HANDBALL: DRITTE LIGA OST MÄNNER

Rödelseer runter vom Sofa

Immer wieder sonntags: Rödelsee muss am Tag des Herrn nach Leipzig, und einem aus der Mannschaft passt dieser Termin so gar nicht.
Artikel drucken Artikel einbetten
TSV Rödelsee

Sonntagsspiele mag Radovan Suchy eigentlich gar nicht. Doch erneut muss er mit den Drittligahandballern des TSV Rödelsee just am Tag des Herrn antreten, und das auch noch im rund 330 Kilometer entfernten Leipzig und um 16 Uhr, was dem Trainer noch weniger passt. „Um diese Uhrzeit liegen manche schon auf der Couch und lassen das Wochenende ausklingen“, sagte Suchy, als er nach dem Heimspiel gegen Groß-Umstadt auf die Aufgabe angesprochen wurde.

Rödelsees Gegner LVB Leipzig hat sich mittlerweile auf Platz sieben hochgearbeitet und dürfte mit aktuell 21 Punkten kaum mehr in ernsthafte Abstiegsnöte geraten. In Rödelsee geht man dieses Thema mittlerweile etwas entspannter an, nachdem die Vereinsverantwortlichen dort bereits in der Weihnachtspause einen Schnitt gemacht haben. Trotzdem will Trainer Suchy holen, was noch geht mit seiner nun ganz jungen Mannschaft. Erfahrungen, aber auch Punkte sammeln, lautet die Devise.

Zählbares zu erwischen wäre auch vorige Woche gegen Groß-Umstadt möglich gewesen. Doch es gab ein 20:29. Wieder zeigten die Rödelseer eine über weite Strecken ordentliche Leistung, erst nach etwa 45 Minuten mussten sie den Gegner davon ziehen lassen. Die Kraft reichte nicht, zumal manche, wie Kapitän Andreas Paul, noch nicht zu hundert Prozent fit sind.

Paul durfte nur im ersten Durchgang ran und soll langsam herangeführt werden. Mit Dennis Orf plagt sich ein weiterer zum Leistungsträger gewordener Akteur seit Wochen mit Schulterproblemen herum. Dennoch ist er mittlerweile zum treffsichersten Rödelseer Schützen geworden. Dabei scheint es gerade im Angriff Probleme zu geben. In den letzten drei Partien kam der TSV nicht über 24 Treffer, was selten für einen Sieg reicht.

In der Vorrunde schlugen sich die Rödelseer beim 23:27 gegen Leipzig wacker. Der Gegner, die Sportgemeinschaft der Leipziger Verkehrsbetriebe, weist für das Jahr 2016 mit einem Sieg, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen keine überragende Bilanz aus. Allerdings muss man in Bad Neustadt erst einmal punkten, wie es Leipzig zuletzt gelungen ist. Der LVB ist übrigens eine Kooperation mit Leipzigs Bundesliga-Mannschaft vom SC DhfK eingegangen. Wohl auch gegen den TSV Rödelsee dürfte der eine oder andere Nachwuchsakteur des Bundesligisten im Kader sein.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.