SCHACH

Kitzinger setzen erstes Ausrufezeichen

Der Abstieg aus der Landesliga hat die Kitzinger Schachspieler hart getroffen. Doch am ersten Spieltag der neuen Saison zeigen sie sich gleich wieder im Aufbruch.
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Konzentriert auf Kitzingens Wiederaufstieg: Konstantin Kunz. Foto: Foto: MP
Regionalliga Nordwest

 

FC Marktleuthen – SC Kitzingen 05 2,0 : 6,0  
SK Klingenberg – SF Sailauf 4,5 : 3,5  
Kronacher SK – SV Stetten 4,0 : 4,0  
TSV Rottendorf – PTSV SK Hof 6,0 : 2,0  
SK Bad Neustadt – SC Höchstadt/Aisch 4,0 : 4,0  

 

 

1. (5.) TSV Rottendorf 1 1 0 0 6,0 2  
1. (9.) SC Kitzingen 05 1 1 0 0 6,0 2  
3. (4.) SK Klingenberg 1 1 0 0 4,5 2  
4. (3.) SC Höchstadt/Aisch 1 0 1 0 4,0 1  
4. (2.) SK Bad Neustadt 1 0 1 0 4,0 1  
4. (10.) Kronacher SK 1 0 1 0 4,0 1  
4. (7.) SV Stetten 1 0 1 0 4,0 1  
8. (1.) SF Sailauf 1 0 0 1 3,5 0  
9. (8.) FC Marktleuthen 1 0 0 1 2,0 0  
9. (6.) PTSV SK Hof 1 0 0 1 2,0 0  

 

FC Marktleuthen – SC Kitzingen 05 2:6. Der Landesliga-Abstieg vor fünf Monaten lastet immer noch schwer auf den Spielern der ersten Kitzinger Mannschaft. Umso besser wollen sie es nun im neuen Spieljahr in der Regionalliga Nord-West machen. Gelegenheit dazu ergab sich gleich beim Saisondebüt, das die Kitzinger nach Marktleuthen führte: zu just jenem Kontrahenten, der – gemeinsam und nach eigener Einschätzung ebenfalls unnötigerweise – mit den Kitzingern die höhere Liga räumen musste und dem man vor Jahresfrist trotz Bestbesetzung zu Hause knapp unterlegen war.

Auch diesmal hatten es die Kitzinger geschafft, die Bestbesetzung aufzubieten. Den Oberfranken fehlte ihr nominell bester Spieler – und doch wurde wieder ein spannender Kampf erwartet, weil die Unterschiede in der Spielstärke zwar durchgängig, aber jeweils nur knapp zu Gunsten Kitzingens ausfielen. Dann unterlief ausgerechnet dem erfahrensten Kitzinger Karl-Heinz Kannenberg nach solider Eröffnung ein strategischer Bock, mit dem er seinem Gegenüber deutlichen Raumvorteil überließ. Der nahm das Angebot dankbar an und brachte die Gastgeber überraschend in Führung. Die Reaktion folgte umgehend. Istok Ferlan kam nach eigener Aussage mit klarem Vorteil aus der Eröffnung. Er spielte äußerst flink und setzte seinen Gegner somit positionell und zeitlich unter Dauerdruck. Der Versuch des Marktleutheners, sich mit radikalen Mitteln aus dem Klammergriff zu lösen, misslang. Ferlan widerlegte ihn mittels taktischer Finessen. Doch erneut gelang es der Heimmannschaft, in Führung zu gehen. In Georg Kwosseks Partie war eigentlich über nahezu vier Stunden nichts Aufregendes passiert – bis der Kitzinger eine kleine taktische Pointe übersah, die das Spiel sofort zu Gunsten des Gegners entschied.

Der Blick auf die restlichen Bretter beruhigte zwar die Gäste: Sämtliche Stellungen schienen besser für sie zu stehen. Dennoch wurde es aufgrund der zähen Gegenwehr noch ein langer Nachmittag. Alexander Kliche an Brett 2 zeigte wieder mal seine Stärke. Mit ruhigem Positionsspiel entnervte er seinen Gegner permanent und erzielte stetig Stellungsvorteile, die sich zum vollen Punkt verdichteten. Nur kurz darauf konnte sich auch Mannschaftssenior Konstantin Kunz über den vollen Punkt freuen. Auch er bestach durch sauberes Positionsspiel, machte das Ganze durch eine kleine Ungenauigkeit aber nochmals spannend. Als dann auch noch das Spitzenbrett einen Vollerfolg für Kitzingen brachte, war der Widerstand der Gastgeber gebrochen. In einer zweischneidigen Partie spielten Alparslan Yalcin und sein Gegner sehr kompromisslos auf Sieg, allerdings hielt sich die Stellung weitgehend im Gleichgewicht. Angesichts des Rückstands musste der Marktleuthener auf jeden Fall gewinnen und – wie meistens in solchen Fällen – verdarb die Stellung zum Verlust.

