FUSSBALL: KREISKLASSE 2 SCHWEINFURT

Stadelschwarzach wieder überrascht

Auch nach dem Abstieg im Sommer steht die DJK schon wieder um einiges besser da als erwartet. Das wird langsam zur Gewohnheit für den Verein.
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Vom Erfolg überrascht: Alexander Ebert steht mit Stadelschwarzach an der Spitze der Kreisklasse. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Schneller als gedacht war das Abenteuer Kreisliga bei der DJK Stadelschwarzach wieder beendet. Eine Saison durfte der Klub aus dem Prichsenstädter Stadtteil für ihn bislang nicht gekannte Fußball-Gefilde erkunden. Dann war es auch schon vorbei. Doch die Mannschaft hat den Abstieg nicht nur aufgefangen, sie steht nach zwölf Spielen bereits wieder ganz vorne in der Kreisklasse. „Es ist super, dass es so läuft“, sagt in Torwart Alexander Ebert einer der Leistungsträger. „Aber auch etwas überraschend.“

So richtig wusste im Sommer niemand, wie das Team den Abstieg verkraften würde. Max Dietrich aus dem ohnehin nicht üppigen Spielerkader ist als wichtiger Offensivspieler weggefallen. Neuzugänge blieben bis auf Juniorenspieler Jonas Kleedörfer aus. Die Vorbereitung lief durchwachsen, und mit einem 3:3 bei Oberschwarz-achs Reserve folgte ein kümmerlicher Auftakt. „Ein Dämpfer zur richtigen Zeit. Mancher hatte zuvor gedacht, die Kreisklasse, das läuft so im Vorbeigehen“, sagt Ebert über den Beginn, der den Wecker bei der DJK offenbar klingeln ließ.

Denn bis jetzt, Anfang November, ist dieses 3:3 der einzige Punktverlust geblieben. Elf Siege später stellt der Torhüter fest, dass die Balance in der Mannschaft stimme. Sie hat 41 Tore erzielt, die meisten der Liga, und nur 16 Treffer zugelassen, die wenigsten der Klasse. „Die Mannschaft hat sich gefunden. Es sind einige Verletzte zurück, so dass wir auch auf der Ersatzbank noch Qualität haben“, erklärt Ebert vor dem Spitzenspiel an diesem Sonntag mitdem TSV Grettstadt. Der Tabellenzweite liegt nach knapp der Hälfte der Saison nur drei Punkte zurück.

Der Torwart, der mit seinen 29 Jah-ren neben den beiden Spielertrainern Felix Manger (30) und Peter Zay (36) schon zu den ältesten Spielern im Kader zählt, kann der vergangenen Saison trotz des Abstiegs manch Positives abgewinnen. „Wir sind in diesem Jahr Kreisliga um einiges gereift. Das merkt man jetzt bei der taktischen Ordnung auf dem Platz, aber auch in Sachen Cleverness. Wir sind in Reupelsdorf zuletzt trotz zwei Gelb-Roter Karten ruhig geblieben, haben das 1:0 heimgeschaukelt“, umschreibt Ebert die neue Qualität. Schöne Zeiten waren die letzten Monate in jedem Fall. Schon die Meisterschaft im Sommer 2016 vor dem VfL Volkach war für die DJK ein Meilenstein, mit dem keiner gerechnet hatte. Den Abstieg wollte der Verein vermeiden – am Ende war er Meister.

„Wir sind in diesem Jahr Kreisliga um einiges gereift.“
Alexander Ebert, Torwart DJK Stadelschwarzach

Das folgende Jahr Kreisliga sei ein besonderes gewesen für den Klub aus dem 500-Einwohner-Dorf, der nahezu nur einheimische Leute im Kader hat. Kaum einer – außer den beiden Spielertrainern – hatte zuvor höherklassige Erfahrung gemacht. Die Umstellung fiel nicht leicht, sagt Ebert. „Das ist ein ganz anderes Kaliber. Du musst plötzlich in jedem Spiel hundert Prozent Leistung bringen – egal ob es gegen den Ersten oder Letzten geht.“ Der Klassenverbleib wäre dennoch möglich gewesen für die DJK, der am Ende ein Zähler zum Happy End fehlte.

Dass es nicht reichte und postwendend wieder nach unten ging, sei weder für die Mannschaft noch für den Verein ein Drama gewesen, sagt Alexander Ebert. „Klar musste man sich am Stammtisch im Sportheim mal einen Spruch anhören. Aber richtig gemeckert wurde nicht. Wir konnten uns über die Unterstützung der Fans nie beschweren. Sie und der Verein haben die Kreisliga als Höhepunkt gesehen.“

Ob ab dem Sommer das zweite Kapitel Kreisliga folgt? Da ist Alexander Ebert noch zurückhaltend. Der Wiederaufsteig sei vor dieser Runde nicht unbedingt als Saisonziel ausgegeben worden. „Vielleicht kriegen wir eine Zugabe, reizen würde es schon“, gibt der Torhüter zu – auch wenn sich bei ihm die Prioritäten etwas verschoben haben, seit er im August stolzer Vater geworden ist. Neben der jungen Fa-milie und dem Fußball gilt es für ihn noch ein weiteres Hobby auf die Reihe zu bringen. Ebert spielt Tenorhorn bei der Stadelschwarzacher Musikkapelle. „Wenn beides gleichzeitig ist, wird Fußball vorgezogen“, betont der 29-Jährige.

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