MOTORSPORT: 24 STUNDEN AM NÜRBURGRING

Maximilian Götz: Ich liebe Situationen im Regen

Eine Strafzeit wirft Maximilian Götz und sein Team am Nürburgring zurück. Der Uffenheimer spricht im Interview über strategisches Denken und warum Regen ihn reizt.
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24h-Rennen Nürburgring
Maximilian Götz fährt im Mercedes AMG am Nürburgring nach einer Strafzeit noch auf Rang neun. Foto: Foto: Thomas Frey/dpa

Es hatte beinahe etwas Surreales an sich: Das 24-Stundenrennen auf der Nürburgring-Nordschleife drohte voriges Wochenende ohne Wetterkapriolen über die Bühne zu gehen. Das berüchtigte Eifelwetter ließ auf sich warten – und mit dem Regenschauer in der letzten halben Stunde dann doch noch die Köpfe am Kommandostand rauchen.

Der Uffenheimer Rennsportler Maximilian Götz und sein Haribo Racing Team bewahrten über weite Strecken der 24 Stunden „kühlen Kopf“, wie es in einer Pressemitteilung heißt, und belegten als Neunte noch einen Platz in den Top 10.

205 000 Fans waren in die Eifel gereist, um dabei zu sein bei einem der größten Spektakel im internationalen Langstrecken-Motorsport. Nach dem Podestplatz vor einem Jahr wollten es Götz und seine Teamkameraden Uwe Alzen, Lance David Arnold und Renger van der Zande im Mercedes-AMG GT3 erneut wissen. Allerdings war an eine Wiederholung dieses Erfolgs wegen einer Strafe gegen das Team nicht zu denken. Maximilian Götz spricht im Interview, das uns seine Medienagentur zur Verfügung stellte, über das schwierige Stillhalten in der Box und warum er gerne im Regen gefahren wäre.

Frage: Max, wie lautet dein Fazit nach dem diesjährigen 24-Stunden-Klassiker am Nürburgring?

Maximilian Götz: Es war zweifellos mein Jahreshighlight. Dass ich dieses Jahr bereits das dritte Mal für das Haribo Racing Team Mercedes-AMG an den Start gehen konnte, ist natürlich klasse. Nach den starken Leistungen der Vorjahre, allen voran dem dritten Platz 2016, wollten wir auch diesmal ganz vorne dabei sein. Ein Platz unter den ersten Fünf wäre möglich gewesen. Der beste Mercedes-AMG lag auf Position fünf. Das zeigt ja, wo wir bei einem sauberen Rennen hätten landen können.

Ihr habt in den Abendstunden eine Strafe wegen Nichtbeachtung von Flaggen-Signalen erhalten. Das erinnert an vergangenes Jahr.

Götz: Ja, die damalige Situation war ähnlich. Uns wurde eine Strafe von mehr als drei Minuten aufgebrummt. Das ist eine Dreiviertelrunde, in der du einfach nur in der Box stehst und verlierst, was du dir bis dahin aufgebaut hast. Es war einfach Pech. So etwas kann jedem passieren. Dennoch war uns klar, dass damit unsere Ambitionen auf eine Top-Platzierung zunichte waren. Uns war bewusst, dass das diesjährige 24-Stunden-Rennen über weite Strecken trocken bleiben würde. Da ist es kaum möglich, über einen strategischen Kniff so viel Zeit gutzumachen.

Das große Finale hätte kaum spannender sein können. Ihr habt bei einsetzendem Regen weiterhin den Slicks vertraut. War das im Nachhinein die richtige Entscheidung?

Götz: Davon bin ich überzeugt. Wir haben bei nasser Strecke ein Fahrzeug überholt, ein weiteres ist ausgeschieden. Lance hat bei den Bedingungen eine super Leistung gezeigt. Anders als im vergangenen Jahr saß ich diesmal leider nicht hinter dem Steuer. Ich liebe solche Situationen: Regen setzt ein und du beschließt, auf Slicks durchzufahren – das ist Racing. Da kannst du noch zeigen, wie gut du dein Fahrzeug beherrschst und es bei diesen schwierigen Verhältnissen um die Strecke bewegst. Dabei zeigst du als Rennfahrer, was du strategisch auf dem Kasten hast. Du denkst darüber nach, was das Reglement in diesem Fall sagt und wie du es in dieser Situation am besten auslegen kannst. Leider wurden wir früher abgewunken, weil wir nicht mit dem führenden Auto in einer Runde fuhren. Hätten wir einen weiteren Umlauf zur Verfügung gehabt, hätten wir uns um den einen oder anderen Platz verbessern können.

Als Nächstes steht jetzt das ADAC-GT- Masters-Rennwochenende auf dem Red-Bull-Ring vom 9. bis 11. Juni auf dem Programm.

Götz: Und darauf freue ich mich besonders. Diese Rennen auf dem Red- Bull-Ring sind immer etwas Besonderes, denn dort habe ich mein zweites Heimspiel. Die Atmosphäre dort ist großartig. Mein Fanclub wird da sein und ich freue mich schon, Zeit mit den Mädels und Jungs zu verbringen. Zudem sind einige Fan-Aktionen geplant. Am kommenden Wochenende habe ich aber erst mal frei. Ich werde es nutzen, um Freunde zu treffen und zu trainieren, um ideal für den Red-Bull-Ring gerüstet zu sein. Ich hoffe, wir können unseren Fans eine coole Show bieten.

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