FAUSTBALL: BUNDESLIGA

Segnitzerinnen verlieren Konzentration

Auch wenn Trainer Uli Lauck die beiden Niederlagen nicht überbewerten will, im Kampf um einen Endrundenplatz stehen seine Frauen jetzt mehr unter Druck.
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Einen durchwachsenen Spieltag erlebten Svenja Schröder und ihre Segnitzer Faustball-Kolleginnen. Foto: Foto: Hartmut Hess

Am Sonntag fielen die Frauen des TV Segnitz in der Tabelle der 1. Bundesliga Süd hinter den TV Unterhaugstett auf Rang vier zurück. „Es ist nix passiert, wir haben es weiter in unseren eigenen Händen, Rang drei und damit die Fahrkarte zur deutschen Meisterschaft noch zu ergattern“, wollte Trainer Uli Lauck dem Platzwechsel keine große Bedeutung zumessen.

Denn der TV Segnitz hat mit aktuell 16:8 Punkten nur auf den ersten Blick die schlechteren Karten gegenüber Unterhaugstett. Denn Unterhaugstett hat zwei Spiele weniger absolviert. Das sind das Hin- und Rückspiel gegen den verlustpunktfreien TSV Calw am kommenden Wochenende, samt einem Doppelspieltag. Normalerweise wird es dann am 30. Juni in Hirschfelde zu einem „Endspiel“ um den dritten Platz zwischen Segnitz und Unterhaugstett kommen. Nur der Sieger dieses „Endspiels“ darf dann bei der Endrunde um die nationale Krone mitmischen.

Im ersten Samstags-Spiel lieferten die Segnitzerinnen beim 3:0 über den SV Tannheim Maßarbeit ab (11:7, 11:7, 11:7). Da Lena Mark und Antonia Fuchs wegen Urlaub fehlten und Helen Gernet noch Rückenprobleme hat, kam Lotta Frank zu ihrem Erstliga-Debüt. Außerdem stand die ehemalige Bundesligaspielerin Kerstin Ebert für den Fall der Fälle parat. Die aus Eibach gekommene Weltmeisterin Svenja Schröder lieferte zuverlässig und neben ihr agierte Ursina Sagstetter auf Zweitschlag. Trainer Uli Lauck ließ die 16-jährige Lotta Frank auf ihrer angestammten Position hinten rechts spielen und daneben Tatjana Müller, für die deren Schwester Sophie Müller als Zuspielerin auftrat. Weit schwieriger gestaltete sich die nächste Aufgabe gegen den amtierenden Deutschen Meister TSV Dennach. Diese Begegnung entwickelte sich zu einem Angabenspiel, denn mit Svenja Schröder und der Dennacherin Sonja Pfrommer standen sich zwei Nationalspielerinnen gegenüber, die sich demnächst auch noch mit EM-Gold schmücken wollen. „Es ging jetzt darum, wer in der Abwehr den ersten Ball kratzen kann, und das waren gerade wir im ersten Satz“, kommentierte Uli Lauck den 11:9-Satzgewinn der Seinen. Ein Ball, der unglücklich doppelt ins Segnitzer Feld tropfte, gab dann – nach Meinung des Faustball-Übungsleiters – seinen Schützlingen einen Knacks und sie mussten die Sätze zwei und drei jeweils 7:11 abgeben.

„Wollen wir heute noch was reißen oder nicht?“, wandte sich Uli Lauck an seine Damen und setzte ein Zeichen, in dem er Helen Gernet brachte und die Müller-Schwestern ihre Positionen tauschten. Nach ausgeglichenem Beginn gelangen den Gastgeberinnen fünf Punkte in Folge, „Das war Frauenfaustball auf hohem Niveau“, schwärmte der Trainer vom Abschnitt des vierten Durchgangs. Sie zogen ihr Ding bis zum 11:8 durch und zwangen Dennach in den fünften Satz. Dabei ging aber Svenja Schröder, die fünf Sätze lang für die Angaben alleine und auch meist für die Feldschläge verantwortlich zeichnete, etwas die Puste aus. „Schade, dass sich die Mädels heute nicht belohnt haben“, bedauerte Uli Lauck, der sich zufrieden mit der Vorstellung seiner Damen zeigte.

Die Enttäuschung darüber hing den Segnitzerinnen am Sonntag in Obernhausen beim Vergleich mit dem TSV Calw noch nach. Uli Lauck brachte Kerstin Ebert zu ihrem Bundesliga-Comeback nach jahrelanger Pause. Von Beginn bemerkte der Trainer, dass seinen Spielerinnen zusehends die Konzentration abhanden kam und sie so eine leichte Beute für Calw waren. Mit jeweils 7:11 musste Segnitz Satz eins und zwei abgeben und bäumte sich im dritten Durchgang auf, doch beim 10:12 ließ Calw die letzten Segnitzer Hoffnungen schwinden. Nach der 0:3-Niederlage erledigten die Damen um Spielführerin Tatjana Müller die Pflichtaufgabe gegen den TV Obernhausen. „Diese Begegnung war unbequem zu spielen“, meinte Uli Lauck, dem nicht verborgen blieb, dass die Offensiv-Last nahezu alleine auf Svenja Schröder liegt. Mit 11:6, 13:11 und 11:6 setzte sich Segnitz 3:0 durch. Auf der Heimfahrt hatten sie genug Zeit, sich mental auf das „Endspiel“ vorzubereiten.

Bundesliga Süd Frauen Feld

 

SV Tannheim – TSV Dennach (DM) 0:3  
TV Segnitz – SV Tannheim 3:0  
TV Segnitz – TSV Dennach (DM) 2:3  
TV Obernhausen – TSV Calw 0:3  
TSV Calw – TV Segnitz 3:0  
TV Obernhausen – TV Segnitz 0:3  
TSV Pfungstadt – TSV Dennach (DM) 0:3  
SV Tannheim – TV Käfertal 3:2  
FSV Hirschfelde – SV Tannheim 0:3  
TSV Dennach (DM) – TV Unterhaugstett 0:3  
FSV Hirschfelde – TV Käfertal 3:1  
TSV Pfungstadt – TV Unterhaugstett 1:3  

 

 

1. (1.) TSV Calw 10 10 0 0 30 : 2 20 : 0  
2. (2.) TSV Dennach (DM) 12 10 0 2 32 : 10 20 : 4  
3. (4.) TV Unterhaugstett 10 8 0 2 25 : 11 16 : 4  
4. (3.) TV Segnitz 12 8 0 4 27 : 13 16 : 8  
5. (5.) SV Tannheim 14 6 0 8 20 : 31 12 : 16  
6. (6.) FSV Hirschfelde 10 4 0 6 14 : 23 8 : 12  
7. (7.) TV Obernhausen 10 2 0 8 10 : 26 4 : 16  
8. (8.) TV Käfertal 10 1 0 9 11 : 29 2 : 18  
9. (9.) TSV Pfungstadt 10 0 0 10 6 : 30 0 : 20  

 

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