung.

Ein anderer Typ indessen ist sein Schützling, 30 Jahre alt, von Beruf Ausbilder für Wasserbau-Handwerker beim Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt - im Außendienst. Seit 2009 Triathlet, vorher sei er gerne gelaufen. "Zum Triathlon bin ich eigentlich gekommen, weil ich ein Mädchen kennen gelernt habe, dass genauso Triathlon-verrückt war, Anette Schantura aus Schwarzach. "Bei einem Fun-Triathlon, an dem wir beide teilgenommen haben, hat alles angefangen. Dann entschlossen wir uns, zusammen mit meinem Zwillingsbruder Marco, das ´Mainschleifen Power Trio´ zu gründen." Dessen Ziel sei es, einmal die lange Triathlon-Distanz zu probieren. "Jetzt sind wir auf dem besten Weg dahin". Stefan mit Trainer Peter Röder, Zwillingsbruder Marco und Anette ohne.

2012 erstmals zusammen

Es dauerte bis 2012, ehe Trainer und Schüler zusammenkamen. "Ich habe ihn nicht gekannt, obwohl ich in Großlangheim nur eine Straße weiter wohne", erzählt Stefan Preller, den es von Sommerach dorthin verschlug. Er habe von Röder nur aus der Zeitung erfahren. Erst als der eine Triathlon-Abteilung beim TV Großlangheim eröffnen wollte und Lauftraining anbot, war der 30-Jährige als einer der ersten dabei.

"Dann ergab es sich, dass Peter mir anbot, meine Übungspläne zu schreiben", freut sich Stefan Preller. Denn vorher habe er nie trainiert. "Vor einem Halbmarathon bin ich vielleicht drei-, vier Mal gelaufen - mit meinem Zwillingsbruder." Der hat das gleiche Ziel, übt aber nicht bei Peter Röder mit. "Wir vergleichen unsere Trainingsergebnisse nicht, aber der Konkurrenzkampf war schon immer da", so der 30-Jährige. Im Training sei es immer gut, wenn man einen habe, der das gleiche Ziel verfolgt. Röder ergänzt: "Und den gleichen Stand hat."

Augenmerk aufs Radfahren

Der Coach warnt aber: "Marco ist ein sehr guter Radfahrer, aber ein nicht so guter Läufer. Stefan ist ein nicht so guter Radfahrer, aber ein Superläufer." Er habe da Angst, dass sie zusammen Radfahren und Laufen. Also schreibt er die Trainingspläne: mit großem Augenmerk auf die Rad-Disziplin.

Rund zwei Wochen haben sie noch Zeit, diese zu üben. "Die Ausdauer hat er, es fehlt nur noch Kraft und Spritzigkeit", konstatiert Röder. "Das Radfahren ist das Härteste. Bis auf Hawaii hat jedes richtig weh getan", plaudert er aus dem Nähkästchen. Gerade die langen Einheiten brächten Power. Der nächste Satz klingt heftig und hat etwas Bedrohliches: "Er ist noch kein Radfahrer, danach wird er aber einer sein."

Und die anderen Disziplinen: "Das Laufen passt einfach. Nach dem Würzburger Halbmarathon habe ich schon geschluckt. Meine Bestzeit steht bei 1:24 Stunden und der Stefan läuft einfach so die 1:22 - schon eine Hausnummer." Preller sei als 16. des Gesamtfeldes und als Dritter in seiner Altersgruppe M30 - nur zwei Äthiopier vor ihm - ins Ziel gekommen. Auch das Schwimmen sei kein Problem mehr, nachdem der Ex-Sommeracher von Brust auf Kraul umgestellt hat. "Das macht er gut, 32 Minuten auf der Halbdistanz, das wären hochgerechnet auf die lange Strecke 1:04 Stunden", freut sich Röder.

Uneinig über die Zeit

Nicht ganz einig sind sich die Beiden über die Zeit, in der Stefan Preller finishen soll oder wird. Röder will ihn auch unter zehn Stunden sehen, sein Schützling hält das für "total utopisch". Dann soll´s halt unter elf Stunden sein, so der 25-Jährige: "Ich will ihn nahe an die zehn Stunden bringen. Bei einem guten Tag sind 9:59 drin", gibt der Coach nicht auf. Und da ist es wieder, das Radfahren: "Er muss da Gas geben. Auf diese Weise habe ich auch nur meine guten Zeiten erreicht. Da kannst du viel gutmachen."

Verpflichtung gegenüber Trainer

Aber eigentlich ist es Stefan Prellers Wille lediglich, "dass ich es schaffe. Wenn du selbst trainierst, hast du nur eine Verpflichtung dir selbst gegenüber. Jetzt habe ich eine Bringschuld dem Peter gegenüber." Er hätte ein schlechtes Gewissen, wenn er eine Einheit nicht wie vorgeschrieben einhält. "Ich bin dann schon unzufrieden, wenn ich nicht mein Soll erfüllen kann."

Und Röders Schützling wirft noch eine Disziplin in die Waagschale: "Das Mentale ist ein wichtiger Teil vom Triathlon. Sich selbst zu motivieren, zu pushen." Und die vielen Zuschauer würden den Athleten Adrenalin-Kicks verschaffen: "Das kann nur verstehen, wer das wirklich mitgemacht hat."

Der Trainer nickt. Beim Wettbewerb selbst muss aber Stefan Preller ohne seinen Coach auskommen. Der weilt auf Bali - in Urlaub. "Ich bin auch froh, dass ich weit weg bin. Wenn ich daheim wäre, würde ich mir in den A... beißen, weil ich nicht teilnehme." Stattdessen unterstützen Preller sein Bruder, eine Freundin seiner Freundin und eventuell seine Mutter.

Kein Zweifel am Gelingen

Und was wäre, wenn das Vorhaben des 30-Jährigen trotz aller Hilfe nicht gelingen würde: "Es gibt keine Zweifel daran, dass ich es nicht schaffe", sagt er bestimmt. Und danach, werden sich die Wege beider trennen?
"In der Laufgruppe sehen wir uns auf jeden Fall", meint Peter Röder. Sein fünf Jahre älterer Schüler ergänzt: "Ich habe mir noch keine Gedanken über die weitere Zukunft gemacht, aber ich werde nicht mehr so intensiv wie bisher weiter trainieren." Er investiere im Moment sehr viel Zeit, eine Woche sogar 26 Stunden, in den Sport."

Freundin hält Rücken frei

Seine Freundin Kathrin halte ihn den Rücken frei. "Alles ist bei mir bis Roth auf den Sport fixiert, während sie sich um die Hochzeitsvorbereitungen kümmert", lässt er die Katze aus dem Sack. Auch bei Peter Röder ist Freundin Denise dann an vorderster Stelle. "Das Ziel, mit meinem Hobby Geld zu verdienen, steht aber auch weiterhin. Ich habe keinen Bock, 40 Jahre lang was zu machen, worauf ich keine Lust habe", gibt Röder zu verstehen: "Wenn ich von etwas begeistert bin, dann fließt mein ganzes Herzblut rein."

Wie bei Stefan Preller: "Ich werde auch hinterher Triathlon machen, aber nicht in dieser Intensität. Die Langdistanz in Roth bleibt einmalig." Und mit einem Blick auf seinen Lehrer: "Die Ziele, die er hatte, werde ich nicht verfolgen, da bin ich zu weit auf dem Boden geblieben."





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