HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA

Marktstefts Härtetest gegen Rödelsee

Trainer Raimo Wilde sieht sich und seine Marktstefter auf einem guten Weg. Ob der schon so gut ist, dass es für eine Hauptrolle im Titelkampf reicht?
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Marktstefts Trainer Raimo Wilde kann mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein, auch wenn dieser Blick etwas anderes vermuten lässt. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Dass Rödelsee und Michelfeld zum Start in die Rückrunde verlieren würden, hatte Marktstefts Trainer Raimo Wilde nicht erwartet: „Allerdings haben wir auch nicht auf die anderen geschaut, sondern achten nur auf uns selbst.“ Durch einen Sieg in Giebelstadt zog der TV Marktsteft an der Spitze mit dem Ortsrivalen SV Michelfeld gleich. Beide Konkurrenten liegen jetzt nach Punkten gleichauf und haben nur zwei der zwölf Spiele in der laufenden Saison verloren.

„Am Saisonanfang war der Druck größer“, findet Wilde vor den nun anstehenden Rückspielen gegen Rödelsee und Michelfeld. „In beiden Hinspielen waren wir trotz einer frühen Führung noch nicht selbstbewusst genug, um die Spiele noch zu gewinnen“, erinnert er sich. Mittlerweile seien die Mannschaft und ihr Trainer aber „zu einer besseren Einheit geworden“. Dass die Spieler seine Vorstellungen verinnerlicht haben und umsetzen können, stellte er auch wieder in der Vorbereitung fest, die bereits kurz nach dem Jahreswechsel mit einem individuellen Programm begann und vor zwei Wochen mit einem kurzen Trainingslager ihren Höhepunkt fand. Die zwei deutlichen Niederlagen gegen den ambitionierten Landesligisten aus Heidingsfeld ordnet Wilde als wichtige Etappen ein: „Das hat uns gezeigt, wo unsere Defizite liegen.“

Dass sich die Stefter gegen Giebelstadt noch von Wilde gezählte 21 Fehlwürfe erlaubten, deutet ihr Trainer sowohl als Abschlussschwäche als auch als Spielstärke, denn: „So viele Chancen muss man sich erst einmal erarbeiten.“ Da er das erste Spiel nach der sechs Wochen langen Winterpause als Standortbestimmung bezeichnet hatte, sieht er den bevorstehenden Vergleich mit Rödelsee als Härtetest: „Jetzt müssen wir zeigen, wo wir wirklich stehen, da wir gegen einen starken Gegner spielen.“ Den Vorjahresmeister erwartet er nicht nur motiviert, sondern auch personell gut besetzt: „Ich gehe davon aus, dass sie alle gegen uns spielen wollen. Sie haben das Hinspiel gewonnen und gehen daher für mich auch ins Rückspiel als Favorit“, verteilt Wilde die Rollen.

Die Gastgeber müssen dabei auf Außenläufer Gabor Csorba und Abwehrorganisator Jonas Schömig verzichten. Letzterer wird ihnen auch noch in den nächsten Spielen, also unter anderem im unmittelbar folgenden Ortsderby gegen Michelfeld, fehlen. Ob der angeschlagene Dennis Schmidt schon am Samstag wieder eingreift, ließ sein Trainer noch offen. Er weiß, dass er dennoch eine schlagkräftige Truppe auf die Platte bringen kann, die mittlerweile neun Siege in Serie erzielte: „Wir haben wie alle anderen Mannschaften schon die ganze Zeit mit Ausfällen zu kämpfen. Deshalb möchte ich auch jetzt nicht zu sehr darauf eingehen.“ Mit Marius Olbrich, 107 Tore, haben die Hausherren den drittbesten Werfer der Liga in ihren Reihen, Rödelsees bester Schütze Moritz Reichhard erzielte 79 Tore und steht hier an siebter Stelle.

Dass Marktsteft über den erfolgreichsten Angriff in der Bezirksoberliga verfügt, ist der Erfolg des Trainings. Bevor dieser eintrat, musste sich auch der Bundesliga-erfahrene Wilde umstellen: „Der Lernprozess ist ein anderer, die methodische Reihe läuft anders ab als bei den Profis.“ Er erkläre deshalb mehr, welche Absicht hinter einem Laufweg stehe. „Selbst die Nationalmannschaft hat keine richtige Auftakthandlung, sondern rennt einfach drauflos und wünscht sich, dass am Ende einer frei am Kreis stehen wird“, wunderte sich Wilde vor kurzem. Seine Marktstefter lobt er für ihre Bereitschaft, Neues anzunehmen und umzusetzen. An der Spitze möchte sich die Mannschaft nun behaupten, denn vorauseilen ist weitaus schöner als hinterherlaufen.

TV Marktsteft – TSV Rödelsee (Samstag, 20.30 Uhr)

Nicht nur Erik Großmann war die Verunsicherung anzumerken, die der Rückrundenauftakt der Rödelseer hinterlassen hat. Gegen die HSG Mainfranken gab es eine 27:33-Niederlage. „Dabei wollten wir die Hinspielniederlage wettmachen“, verrät der Mannschaftsbetreuer und Informant. Als Grund für das Ergebnis sieht er die falsche Einstellung. „Wir haben den Gegner auf die leichte Schulter genommen.“ Dies wird diesmal nicht passieren. Einer zusätzlichen Motivation bedarf es bei keinem Spieler. Der Name des Gegners sollte vor dem „Uralt-Derby“ genügen. Für Großmann sind die Marktstefter Favorit, „weil sie gut drauf sind“. Personell könnten seine Rödelseer aus dem Vollen schöpfen. Spielertrainer Radovan Suchy sei etwas angeschlagen, werde aber spielen, meinte Großmann.

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