FUSSBALL: KREISLIGA 1 WÜRZBURG

Schwarzach macht sein Meisterstück

Was für ein Aufstieg: Zum zweiten Mal binnen eines Jahres springt Schwarzach eine Klasse höher. Von so viel Kühnheit hat nicht einmal der Trainer geträumt.
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Nass gemacht: Die Spieler des SC Schwarzach lassen bei der Meisterparty den Sekt spritzen. Foto: Foto: Alex Rausch

Der SC Schwarzach hat es wieder getan – diesmal sogar noch deutlich souveräner als im Jahr zuvor. Mit einem 4:1 (2:0)-Heimsieg gegen die Reserve des Würzburger FV hat sich der Aufsteiger drei Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft der Kreisliga gesichert. Damit verbunden ist ein weiterer Qualitätssprung – in die Bezirksliga. Seit dem siebten Spieltag thronten die Schwarzacher an der Spitze, am Samstag machten sie ihr Meisterstück im Stil eines Champions.

Die Vorarbeit hatten sie bereits in den vergangenen Wochen geleistet. Nach der überraschenden Niederlage Anfang März beim Tabellenletzten Margetshöchheim schüttelte sich der Aufsteiger kurz und holte dann zum grandiosen Gegenschlag aus. Neun Siege gelangen in den folgenden neun Partien. So fehlte gegen die Reserve des Würzburger FV nur noch der letzte Schritt, um den kaum für möglich gehaltenen Durchmarsch in die Bezirksliga zu vollenden.

Dabei konnten die Voraussetzungen kaum besser sein. Während die Gäste mit einer zusammengewürfelten Rumpfmannschaft und nur elf Spielern angereist waren, konnten SC-Trainer Wolfgang Schneider und sein Co Jan Hinrichs fast aus dem Vollen schöpfen. So startete die gleiche Formation, die vor Wochenfrist Verfolger Reichenberg in die Knie gezwungen hatte.

Dennoch nahmen die Gastgeber die Begegnung gegen die Zellerauer keineswegs zu leicht. Auch Schneider hatte vor „der individuellen Qualität der Einzelspieler“ des WFV gewarnt. Ein Appell, der bei seinen Spielern ankam, denn sie begannen hoch konzentriert und übernahmen gleich die Kontrolle. Dabei ließen sie den Gästen kaum Räume und schlugen ihrerseits eiskalt zu. Florian Soldner spielte auf Peter Link durch, und Schwarzachs Torjäger vollstreckte abgeklärt.

Früh hatten die Schwarzacher also die Nerven aller Beteiligten beruhigt. Julian Müsch legte kurz darauf mit einem Kopfball nach. „Der Spielverlauf hat uns natürlich in die Karten gespielt“, freute sich Schneider. „Wir machen gleich unsere ersten beiden Gelegenheiten rein.“ Seine Elf ließ auch in der Folge nicht nach. Während von den Würzburgern trotz engagierter Vorstellung kaum Gefahr ausging, hätten Franz Döring und erneut Peter Link die Begegnung noch vor dem Seitenwechsel entscheiden können. Doch beide verpassten knapp.

Als dann Dominik Laudenbach mit einem seiner seltenen Kopfball-Tore nach Dörings perfekter Hereingabe den dritten Treffer erzielte, schien alles den erwarteten Verlauf zu nehmen für die weiter dominierenden Schwarzacher. Link und Döring hatten gar die Möglichkeit, auf 4:0 zu erhöhen, scheiterten aber am Aluminium. Dass sich die Gastgeber allerdings keine Nachlässigkeiten erlauben durften, zeigte die Szene, die im direkten Gegenzug auf diese Doppelchance folgte. Tobias Bürkner unterlief einen Lupfer von Vasileios, und Adam Serdil verwertete trocken gegen den fast beschäftigungslosen Rene Schnur im SC-Tor.

Vasileios Vasileiou hatte gar den Anschlusstreffer auf dem Fuß, verzog aber einen Freistoß knapp. Würzburg schien nun besser ins Spiel zu kommen, nahm sich dann aber mit einer unnötigen Gelb-Roten Karte selbst den Wind aus den Segeln. So spielten die Schwarzacher letztlich abgeklärt zu Ende. Nach einer Ecke Soldners, die Markus Weckert scharf in die Mitte brachte, traf Franz Döring im Nachschuss zum 4:1. Nun konnte der Sekt allmählich aus dem Keller geholt werden.

Der starke Julian Müsch, erneut Döring per sehenswertem Schrägschuss und Tobias Schulz hätten sogar weiter erhöhen können. Am Ende sollte das Ergebnis aber keine Rolle mehr spielen, denn die Schwarzacher hatten sich nur ein Jahr nach dem Titel in der Kreisklasse auch die Krone in der Kreisliga aufgesetzt. „Der zweite Aufstieg in Folge ist einfach der Wahnsinn. Jetzt lassen wir es richtig krachen“, freute sich Julian Müsch, dem sein Trainer Wolfgang Schneider nur beipflichten konnte.

„Dass wir Meister werden, hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Besonders die Souveränität überrascht. Ich kann vor allen Beteiligten nur meinen Hut ziehen.“ Das tat symbolisch auch Würzburgs Trainer Christoph Buchholz, der seinem Gegenüber großen Respekt zollte. Respekt, den sich die Schwarzacher nun über zwei Jahre auf imposante Art und Weise erarbeitet, aber auch verdient haben.

Die Statistik des Spiels

SC Schwarzach – Würzburger FV II 4:1 (2:0)

Schwarzach: Rene Schnur; Tobias Schulz, Tobias Bürkner, Dominik Laudenbach (79. David Möslein), Markus Weckert, Franz Döring, Peter Link, Christian Unger, Julian Müsch, Florian Soldner (78. Nico Eichelbrönner), Bernd Keilholz (83. Alexander Lang).

Würzburg: Christoph Haupt; Christoph Buchholz, Jlija Vrdoljak, Daniel Baumann, Jakub Phouthavong, Christoph Höchtl, Vikram Ziegler, Marco Bausewein, Adam Serdil, Vasileios Vasileiou, Ahmed Bayik.

Schiedsrichter: Michael Kuffner (Würzburg).

Zuschauer: 250.

Tore: 1:0 Peter Link (9.), 2:0 Julian Müsch (14.), 3:0 Dominik Laudenbach (56.), 3:1 Adam Serdil (58.), 4:1 Franz Döring (71.).

Gelbe Karten: Weckert; Buchholz, Vrdoljak, Baumann, Höchtl, Bayik.

Gelb-Rote Karte: Serdil (Würzburg, 67., Betreten des Platzes ohne Erlaubnis).

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