FUßBALL: KREISLIGA WÜRZBURG 1

Scheider entscheidet Stadtderby

Der Trainer-Standpunkt macht's: Thomas Beer war mit dem Ergebnis, aber nicht mit dem Spiel zufrieden. Beim Kollegen Tim Reiner war es genau umgekehrt.
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Tom Reiner (Bayern Kitzingen, Mitte) nimmt den Ball vor Dennis Kuhmann (SSV Kitzingen) im gegnerischen Strafraum an. SSV-Torhüter Michael Kümmel (hinten, von links), Reiners Mitspieler Philip Schlarb sowie Luca Fischer und Fabio Vogel verfolgen den Zweikampf. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Nach elf Spielen führt der SSV Kitzingen ungeschlagen die Tabelle der Würzburger Kreisliga 1 an. Auch im Stadtderby gegen Bayern Kitzingen setzten sich die Siedler nach zähem Ringen in einer über weite Teile ausgeglichenen Begegnung mit 3:1 (0:0) durch. Das Spiel erfüllte nicht jederzeit die Erwartungen, die Kulisse mit mehr als 600 Zuschauern dagegen schon.

Bei den Hausherren musste Trainer Thomas Beer mit Sandro Köberlein, Florian Soldner, Leander Greubel und Steffen Metz im Stadtderby gleich mehrere erfahrene Akteure ersetzen. Fast mit ihrer Bestbesetzung traten dagegen die Kitzinger Bayern in der Siedlung an. Dem Trainerduo Tim Reiner und Thomas Hofmann fehlten mit Marcel Geitz, Christoph Hofmann und Angelo Koch nur drei in dieser Saison bereits mehrmals eingesetzte Spieler. Die Gäste versuchten, der Heimelf den Raum zum Spielen zu nehmen: Vor der defensiven Dreierkette verengten sie mit der Viererreihe um Philip Schlarb und Marco Endres auf den zentralen Positionen das Mittelfeld.

Einen frühen Schuss Tim Reiners lenkte die Abwehr zur Ecke. Erstmals eingreifen musste Torhüter Michael Kümmel nach einer Viertelstunde, als die Bayern mit Florian Gaubitz und Marcel Solick den Ball vor dem gegnerischen Tor laufen ließen und Philip Scharb zum Abschluss kam. Nicht eingreifen musste der Siedler-Schlussmann Mitte der ersten Halbzeit, als Tim Reiner von links in Richtung Tor aufgebrochen war, doch sein Schuss bereits im Ansatz von Verteidiger Felix Scheider abgewehrt wurde. Die meiste Zeit spielte sich das Geschehen zwischen den Strafräumen ab, denn beide Teams wollten nicht zu viel riskieren, nicht in Rückstand geraten.

Vor allem den gehemmten Hausherren war die Anspannung in dieser Partie deutlich anzumerken. Das stellte auch ihr Trainer fest: „Wir sind nicht ins Spiel gekommen, waren nervös, fast schon ängstlich“, fand Beer. Florian Rumpels Freistoß lenkte Szymon Phouthavong ins Aus, ansonsten kamen die Siedler in der ersten halben Stunde nicht vor das gegnerische Tor. Ihre größte Chance entstand, als Dennis Kuhmann fünf Minuten vor der Halbzeit nach einer Unachtsamkeit der Bayern in der Abwehr plötzlich vor dem gegnerischen Tor an den Ball kam, doch Torhüter Florian Nöth beseitigte die Gefahr. Das 0:0 zur Halbzeit entsprach den Leistungen.

Mit zwei Wechseln reagierte Beer nach der Pause auf „eines unserer schlechtesten Spiele in dieser Saison“. Nach einem Freistoß Vincent Helds von rechts gelangte Felix Scheider vor dem faustenden Nöth mit dem Kopf an den Ball, der flog dadurch zwar in Richtung Tor, doch prallte er noch vom verdutzten Fabian Kehrer ab und zum 1:0 ins Tor. Die Bayern organisierten sich nach der Einwechslung Sandro Especiosas mit zwei Stürmern neu, wodurch sie vor allem über Tim Reiner auf rechts zu mancher Gelegenheit kamen. Als er bis zur Grundlinie vorgestoßen war, lenkte David Bartsch seine scharfe Hereingabe zum 1:1 unglücklich ins eigene Tor. „In dieser Situation haben wir geschlafen, das darf eigentlich gar nicht passieren“, meinte Beer.

In einer zunehmend hektischeren, allerdings nie unfairen Partie erhitzte eine auf beiden Seiten umstrittene Entscheidung die Gemüter. Wegen Trikotziehens verhängte der Schiedsrichter einen Strafstoß gegen die Bayern. Diskussionen folgten, ehe Scheider diesen zum 2:1 verwandelte. Klare Worte fanden später auch beide Trainer: „Es war schade, dass das Spiel durch diese Entscheidung beeinflusst wurde“, erklärte Beer, und Reiner ärgerte sich: „Der Elfmeter hat uns den Stecker gezogen.“ Die Bayern stürmten in den restlichen Minuten nach vorne und öffneten dem Gegner jene Räume zum Kontern, die sie bislang erfolgreich zugestellt hatten.

Nachdem Florian Rumpel nach einem Zuspiel Dennis Ketturkats bereits die Latte getroffen hatte, nutzte Alexander Schmidbauer eine Flanke Rumpels zum 3:1. Während Beer mit dem Ergebnis zufrieden war, aber mit der Leistung seiner Siedler haderte, fand Reiner gerade im Auftreten seiner Bayern Trost in der Niederlage: „Ich bin dennoch zufrieden, denn wir befinden uns weiterhin in der Entwicklung. Die Ergebnisse sind dabei nicht immer auf unserer Seite.“

Die Statistik des Spiels

Fußball, Kreisliga Würzburg 1:

SSV Kitzingen – Bayern Kitzingen 3:1 (0:0)

SSV: Kümmel – Bartsch (75. Speda), Kleinschroth, Scheider, Vogel – Hornung (46. Fischer), Ketturkat – Held, Kuhmann, Rumpel (46. Schmidbauer) – Wagner.

Bayern: Nöth – Straßberger, Tom Reiner, Phouthavong – Gaubitz (63. Especiosa), Endres, Schlarb, Kehrer (53. Reuther) – Solick, Arayici – Tim Reiner.

Schiedsrichter: Di Filippo (Walsdorf).

Zuschauer: 615.

Gelb: Kuhmann, Schmidbauer; Tom Reiner, Solick.

Tore: 1:0 Felix Scheider (50.), 1:1 David Bartsch (67., Eigentor), 2:1 Felix Scheider (79., Foulelfmeter), 3:1 Alexander Schmidbauer (88.).

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder vom Kitzinger Derby unter

www.inFranken.de

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