Dann gab auch noch der Gegner Michael Hanfts auf. Ausgezeichnete Eröffnungskenntnisse, ein technisch sauberes Mittelspiel, das sämtliches Marktleuthener Gegenspiel im Keim erstickte und exakte Endspieltechnik sicherten dem Kitzinger trotz zäher Gegenwehr den Punkt zum 5:2. Die Schlusspointe setzte Matthias Basel. Der Mannschaftsführer war ebenfalls bereits aus der Eröffnung mit klarem Vorteil herausgekommen, benötigte aber mehr als fünf Stunden, bis er die beharrliche Verteidigung seines Gegners geknackt hatte. Mit dem klaren Sieg hat Kitzingen ein erstes Ausrufezeichen im Meisterschaftsrennen gesetzt.

Unterfrankenliga

 

SC Kitzingen 05 II – SK Mainaschaff 2,0 : 6,0  
SC Prichsenstadt – SC Obernau 4,5 : 3,5  
TV Faulbach – SV Würzburg II 2,0 : 6,0  
SC Schweinheim – SK Mömbris 4,5 : 3,5  
SC Bad Königshofen – SK Klingenberg II 5,5 : 2,5  

 

 

1. (1.) SK Mainaschaff 2 2 0 0 11,5 4  
2. (2.) SV Würzburg II 2 2 0 0 11,0 4  
3. (2.) SC Schweinheim 2 2 0 0 9,5 4  
4. (7.) SC Bad Königshofen 2 1 0 1 8,5 2  
5. (5.) SK Mömbris 2 1 0 1 8,0 2  
6. (7.) SC Prichsenstadt 2 1 0 1 7,5 2  
7. (2.) SC Kitzingen 05 II 2 1 0 1 7,0 2  
8. (6.) SC Obernau 2 0 0 2 7,0 0  
9. (7.) SK Klingenberg II 2 0 0 2 5,5 0  
10. (10.) TV Faulbach 2 0 0 2 4,5 0  

 

SC Prichsenstadt – SC Obernau 4,5:3,5. Als leichter Außenseiter gestartet, kam mit Blick auf die beiden Spitzenbretter schnell Hoffnung auf bei Prichsenstadt. Thomas Steinhauser spielte – wie schon zum Saisondebüt – mit dem scharfen Morra-Gambit auf Angriff. Sein Gegner hatte sich zwar akribisch auf die Eröffnung vorbereitet, doch bei den entstehenden Komplikationen verlor er den Überblick und die Partie in nur 23 Zügen. Auch Michael Ziegler gewann – nach deutlich zu forscher Eröffnungsanlage seines Gegners – an Brett 1 schnell zwei Bauern. Und nach einem weiteren Sieg des derzeit so formstarken Wolfgang Schmitz wurde die Luft für Obernau schon zu früher Zeit recht dünn.

Angesichts des Spielstands konnte es sich Jugendspieler Michael Köhler bei leicht besserer Stellung leisten, ein Remis zu vereinbaren. Helmut Lindner hatte in der Eröffnung eine große Chance auf Vorteil vergeben, steuerte aber ein weiteres wichtiges Remis bei. Manfred von Golitschek sorgte dann bereits für die Entscheidung. Die beiden übrigen Bretter von Dieter Krenz und Otto Mutzbauer waren dann für den Ausgang schon nicht mehr von Bedeutung. Trotzdem kämpften beide noch lange verbissen, am Ende gingen beide Partien verloren. Angesichts des Umstandes, dass Prichsenstadt an fast jedem Brett nominell etwas schlechter besetzt war, konnte man mit diesem Erfolg hoch zufrieden sein.

Am nächsten Spieltag in Mömbris (12.11.) wird man einen ersten Hinweis erhalten, ob die Prichsenstädter wieder um den Aufstieg spielen oder sich nach unten orientieren müssen. Alles ist möglich in dieser so ausgeglichenen Liga.

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