FUSSBALL: POKAL

Schwarzach schwächelt bei Standards

Ein Elfmeter und ein Eigentor kosten den Kreisligisten den Sieg im Kreispokal-Endspiel. Vor allem der zweite Gegentreffer steht für das an diesem Tag fehlende Glück.
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Der Schwarzacher Tobias Schulz (rechts) wehrt sich mit Hand und Fuß gegen Lohrs Ugur Sen. Foto: Foto: Alexander Rausch

SC Schwarzach – TSV Lohr 1:2 (0:1). Deprimiert saßen die Schwarzacher Kicker nach dem Abpfiff auf dem Rasen in Schwarzenau und mussten zusehen, wie die Gäste aus Lohr ihrem Trainer Christian Schmitt nach der Pressekonferenz eine ausgiebige Bierdusche verpassten und ihren Sieg im Kreispokal-Finale feierten.

Trotz aller Enttäuschung nach der 1:2-Niederlage am Tag der Arbeit, grämen hätten sie sich nicht müssen. Das bestätigte Schmitt mit warmen Worten: „Kompliment an die Schwarzacher Spieler. Mich wundert es, dass sie nur Vierter in der Liga sind. Sie haben definitiv mehr drauf.“

Die Seinen hatten dem Druck der Gastgeber in der Schlussphase tapfer standgehalten und die Lorbeeren für eine zuvor sehr abgeklärte Leistung eingefahren. Mehr als Fabian Rabensteins geblockter Schuss wollte dem Sportclub nämlich in den letzten Minuten nicht gelingen. Zu gerne hätte SC-Coach Thomas Redelberger noch einen Elfmeterpfiff gehört nach Norman Morenos mutmaßlichem Handspiel im Strafraum.

Doch den gab es nicht, so dass der Trainer nur Worte des Glückwunsches an den Gegner zum verdienten Erfolg richten durfte. Die Lohrer, denen Redelberger zuvor die Favoritenrolle zugeschoben hatte, hatten die klareren Torchancen besessen und zumindest zweimal clever zugeschlagen.

Schon nach drei Minuten musste Schwarzachs Keeper Rene Schnur gegen Julian Genheimers Kopfball flink reagieren, um einen frühen Nackenschlag für die Seinen zu verhindern. Aykut Yalcins Nachschuss ging drüber (4.). Wenig später versuchte es Felix Kirchgeßner per Fallrückzieher, der Ball ging etwa drei Meter vorbei. Lohr schien schnell auf Betriebstemperatur, zumindest nach Fehlern der Hausherren.

Denn die Lohrer ließen die Schwarzacher das Spiel machen, sie lauerten auf Ungenauigkeiten im Spielaufbau oder Unzulänglichkeiten der SC-Defensive. Einer dieser Schnitzer führte nach einer Viertelstunde zum 0:1. Tobias Schulz konnte einen hohen Ball nicht klären und traf Jens Kirchgeßner beim Schussversuch im Strafraum am Fuß. Ugur Sen trat zum Foulelfmeter an und verwandelte sicher.

Der Treffer spielte den Lohrern in die Karten, denn die Blau-Weißen erwarteten den Gegner in der eigenen Hälfte und verteidigten konsequent. Vorne stifteten Sen und Kirchgeßner Unruhe. So auch, als Kirchgeßner angeschossen wurde, den abgeprallten Ball querlegte und Lohrs Alessandro Englert gerade noch geblockt wurde (29.). Wenig später jagte Kirchgeßner einen Eckball Sens knapp am Tor vorbei (34.).

Schwarzach hatte nur Halbchancen zu bieten: Simon Pauly verzog den Ball nach einer Ecke deutlich (43.) und auch Dominik Laudenbach scheiterte (45.). Redelberger sah seine Elf zwar aktiver als die Gäste, registrierte aber zugleich, dass ihr die zwingenden Aktionen vor des Gegners Gehäuse fehlten.

Auch nach der Halbzeit setzten die Lohrer den ersten Stich oder besser: Sie ließen setzen. Sens Eckball lenkte Schwarzachs Patrick Gusche ins eigene Netz. Ein weiterer Rückschlag für die bemühten Gastgeber, denen Sen nach einem Konter fast den Garaus gemacht hätte (54.). Doch dann berappelte sich die Heimelf, und bei verheißungsvollen Abschlüssen Nico Eichelbrönners (56.) und Fabian Rabensteins (64.) schnupperte Schwarzach am Anschlusstor.

Dies gelang in der 71. Minute Peter Link, der Nino Scheidlers Ablage verwertete. Es blieb bei diesem einen Treffer. „Wir haben viel investiert, hatten am Ende aber nicht das nötige Quäntchen Glück“, sagte Redelberger. „So tut es weh, ein Spiel nach zwei Standardgegentoren zu verlieren.“

Schwarzach: Schnur – Weckert, Bürkner, Gusche, Schulz – Keilholz, Scheidler – Eichelbrönner, Pauly, Laudenbach – Weber. Eingewechselt: Link (46.), Sillig (46.), Rabenstein (57.).

Tore: 0:1 Ugur Sen (16., Foulelfmeter), 0:2 Patrick Gusche (47., Eigentor), 1:2 Peter Link (71.). Schiedsrichter: Kuffer (Würzburg). Zuschauer: 280.

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