FUSSBALL: KREISLIGA

Marktbreit steht vor einem Neuanfang

Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga muss sich die FGM neu ausrichten. Einige Leistungsträger sind gegangen, der Verein setzt auf ein früher so bewährtes Konzept.
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Auf Biegen und Brechen kämpften Daniel Mertins (links) und die Marktbreiter (hier gegen Carlo Barth von TuS Leider) um den Verbleib in der Bezirksliga – erfolglos. Foto: Foto: Hans Will

Alles Schöne geht einmal zu Ende. Das ist im Leben nicht anders als im Sport. Und so hieß es für die FG Marktbreit/Martinsheim im vergangenen Mai nach acht Jahren vorerst Abschied zu nehmen von der Fußball-Bezirksliga. Fast eine Dekade lang hatte sich die Fußball-Gemeinschaft erfolgreich in Unterfrankens höchster Spielklasse behauptet, auch gegen finanziell potentere Vereine.

„Da geht schon eine kleine Ära zu Ende“, sagt FG-Vorsitzender Joachim Hupp, der es als „herausragenden Erfolg“ und „Wahnsinn“ für seinen Verein bezeichnet, sich über so lange Zeit auf Bezirksliga-Niveau bewegt zu haben.

Ein bisschen Wehmut ist bei Hupp also schon zu spüren, dass der Klub die Reise nun nicht fortsetzen kann. Doch auf die Frage, wie sehr die Enttäuschung des Abstiegs noch nachhänge, sagt er: „Überhaupt nicht.“ Schließlich sei schon länger klar gewesen, „dass uns ein Umbruch bevorsteht“. Der sei nun in der Kreisliga leichter zu bewältigen als eine Etage höher. „Wir hätten die Klasse gerne gehalten, aber für die Entwicklung der jungen Spieler ist die Kreisliga sogar der bessere Ort“, ist der Vorsitzende sicher. Deshalb sei es auch für alle Beteiligten in Ordnung, so wie es gekommen sei.

In der Kreisliga wollen die Marktbreiter verstärkt auf die Jugend bauen. Manche Leistungsträger der vergangenen Saison wie Daniel Endres, Joachim Barthel oder Philipp Hoos haben den Verein nach dem Abstieg verlassen – an ihre Stelle sind vorwiegend Novizen gerückt, viele zwischen 18 und 20 Jahre jung. Der Altersdurchschnitt des Teams sinkt damit gleichermaßen wie die interne Erwartungshaltung.

„Wir hatten das Gefühl, dass wir etwas anderes machen müssen.“
Joachim Hupp zum Trainerwechsel vor der Saison

Das ist nicht etwa der fehlenden Qualität der Jungspunde geschuldet, sondern schlicht deren mangelnder Erfahrung. In der Vorbereitung sei zu spüren gewesen, dass die jungen Spieler Zeit bräuchten, sagt Hupp. Die Umstellung vom eher reaktiven Spielstil in der Bezirksliga auf einen proaktiven in der Kreisliga gehe eben nicht von heute auf morgen vonstatten. Auch deshalb gibt sich Routinier Hupp, der selbst weiterhin auf dem Platz stehen will, wenn er gebraucht wird, zurückhaltend in Sachen Saisonziel. Man nehme sich einen einstelligen Tabellenplatz vor, sagt der 35-Jährige. Konkret sei damit aber eher Rang sechs bis neun als eins bis fünf gemeint.

Dass sich Ex-Trainer Daniel Mache, von dem sich der Verein Anfang Juli überraschend getrennt hatte, mit diesem Ziel nicht identifizieren konnte, will Joachim Hupp nicht bestätigen. Mit dem sportlichen Abschneiden habe die Trennung nichts zu tun gehabt. „Nach Gesprächen mit den Spielern hatten wir einfach das Gefühl, dass wir etwas anderes machen müssen“, sagt der Vorsitzende. Mit Mache sei man aber „völlig im Reinen“.

Genau wie mit Christoph Spörer, Maches Nachfolger auf dem Marktbreiter Trainerstuhl. Spörer trainierte fünf Jahre lang die FG-Reserve, pausierte zuletzt aber und steigt nun bei der ersten Garde wieder ein. Ein Mann mit Stallgeruch also, dessen Verpflichtung für Hupp deswegen auch die „logische Entscheidung“ ist, um den Neuaufbau der Mannschaft zu moderieren und den Verein in eine verheißungsvolle Zukunft zu führen.

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