BLSV

Sport-Fördergelder werden anders verteilt

Handball, Leichtathletik und Tischtennis leiden unter der Neuverteilung.
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Jörg Ammon, der Vizepräsident des Bayerischen Landesportverbandes, erläuterte den Vereinsvertretern des BLSV-Kreises Kitzingen die Neuverteilung der Fördergelder. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Beim Bayerischen Landessportverband (BLSV) gibt es einige Neuerungen, gerade was die Verwaltung und die künftige Verteilung von Fördergeldern für den Sportstätten-Bau betrifft. Um seine Vereine im Landkreis zu informieren, berief der Kreisverband Kitzingen eigens einen außerordentlichen Kreistag ein. Dabei brachte Jörg Ammon, der mittelfränkische BLSV-Bezirksvorsitzende und stellvertretende BLSV-Vorsitzende in Bayern den Vereinen näher, was es mit den Neuerungen auf sich hat.

Kitzingens BLSV-Kreisvorsitzender Josef Scheller fasste es später so zusammen: Mit der Erfassung der Daten komme „zwar viel Arbeit auf die Vereine zu, aber das ist zu meistern. Der BLSV ist weitblickend und vorausschauend und wartet nicht bis 2020. Bei 4,5 Millionen Mitgliedern kann man nicht schludern. Das ist der richtige Weg, es muss alles seine Ordnung haben.“ Nach anfänglicher Skepsis zu den Neuerungen sei er nun vom Sinn überzeugt.

Den interessanten Vortrag Ammons hörten sich Vertreter von 24 der insgesamt 127 im Landkreis eingetragenen Sportvereine im Gemeinschaftshaus in Schwarzenau an. Dort wurden außerdem die Delegierten zu dem im Herbst anstehenden Bezirkstag sowie zum außerordentlichen Verbandstag gewählt. Bei diesen Anlässen werden die Neuerungen dann abgesegnet.

Rund 12 000 Mitglieder, also Sportvereine, hat der Verband aktuell in Bayern und ist damit die größte Personenvereinigung im Bundesland. Dem Verband sind 54 Sportverbände angegliedert. Stärkster Verband ist der Bayerische Fußallverband mit 1,5 Millionen Mitgliedern, gefolgt vom Turnverband (750 000), sowie dem Tennisverband (350 000). Insgesamt sind 91 000 Übungsleiter registriert. Rund 450 Bauanträge gehen jährlich beim BLSV ein. Vor einigen Jahren waren es laut Jörg Ammon nur 150.

Im Blickpunkt stand der Wandel bei der Verwaltung des Verbandes. Künftig wird der Schriftverkehr von Papier auf Computer umgestellt. Dazu hat der Verband bereits ein Online-Portal für die Vereine erstellt. Das Programm laufe seit Januar 2015. Nun könne jeder Verein seine Bestände jährlich digital an den BLSV melden. Übungsleiter-Lizenzen, anstehende Ehrungen für Mitglieder und vieles mehr seien nun einfacher abrufbar. Auch Bauakten, wenn ein Verein etwas bauen möchte, laufen online.

Kritik äußerte Michaela Gahr an der Digitalisierung. Die zweite Vorsitzende des SV/DJK Schwarzenau monierte, dass es damit gerade für ältere Übungsleiter schwieriger werde, damit klar zu kommen. „Ich finde es schade, dass die Papierform gar nicht mehr möglich ist.“ Dem hielt Jörg Ammon entgegen, dass der BLSV mit der Zeit gehen müsse.

Zu den Finanzen erläuterte der stellvertretende Landesvorsitzende, dass der BLSV aktuell 11,4 Millionen Euro vom Freistaat Bayern erhalte. Dazu kommen die Mitgliedsbeiträge. Nun sei eine Umverteilung der 6,8 Millionen Euro geplant, die jährlich an die Sportfachverbände ausgeschüttet werden. Dem bisherigen System habe es, so Ammon, an Transparenz und an der Gleichbehandlung gemangelt. Es sei zudem rechtlich bedenklich.

Das neue wurde bereits juristisch geprüft. Es erfolge keine Kürzung, sondern eine Umverteilung des Geldes, je nach Mitgliederzahl des jeweiligen Verbandes. Dabei verzichte der Fußballverband aus Solidarität zu anderen Sportverbänden bereits auf 25 Prozent des ihm zustehenden Betrags. Weniger werde es künftig zum Beispiel für Handball, Leichtathletik oder Tischtennis geben. Der Bezirkstag sowie der außerordentliche Verbandstag der Vereine müssen das nun absegnen.

Im Anschluss an den Vortrag wurden die Delegierten zum Bezirkstag gewählt: Corinna Haardörfer, Birgit Hofmann, Hannes Kristmann, Alfred Mey, Liane Schenkel, Georg und Hannelore Stadelmann, Carolin Trabold, Gudrun Wellhöfer-Krutsch und Christian Ziermann. Beim Verbandstag vertreten Ute Braun und Christian Ziermann den Kreis Kitzingen.

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