MOTORSPORT: 24-STUNDEN-RENNEN

Spektakel in Spa ohne Kratzer am Auto

Mehr als neun Stunden sitzt Maximilian Götz bei seinem Gastauftritt am Steuer. Warum der legendäre Rennkurs in Spa für ihn bei Regen „noch einen Tick“ spannender ist.
Artikel drucken Artikel einbetten
Spektakel in Spa: Beim 24-Stunden-Rennen wird auch in der Nacht gefahren. Foto: Foto: Gruppe C GmbH

Die 24 Stunden von Spa-Francorchamps in Belgien boten auch in diesem Jahr alles, was zu einem der größten Spektakel im Langstrecken-Motorsport gehört. Das Wetter zeigte sich von seiner gnädigen Seite, bloß bei Nacht machte ein Regenschauer den Piloten das Leben schwer – nicht so Maximilian Götz. Der 31-jährige Uffenheimer hatte beim Saisonhöhepunkt des Blancpain GT Series Endu-rance Cup einen Gastauftritt im Mercedes-AMG GT3 für das Team Black Falcon.

Von Startplatz 38 aus war die Ausgangslage für Götz und seine drei Teamkollegen alles andere als rosig. Doch das Quartett machte einen riesigen Satz nach vorn und verbesserte sich um 26 Plätze. Dieses Wochenende startet Götz beim fünften Lauf des ADAC GT Masters 2017 auf dem Nürburgring. Im Interview, das uns Götz' Medienagentur zur Verfügung stellte, spricht der 31-Jährige über das Renngefühl in Spa.

Frage: Maximilian, ihr habt eine furiose Aufholjagd hingelegt. Was war da los und wieso seid ihr so schwer in die Gänge gekommen?

Maximilian Götz: Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten uns das Ziel gesteckt, den Sprung unter die besten Zehn zu schaffen. Leider ist uns das nicht mehr ganz gelungen. Das Feld im Endurance Cup ist einfach durchweg hochgradig besetzt. Wir haben in unserer Aufholjagd natürlich auch von dem einen oder anderen Ausfall profitiert. Dennoch: Die 24 Stunden waren für uns vollgepackt mit spannenden Zweikämpfen. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Sieg in der Pro-AM-Klasse und Gesamtrang zwölf. Es macht mich schon stolz, innerhalb von vier Jahren den Gesamtsieg und den Pro-AM-Klassensieg eingefahren zu haben.

Du bist neun Stunden und damit mehr als ein Drittel des ganzen Rennens hinter dem Steuer gesessen. Wie liefen deine Einsätze?

Götz: Ich hatte ja reihenweise Zweikämpfe. Am meisten Spaß hat es gemacht, gegen die etablierten Piloten im Endurance Cup zu fighten. Auch die teaminternen Duelle unter uns Mercedes-AMG Piloten waren klasse. Mit Daniel Juncadella zum Beispiel, den ich noch gut aus meiner DTM-Zeit kenne, das war klasse. Richtig gut geklappt haben diesmal die Überrundungen.

Alles lief fair ab, die anderen haben immer Platz gelassen, um sau-ber vorbeizufahren. Unser Auto hatte nach diesen 24 Stunden keinen einzigen Kratzer. So etwas gibt es selten, aber so muss es sein. Wir haben das vorher teamintern besprochen, dass wir keinerlei unnötiges Risiko eingehen sollen.

Der Regengott schien in den frühen Morgenstunden des Sonntags nur darauf gewartet zu haben, dass du wieder ins Auto steigst.

Götz: Das war vom Timing her nahezu perfekt. Wir hatten gerade den Fahrerwechsel – und natürlich gleich die Regenreifen montiert. Spa bei Regen ist noch einmal einen Tick spannender. Etwa die Hälfte des Feldes hat gepokert und blieb auf Slicks. Unsere Entscheidung war allerdings genau richtig. Denn ich habe gepuscht und dadurch an Boden gutgemacht. Bei Regen fühle ich mich einfach pudelwohl. Das hat man erst neulich gesehen in Suzuka bei der Blancpain GT Series Asia.

Du warst noch nie zuvor mit deinen drei Teamkollegen unterwegs. Wie lief die Zusammenarbeit?

Götz: Alle drei haben einen Top-Job gemacht. Darauf bin ich stolz, dass wir vom Fleck weg so stark performen konnten und so schnell zusammengefunden haben. Ich konnte bei meiner ganzen Erfahrung, die sich über die Jahre in Spa angesammelt hat, aus dem Vollen schöpfen. Das kam auch den Jungs entgegen. Wir funken auf einer Wellenlänge, das war für die Zusammenarbeit und das Ergebnis ganz wichtig.

Für dich geht es nun Schlag auf Schlag weiter: Schon am kommenden Wochenende steht das fünfte Rennen im Rahmen des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring an.

Götz: Der Nürburgring zählt zu meinen Lieblingsstrecken. Dort war ich bislang immer gut unterwegs. Auch mein Mercedes-AMG GT3 sollte dort gut funktionieren. Daher ist mein erklärtes Ziel die Pole Position. Und im Rennen wollen wir unbedingt wieder aufs Podium fahren, sofern wir unser Potenzial voll ausschöpfen können. Ich habe auf dem Nürburgring schon so einiges gewonnen. 2015 hatte ich mit den Plätzen fünf und sechs mit die besten Ergebnisse meiner Zeit in der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.