SCHACH: LANDESLIGA NORD

Noch sind die Kitzinger nicht matt

Ein Orakel beziffert die Chancen der Kitzinger auf den Klassenverbleib auf 78,8 Prozent. Was passieren müsste, dass sie den Abstieg doch noch vermeiden können.
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Eine knifflige Aufgabe erwartet Matthias Basel und die Kitzinger Schachspieler am letzten Spieltag der Landesliga. Foto: Foto: Michael Kämmerer

Wenn es um die Chancen des Schachclubs Kitzingen geht, am letzten Spieltag noch den Verbleib in der Landesliga zu sichern, dann lässt sich das von Fachleuten exakt kalkulieren. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir absteigen, liegt bei 78,8 Prozent. Das hat jemand so ausgerechnet“, sagt Matthias Basel mit Blick auf die Internetseite „LigaOrakel.de“. Aber seiner Mannschaft bleibe ungeachtet dessen eine theoretische Chance.

Das Portal „LigaOrakel“ berechnet der Beschreibung zufolge die möglichen Endplatzierungen der Mannschaften in den einzelnen Staffeln. „Das LigaOrakel kann dann ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Mannschaft auf- oder absteigt“, heißt es dort. Das Programm wird auf der Seite so beschrieben: „Ausgehend von den aktuellen Tabellen berechnet es 100 000 mögliche Saisonverläufe. Es berücksichtigt dabei die verfügbaren Rating-Informationen, die bisherigen Leistungen in der Liga, das Restprogramm und natürlich die erzielten Punkte.“

Allerlei Rechenspiele

So viel zur grauen Theorie, die Praxis erklärt Basel wie folgt: Seine Kitzinger, die mit vier Punkten Neunter der Landesliga sind, müssten wohl gegen den Tabellenersten von Norris-Tarrasch Nürnberg gewinnen, weil die direkt vor Kitzingen in der Tabelle rangierenden und einen Punkt besseren Klubs aus Forchheim und Marktleuthen gegeneinander antreten. Einigen sich diese auf ein schiedlich-friedliches Remis, dann sähe es ganz schlecht aus für die Seinen, so Basel weiter. Zudem könnte der Tabellenletzte Kötzting (4 Punkte) bei einem Sieg gegen den jenseits von Auf- und Abstiegszone liegenden TSV Bindlach sogar an den Kitzingern vorbeiziehen.

Was die Situation der Kitzinger angeht, bleibt Basel gelassen. „Ein Abstieg wäre keine Katastrophe. Wir sind seit fast zehn Jahren eine Fahrstuhlmannschaft.“ Zwischen der darunter liegenden Regionalliga und der Landesliga pendelten die Kitzinger mehrfach. Der Lift blieb in den letzten beiden Jahren etwas glücklich in der Landesliga stehen. Einmal stieg nur eine Mannschaft ab, beim zweiten Mal beging ein Kontrahent einen Fehler und musste deswegen runter.

Dass der Schachclub Kitzingen überhaupt in dieser Bredouille steckt, wäre eigentlich nicht nötig gewesen, meint Basel. „Es war eindeutig mehr drin für uns, wir haben einige Punkte leichtfertig verschenkt“, sagt er. Überhaupt würden zwischen Platz drei und neun im recht ausgeglichenen Klassement häufig nur Nuancen entscheiden. Basel zählt ein weiteres Handicap auf. Mit regelmäßig voller Besetzung hätte der SC keine Abstiegssorgen. „Von der Besetzung her gehören wir zu den Top-Teams, aber wir konnten nur zwei-, dreimal mit der besten Aufstellung antreten.“

Gehe es eine Liga runter, dann falle manch weite Strecke wie etwa nach Bad Kötzting weg, was auch nicht so schlecht sei. Eine Klasse weiter unten bleibe die Mannschaft zusammen, das stehe bereits fest.

Zuletzt machte bei Kitzingen der erst 16-jährige Markus Sendner Furore. Er brachte seinen Zirndorfer Gegner nach 103 Zügen zur Aufgabe und gewann die Partie. Sendner ist nach Basels Worten wohl der einzige jüngere Spieler, der in nächster Zeit nachkomme und in die künftige Mannschaft eingebaut werden soll. Sonst fehle es bei den Kitzingern an Nachwuchs.

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