Handball: dritte Liga

Rödelsee ohne Angst vor dem großen Namen

Der jüngste Sieg hat Mut gemacht: Auch beim Traditionsklub in Großwallstadt rechnen sich die Rödelseer wieder etwas aus - trotz der ungewöhnlichen Spielzeit.
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Beknien musste Großwallstadts Trainer Heiko Karrer seine Schützlinge beim Hinspiel im Sickergrund, damit es noch zum Sieg reichte. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Gibt der Sieg zuletzt gegen Gelnhausen dem TSV Rödelsee noch einmal einen Schub im Kampf um den Verbleib in der dritten Liga? Dazu sollten die Rödelseer an diesem Freitag (20 Uhr) bei keinem Geringeren als dem Traditionsklub TV Großwallstadt nachlegen.

Rödelsees Trainer Radovan Suchy ist vor der Partie vorsichtig, wenn es darum geht, eine Kampfansage zu formulieren. „Um noch einmal heranzukommen, müssten wir schon zwei, drei Spiele in Folge gewinnen. Wir müssen unsere Leistung von vergangener Woche erst einmal bestätigen.“ Beim 31:28 über Gelnhausen habe die Mannschaft ohne Druck gespielt – weil der Klub eher auf einen Neuanfang setzt als auf den unbedingten Verbleib in der dritthöchsten Etage.

Etwas überrascht sei er schon von der Leistung gewesen, gibt Suchy zu, obgleich seine neuformierte Mannschaft die letzten Wochen „sehr gut trainiert“ habe. Einige Akteure wie Dennis Orf, Julius Weinhardt und Maximilian Häckner hätten einen herausragenden Tag erwischt. Zudem habe sich gezeigt, wie wichtig ein Linkshänder im Spiel sei. Das sehe man aktuell auch bei der Europameisterschaft.

Für Rödelsee besetzte Marius Olbrich die Rechtsaußen-Position, und dort gefiel der Jüngling nicht nur wegen seiner drei Treffer. „Er ist wieder an Bord, hat das wirklich sehr gut gemacht“, sagt Suchy. Nach zwischenzeitlichen Differenzen mit dem Trainer ist das 19-jährige Talent, das erst vor der Runde zum TSV stieß, wieder im Kader. Dafür fehlte Kapitän Andreas Paul, der länger pausieren muss. Der Spielmacher laboriert an einem Sehnenanriss im rechten Ellbogen, „er kann weder werfen, noch trainieren. Wir geben ihm Zeit, damit er das auskuriert“, sagt Suchy.

In Großwallstadt weiß der Trainer, wie schwierig die Aufgabe ausfallen werde. „Wir gehen natürlich in jedes Spiel, um unser Bestes zu geben.“ Ob der große Name die Rödelseer beeindrucken werde? Er sieht seine Mannschaft als Außenseiter, „aber in dieser Liga kann jeder jeden schlagen“. Das ist die Hoffnung, die er hegt. Es gelte abzuwarten, wie sich seine Mannen auf die ungewohnte Spielzeit Freitagabend einstellten.

Dass sich der siebenmalige Deutsche Meister aus Großwallstadt steigern werde im Vergleich zum Saisonstart, damit hat Suchy gerechnet. In Heiko Karrer habe der Verein einen namhaften Trainer, der höhere Ansprüche verfolge. „Ich habe schon nach unserer Vorrunden-Niederlage gesagt, dass sich bei ihnen noch etwas tun wird. Sie haben ein Handball-Leistungszentrum dahinter. Da kann immer einer auftauchen und einen guten Tag erwischen“, verweist der Slowake auf die Möglichkeiten am Untermain.

Zuletzt ließen die Großwallstädter, die in der Tabelle acht Punkte vor dem TSV Rödelsee auf Rang neun liegen, mit einem 28:23-Sieg in Bad Neustadt aufhorchen. Dabei gelangen dem 18-jährigen, bisher weniger bekannten Rückraumakteur Dennis Weit satte elf Treffer. Der TVG hat um die beiden bundesligaerprobten Jens Tiedtke (35) und Florian Eisenträger (24) ein Team mit zumeist jungen Kräften formiert, die den Traditionsklub wieder nach oben bringen sollen.

Einen kleinen Anteil verbuchen die Großwallstädter am aktuellen Höhenflug der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Polen für sich. Sie schickten Glückwünsche an die Mannschaft, aus der sieben Spieler schon einmal das Großwallstädter Trikot trugen. Torwart Andreas Wolff, Jannik Kohlbacher und Eric Schmidt haben sogar die TVG-Jugendakademie durchlaufen.

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