FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Spritzig wird es in Abtswind erst später

Zum Abschluss bleibt Abtswind ohne Tor, weil selbst ein Foulelfmeter sein Ziel nicht findet. Zu feiern hat der Verein zum Saisonausklang dennoch etwas.
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Szenen wie bei einer Meisterfeier, dabei machen die Abtswinder nur ihren scheidenden Trainer Thorsten Götzelmann nass. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Mit einer Nullnummer gegen den TSV Ebenfeld hat der TSV Abtswind am Samstag die Landesligasaison abgeschlossen. Der Gast aus Oberfranken, der nun in die Abstiegsrelegation geht, durfte sich beim 0:0 über einen sehr glücklichen Punktgewinn freuen. Vor allem in den ersten 45 Minuten hatten sich die Abtswinder einige zum Teil hochkarätige Torchancen erspielt, die sie nicht zu nutzen wussten. Zu schlechter Letzt kam in den Schlussminuten noch ein vergebener Foulelfmeter dazu: Dominik Scheler war Abtswinds Carl Murphy unglücklich in die Hacken gefahren. Przemyslaw Szuskiewicz schoss den Ball zwei Minuten vor Schluss an den Pfosten.

Dass Abtswind kein Tor gelang, lag mitunter an Pech, an eigenem Unvermögen und am überragenden Gäste-Torwart Heiko Brückner. Er spielte für den am Finger verletzten Maximilian Reschke und zeigte mit seinen Paraden, dass sich der Ebensfelder Trainer Klaus Gunreben auf dieser Position nicht zu sorgen braucht, wenn seine Mannschaft nun in die Verlängerung der Saison geht, um die Klasse nicht schon nach einem Jahr wieder verlassen zu müssen.

Phasenweise unter Dauerbeschuss stand Brückner in der ersten Hälfte, als die Ebensfelder im Tempofußball Abtswinds teilweise ins Schwimmen gerieten. Zunächst parierte der Gäste-Schlussmann im Eins-gegen-Eins gegen Cristian Dan, der völlig frei auf ihn zugelaufen war (17. Minute), danach wehrte er mit tollem Reflex den Schuss Nicolas Wirschings aus dem Gewühl ab (27.). Und beim Versuch Patrick Gnebners aus zehn Metern, samt Nachschuss von Dan (30.) blieb Brückner ebenfalls Sieger. Ein wenig Glück benötigte er, als ein Kopfball Daniel Hämmerleins aufs Tor zuflog, den Ebensfelds Florian Häublein gerade noch kurz vor der Torlinie bereinigte (27.).

Im Angriff tat sich Ebensfeld auch diesmal schwer: Nur 38 Treffer sind dem Aufsteiger in 34 Spielen gelungen. Erst im zweiten Durchgang, als Abtswinds Schwung immer mehr abebbte, ergab sich die eine oder andere halbseidene Möglichkeit, aber nichts Zwingendes. Viel zu unkonzentriert waren die Abtswinder im Spiel nach vorne. „Wir müssen mindestens mit einem 2:0 in die Halbzeit, dann sieht es ganz anders aus“, meinte Thorsten Götzelmann am Ende seines letzten Spiels als Abtswinder Trainer. „Später hat man gemerkt, dass die Spieler im Hinterkopf hatten, es geht um nichts mehr.“ Dennoch hatten die Abtswinder Grund zum Feiern: Der Verein beging sein 60-Jähriges just an diesem Wochenende.

Für die Ebensfelder geht die Saison nun in die Verlängerung, doch das ist nichts Neues für die Oberfranken, die mit annähernd dem selben Kader in sechs Jahren von der Kreisklasse bis zur Landesliga emporgestiegen sind. Zum dritten Mal nacheinander müssen sie am Ende einer Saison in die Relegation.

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind – TSV Ebensfeld 0:0

Abtswind: Florian Warschecha; Christoph Hof- mann, Daniel Hämmerlein, Carl Murphy, Nicolas Wirth, Sven Gibfried, Jonas Wirth, Jörg Otto (87. Christoph Kniewasser), Przemyslaw Szuskiewicz, Patrick Gnebner (56. Michael Herrmann), Cristian Dan (69. Peter Mrugalla).

Ebensfeld: Heiko Brückner; Cristian Qinger, Thomas Stölzel, Simon Schug, Kevin Popp, Sebastian Amon (69. Dirk Lempa), Tommy Gründert, Dominik Kremer (49. Dominik Scheler), Yannik Gründel (27. Dominik Eideloth), Florian Häublein, Rainer Dierauf.

Schiedsrichter: Kevin Rösch (Veitsbronn).

Zuschauer: 200.

Gelbe Karten: Christoph Hofmann; Häublein, Qinger. Besonderheit: Szuskiewicz (Abtswind) schießt Foulelfmeter (verursacht an Murphy) gegen den Pfosten (88.).

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