SKI ALPIN

Skifahren lernen zum kleinen Preis

Im flachen Ochsenfurter Gau gibt es einen Skiklub mit mehr als 800 Mitgliedern und 28 Skilehrern. Die Erfolgsgeschichte hat vor mehr als 30 Jahren begonnen.
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Die Riege der Büttharder Ski und Snowboardlehrer (von links): Matthias Kraupe, Christian Grünewald, Kathrin Altenburg, Gerd Metzger, Rainer Schnabel, Michaela Ulsamer-Hemm, Kerstin Spall, Melanie Schmitt, Rainer Metzger, Edgar Günzel, Johannes Floth, Albin Kemmer, Hans-Rainer Eck, Franz Kraupe, Tobias Schreck, Stefanie Kraupe, Anja Schreck, Franziska Floth, Stefan Zipf, Rita Mitnacht-Kraus, Rebecca Schreck, Verena Hlavacek, Lukas Kemmer, David Hasenfuß, Isabelle Altenburg, Hans-Dieter Floth, Florian Kraupe und Peter Kraupe. Auf dem Foto des Vereins fehlt Sebastian Hlavacek. Foto: Foto: Skiklub Bütthard

Richtig Ski zu fahren ist in Bütthard nicht möglich. Aber wie kommt es dann, dass der Sportverein aus dem Ort an der Grenze zwischen Unterfranken und Baden eine eigene Ski-Abteilung mit mehr als 800 Mitglieder unterhält? Eine Abteilung zudem, die sich auf 28 Ski- und Snowboardlehrer stützen kann, von denen drei Landesausbilder im Bayerischen Skiverband sind. Fast alles sind aktive Mitglieder aus Bütthard und der Umgebung, die sich auch noch in anderen Abteilungen des Klubs betätigen, wie man auf der Internetseite des SV erfahren kann.

Mehrmals im Jahr werden von der Abteilung Ski-Touren angeboten, die immer gut gebucht sind. Auch jetzt, über Fasching, sind die Büttharder zu ihrem Jahreshöhepunkt ins Ahrntal gestartet. In dem Skigebiet in Südtirol sind sie seit Jahren Stammgäste – diesen Freitagmorgen ging es los. Dort können auch Anfänger das Skifahren lernen. 25 Skikurse werden angeboten, die der Verein selbst ausrichtet – ganz ohne Zusatzkosten. Möglich machen dies die eigenen Ski- und Snowboard- Übungsleiter. Auf den Weg mit dem SVB in die Berge gemacht haben sich rund 230 Ski- und Winterbegeisterte. Kein Wunder, dass Franz Kraupe die Tage vorher noch schwieriger zu erreichen war als sonst.

Kaum zu Hause, klingelte das Telefon beim Organisator der Ski-Freizeit, der zugleich die Skiabteilung beim SV Bütthard 1983 gegründet hat – mit dreizehn weiteren Wintersportlern. Aus bescheidenen Anfängen wurde eine Erfolgsgeschichte.

Vom Gebirgsjäger zum Lehrer

Wie es dazu kam? Kraupe, mittlerweile Vorstand einer Bank, leistete in Mittenwald einst seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern und legte dort die Prüfung zum „Ausbildungsleiter militärischer Skilauf“ ab. Danach war er drei Jahre an einer Skischule aktiv. „Skifahren“, so seine Überzeugung, „muss zu günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis erlernbar sein, auch für Familien mit Kindern. Dieses Ziel steht bei mir heute noch ganz oben.“

Aus dieser Idee entwickelten sich Anfang der achtziger Jahre die ersten Skikurse. Damals standen fast lauter Anfänger auf den schmalen Brettern. Heute arbeitet der Skiklub Bütthard auf hohem (technischen) Niveau. „Der Einsatz von Videokamera, Slalom-Kippstangen oder Schlagschutz ist nicht mehr wegzudenken“, heißt es auf der Homepage.

Die Skiabteilung setzt bei den Kleinen an, mit Gymnastik für Kinder. Je nach Alter und Fitness können die Erwachsenen trainieren. Im Programm enthalten sind Waldläufe, Minitrampolin, Nordic Walking, Wirbelsäulengymnastik oder Konditionstraining: Es ist fast ein Fitness-Rundum-Paket, das die Skiabteilung anbietet. Neben dem Sport legt die Sparte Wert auf ein großes Rahmenprogramm. So tragen zum intakten Vereinsleben Aktionswochenenden, Fahrradtouren, Wanderungen, Weinprobe oder Sommernachtsfest bei.

Nicht ohne Stolz blickt Franz Kraupe auf das, was sich in 33 Jahren aus seiner Idee entwickelt hat. Diese Gemeinschaft, das Miteinander der Generationen gefällt ihm. „Es ist schon eine Bestätigung. Meine Motivation ist, dass man dabei viele interessante Menschen kennen lernt und Freundschaften oder wertvolle Beziehungen entstehen.“ Die Mühen und die Zeit stecke er gerne rein, auch die Freizeit. Meist schaut er sich die neuen Reiseziele für den Winter bereits vorab im Sommer an.

Noch ein alpiner Rennläufer

Einst konnten sich die Büttharder sogar einer alpinen (Ski-)Rennmannschaft rühmen, die den ein oder anderen Erfolg auf nordbayerischer Ebene feierte. Heute ist mit dem 14-jährigen Noah Hasenfuß aus Eichenbühl nur noch einer aktiv, der auf höherer Ebene Ski fährt. Als Ziel gab der Junge unlängst an, auch gerne Skilehrer werden zu wollen – wenn das nicht im Sinne von Franz Kraupe ist. Er hat die nächsten Touren bereits geplant: Mitte März geht es mit über 100 Teilnehmern nach St. Johann, und über Ostern mit 50 Aktiven zum Stubaier Gletscher.

 

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