FUSSBALL: KREISLIGA 1 SCHWEINFURT

Keine Antwort auf das Rätsel

Für die kickende Gemeinschaft aus Nordheim und Sommerach geht es erneut um den Klassenverbleib. Nicht nur Rene Braun rätselt, warum es so weit gekommen ist.
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Auch René Braun, der Spielgestalter des Kreisligisten TSV Nordheim/Sommerach, rätselt über den Abwärtstrend. Foto: Foto: Hans Will

Zwei Spieltage vor Saisonende bangen die Fußballer des TSV Nordheim und der SV/DJK Sommerach (12./26 Punkte), die seit 2002 zusammenspielen, noch gehörig um den Verbleib in der Kreisliga. Nur ein Zähler trennt die Gemeinschaft von der Weininsel aktuell vom ersten Abstiegsplatz, auf dem der sonntägliche Gegner und direkte Konkurrent DJK Stadelschwarzach (14./25) auch noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt hegt.

Die DJK ist punktgleich mit dem FV Nieder-/Oberwerrn (13.). Sogar Schlusslicht SG Schleerieth (15./24) hat noch Chancen, drin zu bleiben. Wie es der Spielplan will, müssen die Nordheimer und Sommeracher zum Schluss nach Schleerieth. Brisant zwar, aber auch wieder gut. „Es ist schon verrückt, dass wir uns mit zwei Siegen retten können. Wir haben es selbst in der Hand“, schaut René Braun, Nordheims Taktgeber in der Zentrale, auf das Restprogramm.

Für den Trainersohn und seine Mitspieler aus den beiden Weinorten hing der Fußball-Himmel zu Saisonbeginn des zweiten Kreisliga-Jahres voller Geigen. Am sechsten Spieltag stand die Mannschaft auf Platz eins. Bis zur Winterpause hatte sich der Höhenflug als Tabellenzehnter aber abgebremst. Damals blickte der TSV bei nur fünf Zählern Rückstand auf Rang drei jedoch eher in Richtung Spitze als auf die hinteren Ränge.

Auch René Braun rätselt darüber, warum es seitdem mit dem Punktesammeln hapert. „Gute Frage! Ich weiß es nicht“, wirkt er etwas ratlos. Von Mitte November bis Mitte April hatte sein TSV eine ganz schwarze Serie mit nur einem Punkt aus acht Spielen. „Da ging einfach gar nichts bei uns, im Training auch nicht.“ Erst seit dem 4:3-Sieg gegen die DJK Schweinfurt an Ostern spüre er wieder mehr Zug. Seither hätte es der eine oder andere kapiert, dass er zum Training kommen, und sich dort auch anstrengen müsse.

Ein wenig Ursachenforschung versucht der Nordheimer, der mittlerweile mit seiner Freundin in Sommerach wohnt. Bereits in der Vorrunde musste man länger auf einige Akteure verzichten. Beispielsweise auf Jakob Drescher, der im Herbst zum Studium nach Geisenheim aufbrach. Oder seinen Bruder Marcel, der zeitweise fehlte. Dazu musste im Herbst der eine oder andere Spieler wegen der Weinlese oder der Ernte passen. „Da brechen dir zwei, drei Leute weg. Du verlierst ein paar Mal, manche lassen den Kopf hängen. Dann kommen noch die entsprechenden Gegner, und schon steckst du hinten drin.“

Mancher laufe seiner Form einfach hinterher, das geselle sich auch noch hinzu, meint der 25-Jährige, der als Polizist in Würzburg arbeitet. Was ihn wurmt, sind die Roten Karten, die sich zuletzt Bernd Biedermann und Peter Straßberger abholten und somit fehlen. „Wir schwächen uns auch noch selber. Das sind manchmal die Nerven“, glaubt er. So standen zuletzt aus Mangel an Alternativen mit Udo Braun und Alexander Götz Trainer und Co-Trainer sowie der eigentlich angeschlagene Matthias Pfaff als Ersatzspieler auf dem Bogen.

Gegen Stadelschwarzach sehe es besser aus. Da wisse zudem jeder, was es geschlagen habe. Auch die DJK sei ein Dorfverein, wie die Gemeinschaft aus Nordheim und Sommerach, und müsse mit Personalproblemen auskommen. „Sie sind eine Art Wundertüte, wie wir, machen viel über den Kampf. Wir müssen irgendwie gewinnen, ein spielerischer Leckerbissen wird das wohl nicht“, sagt er voraus.

Kurios ist, dass es den Nordheim/Sommerachern im Vorjahr fast genauso erging. Da stand die Elf von Udo Braun Ende Oktober auf Platz fünf, ehe es abwärts ging. Fast auf den Tag genau machte die Spielgemeinschaft vor einem Jahr den Klassenerhalt fest. Das könnte diesmal gerne wieder so laufen, wünscht sich René Braun.

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