FAUSTBALL

Lauck und Schiffler strahlen mit EM-Gold

Zwei Segnitzer werden mit der U18-Auswahl Europameister im eigenen Land. Jetzt bereitet sich der deutsche Nachwuchs auf die nächste, ungleich schwierigere Mission vor.
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Die frisch gebackenen deutschen Faustball-Europameister (von links) Julian Schiffler, Janne Habenstein und Fabio Lauck Foto: Foto: Hartmut Hess

Ein vorzeitiges Geschenk hat sich Julian Schiffler vom TV Segnitz bereitet, der am vergangenen Mittwoch seinen 16. Geburtstag feierte: Er wurde Europameister mit der U18-Nationalmannschaft der Faustballer. Mit seinem Vereinskameraden Fabio Lauck und Janne Habenstein vom TV Oberndorf bildete er ein Unterfranken-Trio in der deutschen Auswahl. Auch wenn die Drei im Finale nicht auf dem Rasen standen, so bekamen sie während der EM doch ihre Einsatzzeiten. Am Ende durften auch sie den Pokal in die Höhe recken und wurden mit Goldmedaillen dekoriert.

Die beiden Segnitzer gehören seit drei Jahren zu den besten Fünf ihrer Jahrgänge hierzulande. Sie hatten ihr EM-Ticket kürzlich bei einem Vorbereitungslehrgang in Schweinfurt gelöst, wo auch Janne Habenstein auf den EM-Zug aufsprang. Im schleswig-holsteinischen Hohenlokstedt richtete der Fusionsklub TSV LoLa die Jugend-EM aus, und die drei Unterfranken feierten einen erfolgreichen Einstand beim 3:0-Erstrunden-Sieg über die Schweiz.

In der folgenden Partie mit Italien stand Fabio Lauck hinten rechts, daneben Janne Habenstein und davor Julian Schiffler auf der Position des Zuspielers. Sie trugen dazu bei, dass Deutschland verlustpunktfrei bis ins Halbfinale aufstieg. Dort standen die Segnitzer erneut ihren Mann beim 3:0-Erfolg über Italien zum Finaleinzug. Im Endspiel boten die Bundestrainer Kolja Meyer und Tim Lemke ihre stärkste Formation aus dem älteren der drei U18-Jahrgänge auf. „Das war hochklassiger Faustball von beiden Seiten“, schwärmte der Segnitzer Klubtrainer Christian Lauck, der das Endspiels gegen Österreich vor Ort verfolgte.

„Wir haben ordentlich Stimmung gemacht draußen und unseren Kollegen in schwierigen Situationen moralische Unterstützung gegeben“, beschrieb Fabio Lauck die Rolle der Auswechselspieler. Nachdem Österreich den ersten Satz gewonnen hatte, schlugen die Deutschen nach rasanten Ballwechseln zurück und gingen 2:1 in Führung. Österreich glich zum 2:2 aus und erzwang so den fünften Satz. Im entscheidenden Durchgang lag Deutschland bereits 1:5 hinten, doch mit der Power der Angreifer Marc Löwe vom NLV Vaihingen und dem Lola-Lokalmatador Kjell Butzke kämpften sich die Jungs mit dem Bundesadler zurück und lagen beim Seitenwechsel 8:6 in Front. Nachdem beide Mannschaften mehrere Matchbälle abgewehrt hatten, setzte Marc Löwe den entscheidenden Schlag zum 14:12 und 3:2-Sieg nach Sätzen. Damit war die Mission der Deutschen erfüllt: EM-Titel verteidigt.

„Wir haben uns riesig mit Janne und seinen Mannschaftskollegen gefreut“, erzählt die Mutter des Oberndorfers, Andrea Habenstein. Schon seine EM-Nominierung war für den Schüler des Egbert-Gymnasiums in Münsterschwarzach ein Erfolg gewesen – und dann noch eine EM-Goldmedaille, da fühlte sich Janne Habenstein im siebten Faustball-Himmel. „Wir sind total stolz“, erzählte Julian Schiffler. Fabio Lauck sah den Erfolg als Lohn für die harte Trainingsarbeit der Nationalspieler übers Jahr. „Man merkt, dass es sich auszahlt, sich reinzuhauen.“

Nach dem Triumph war Feiern angesagt, und es folgte im Lauf der Woche ein Trainingslager mit mehreren Länderspielen. Das EM-Gold weckte beim U18-Nationalteam die Lust auf mehr. Die Spieler richten schon jetzt den Blick auf das nächste Jahr, wenn in Österreich die U18-Weltmeisterschaft ansteht. Dann gibt sich die Truppe wiederum den Auftrag: Mission Gold.

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