FUßBALL: A-KLASSE WÜRZBURG 2

Neuer Anlauf nach Relegations-Tränen

Eine strittige Entscheidung kostete den SV Gaukönigshofen vielleicht den Aufstieg in die Kreisklasse. Deshalb startet der Verein einen neuen Versuch. Mit zwei Trainern.
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Alle hören auf sein Kommando: In dieser Szene sind es Ramon Barthel (links) und Micha Rienecker (rechts), die den Worten von Gaukönigshofens Trainer Tobias Werner lauschen. Foto: Foto: Alexander Rausch

Denkbar knapp scheiterte der SV Gaukönigshofen in der Aufstiegsrelegation am TSV Mainbernheim. Ein gehaltener Elfmeter sorgte dabei für mächtig Diskussionsstoff. Doch Ärger und Enttäuschung waren schnell verflogen. Schließlich hatten die Lila-Weißen eine herausragende Saison gespielt. An die möchte Tobias Werner, der sich den Trainerposten nun mit seinem ehemaligen Abtswinder Mitspieler Oliver Döring teilt, mit seiner Mannschaft anknüpfen.

Was wäre gewesen, wäre Anton Nagls gehaltener Elfmeter gegen Marco Hügelschäffer nicht zurückgepfiffen und der Schlussmann nicht mit gelb verwarnt worden? Womöglich hätten die Gaukönigshöfer das Relegationsspiel für sich entschieden und würden nun in der Kreisklasse kicken. Doch der Fußball ist kein Konjunktiv. Das Schiedsrichtergespann hat in diesem Moment so entschieden, und die Werner-Schützlinge unterlagen denkbar knapp mit 5:7 nach Elfmeterschießen. Die Enttäuschung der Kicker aus dem Ochsenfurter Gau war kaum in Worte zu fassen. Tränen flossen direkt nach Spielende.

Aber diese sind mittlerweile getrocknet, die Wut über die bittere Niederlage ist verflogen. Zumindest hat Gaukönigshofens noch am Knie verletzter Übungsleiter Tobias Werner diesen Eindruck: „Natürlich sprechen die Jungs ab und an noch drüber. Aber generell war es kein größeres Thema mehr.“ Mit dazu beigetragen hat aus Sicht des Übungsleiters auch die Verpflichtung von Oliver Döring als zweitem Spielertrainer, den Werner noch aus Abtswinder Zeiten kennt. Wie Werner wurde der 29-Jährige in der Vergangenheit mehrmals von Verletzungen gebeutelt und sucht nun im Trainergeschäft eine neue Herausforderung. Da kam die Anfrage aus Gaukönigshofen genau recht.

„Er ist auch ein Fußballverrückter, alleine eine Mannschaft übernehmen wollte er aber auch nicht“, freut sich Werner nun über die willkommene Unterstützung, sowohl auf als auch neben dem Feld. Dennoch sei das zunächst einmal eine Umstellung für die Truppe gewesen, die sich personell zwar kaum verändert, aber zwei wichtige Stützen der letzten Jahre verloren hat. Denn Johannes Hemm, der vergangene Saison nur eine Partie verpasste, möchte kürzertreten. Defensivspezialist Bastian Pürner arbeitet in Stuttgart und steht daher auch kaum noch zur Verfügung. „Beide hatten großen Anteil an der sehr guten Vorsaison und werden uns fehlen“, so Werner, der sich sehr angetan zeigt von der bisherigen Vorbereitung.

Aufgrund des kleinen Kaders integrierten die Gaukönigshöfer die vereinseigene U 19 mit in den Trainingsbetrieb und hatten somit stets rund 20 Kicker bei den Einheiten. „Die jungen Spieler können langsam reinwachsen, und der Sprung in den Herrenbereich ist später nicht so groß. Zudem haben wir damit immer eine sehr gute Gruppe und können den Spielern gutes Training bieten“, erklärt der 28-Jährige, der damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Und die Veränderung trägt Früchte. Denn Werner sieht die Seinen wesentlich weiter als noch zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Bei vielen sei eine Entwicklung zu sehen, selbst wenn das neue Konstrukt noch Zeit brauche, um besser zusammenzuwachsen.

Um diesen Prozess zu beschleunigen, schickte Werner seine Schützlinge auf Bergtour ins Zillertal und übernachtete mit ihnen in einer Alpen-Hütte. „In Sachen Teambuilding haben wir einiges gemacht“, setzt der frühere Abtswinder auch auf die Kameradschaft, die in einer engen Liga den Ausschlag geben könnte. Denn wieder werden sich mindestens eine Handvoll Mannschaften um die vorderen Plätze streiten. Dabei hat Werner vor allem die individuell gut besetzten Frickenhäuser auf dem Zettel oder die unbequemen Ippesheimer. „Wir sind ehrgeizig, und die Truppe hat Talent. Zu den Favoriten zähle ich uns aber nicht“, erklärt der Spielertrainer, der wieder eine spannende Runde erwartet. Um erneut eine gute Rolle spielen zu können, benötigt es in den kommenden Wochen aber einen besseren Start als vergangene Saison. Da holte der spätere Vizemeister aus sechs Spielen nur vier Punkte. Das soll diesmal nicht passieren.

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