FUSSBALL: KREISKLASSE

Kennt Oliver Koch das Erfolgsrezept?

Ein packender Zweikampf prägt das Titelrennen in der Kreisklasse 2 Schweinfurt. Castell/Wiesenbronn und Grettstadt trennt nach 16 Spielen nur eine Winzigkeit.
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Castell/Wiesenbronns Spielertrainer Oliver Koch weist den Weg. In die Kreisliga? Foto: Foto: Hans Will

Mit dem Kantersieg im letzten Spiel des Jahres 2018 gegen Lindach/Kolitzheim ist die SG Castell/Wiesenbronn wieder an die Tabellenspitze der Schweinfurter Kreisklasse 2 gesprungen – und würde dort am liebsten bleiben. Allerdings sitzt der Elf von Spielertrainer Oliver Koch Verfolger TSV Grettstadt dicht im Nacken. Nur die um einen Treffer schlechtere Tordifferenz trennt das Führungsduo, das uneinholbar enteilt scheint. Um den Titel letztlich in die Weinorte zu holen, darf sich die SG in der Rückrunde keine Schwächen erlauben, warnt Sportleiter Jochen Bäuerlein.

Sie spielen die stärkste Saison seit der Fusion im Sommer 2013. Nach der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Kreisklasse vor eineinhalb Jahren und Platz drei in der Vorsaison haben die Kicker aus Castell und Wiesenbronn in dieser Spielzeit nochmals eine Schippe draufgelegt und streben nach dem nächsten Titel. Diesen hätte die beste Defensive um Sascha Kümmel und die zweitbeste Offensive um Liga-Toptorjäger Tobias Gnebner wohl schon sicher, wäre da nicht der TSV Grettstadt. Denn die Elf von Stefan Panhans weist zur Halbzeit die gleiche Bilanz - 13 Siege, zwei Remis und eine Niederlage - auf wie die Spielgemeinschaft und will nach dem verpassten Aufstieg in der letztjährigen Relegation unbedingt den Sprung in die Kreisliga schaffen.

„Mit ihnen hatte ich definitiv gerechnet, weil sie eine richtig starke Mannschaft haben mit starken Individualisten wie Julian Östreicher oder Maximilian Schmitt“, hat Bäuerlein gehörigen Respekt vor dem aktuell einzigen Kontrahenten um den Titel. Denn weitere, auch wenn der Funktionär noch die Heidenfelder auf dem Zettel hatte, sind nicht in Sicht. Zu souverän marschieren beide Teams vorneweg. Dabei wäre der Sportleiter auch mit weniger zufrieden gewesen, waren doch seit Sommer mit Oliver Koch, Philipp Hertlein und Matthias Fuchs drei Leistungsträger aufgrund langwieriger Verletzungen nahezu die gesamte Vorrunde ausgefallen.

Dennoch verlief vor allem der Start perfekt – mit einer Ausnahme: dem Spiel gegen die Gochsheimer Reserve. Die brachte der Weinort-Kombination nämlich die einzige Niederlage bei fünf deutlichen Siegen bei. Vor allem der von einer Verletzung zurückgekehrte Bezirksliga-Angreifer Tino Kummer war nicht in den Griff zu kriegen und knipste viermal. „In diesem Spiel standen wir schlecht und zeigten eine schwache Leistung“, erinnert sich Bäuerlein, dessen Team ab Anfang September weitere Ausfälle verkraften musste.

Bis zu sieben Stammspieler fehlten, was sich auch in den Leistungen widerspiegelte. Nur noch knappe Siege feierte die ambitionierte Spielgemeinschaft, gewann sechs der folgenden acht Partien mit Glück und Geschick mit nur einem Treffer Unterschied. Auch im Topduell gegen Grettstadt führte die Koch-Elf lange, ehe ein strittiger Strafstoß zum Ausgleich des Kontrahenten führte. „Das war sehr ärgerlich. Letztlich war das Resultat aber gerecht“, findet der 32-Jährige, dessen Schützlinge auch im zweiten Aufeinandertreffen mit Gochsheim Punkte ließen. Personell auf dem Zahnfleisch kriechend, schienen die Casteller und Wiesenbronner die Winterpause sehnlichst zu erwarten, um nicht noch unnötig Boden einzubüßen.

Doch mit einigen Rückkehrern setzten die Spielgemeinschaft in den abschließenden beiden Spielen nochmals deutliche Ausrufezeichen, siegte 6:1 in Frankenwinheim und 7:0 gegen Lindach/Kolitzheim und kletterte wieder an die Spitze. Die möchte der Tabellenführer natürlich verteidigen. Dafür hofft Bäuerlein auf das Comeback der Langzeitverletzten und eine entsprechende Vorbereitung. Denn wer in dieser den stärkeren Willen und die größere Bereitschaft zeige, werde am Ende oben stehen. Zudem müsse die SG von längeren Ausfällen verschont bleiben. Denn die Qualität für die Kreisliga ist in den Weinorten definitiv vorhanden. Ob 22-Tore-Mann Tobias Gnebner, Dauerläufer Mario Paul oder Mittelfeldmotor Andreas Herrmann – Castell/Wiesenbronn ist gerüstet. „Unser Ziel ist es, am Ende vor Grettstadt zu stehen“, hat auch Bäuerlein den Titel fest im Visier.

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