FUSSBALL: SAISONBILANZ (III)

Kalkuliertes Risiko der FG Marktbreit-Martinsheim

Trainer Daniel Mache ist einerseits zwar traurig, dass trotz guter Rückrunde der Klassenerhalt verpasst wurde. Andererseits gewinnt er dem Abstieg aber auch Positives ab.
Artikel drucken Artikel einbetten
Blick in eine ungewisse Zukunft. Marktbreits Trainer Daniel Mache gewinnt dem Abstieg auch Positives ab. Foto: Foto: Hans Will

Ob Bayern Kitzingen, der SC Schwarzach oder als aktuellstes Beispiel Dettelbach und Ortsteile – für so manchen Verein aus dem Landkreis Kitzingen war der Aufenthalt in der Bezirksliga in der jüngeren Vergangenheit alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. In allen drei genannten Fällen war das Abenteuer in Unterfrankens höchster Spielklasse nach nur einem Jahr wieder beendet. Schleudersitz Bezirksliga? Nicht nur! Denn mit der FG Marktbreit/Martinsheim gab es über lange Zeit eine rühmliche Ausnahme.

Acht Jahre hielt die Fußballgemeinschaft die Landkreis-Fahne in der Bezirksliga West hoch. Mit dem Ende der gerade abgelaufenen Saison musste sie aber auch die Fußballgemeinschaft einrollen. Letztlich sammelte die Elf von Trainer Daniel Mache im Saisonverlauf einen Zähler zu wenig ein, um weiter in Unterfrankens höchster Spielklasse mitmischen zu dürfen.

„Dass es am Ende nicht gereicht hat, ist schon sehr ärgerlich,“ hängt Mache die Enttäuschung wenige Tage nach Saisonende noch in den Kleidern. Zumal Marktbreits starke Aufholjagd in der Rückrunde – die Tabelle der zweiten Saisonhälfte weist die FG auf Rang sechs aus – letztlich nicht belohnt wurde. „Wir waren im Winter schon nahezu weg vom Fenster und haben uns doch noch einmal rangekämpft,“ erinnert sich der Übungsleiter nicht ohne Stolz an die, wenn auch final ungekrönte, Aufholjagd seiner Mannschaft. Fast doppelt so viele Zähler sammelte die FG in der Rückserie (23) im Vergleich zur Hinrunde (12) – und blieb am Ende aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mit Schweinheim doch auf der Strecke.

Völlig aus dem Nichts kam das aber nicht, wie Daniel Mache weiß. Man habe schon vor der Saison gewusst, dass es ein schwieriges Jahr werden würde. Schließlich seien, durch einen personellen Umbruch bedingt, viele junge Nachwuchsspieler in die Mannschaft zu integrieren gewesen. „Das ist ein Prozess, der nicht mit Handauflegen zu beschleunigen ist,“ ist sich der 34-Jährige, der in der Jugend beim 1. FC Nürnberg spielte und darüber hinaus von Stationen bei Schweinfurt 05 oder dem Würzburger FV bekannt ist, im Klaren, dass in solchen Situationen Geduld gefragt ist. Besonders zu Saisonbeginn, in den Monaten August und September, habe sein Team entscheidende Punkte verschenkt, sagt der Trainer rückblickend. Zu diesem Zeitpunkt hätten zahlreiche Leistungsträger urlaubsbedingt gefehlt. Generell erwies sich die Personallage während der gesamten Vorrunde als problematisch und besserte sich erst mit Beginn des neuen Jahres.

Neben der guten Grundfitness der Mannschaft war dies ein wichtiger Faktor für den Aufschwung nach der Winterpause. Spieler wie Rainer Radlinger oder Marvin Endres standen wieder regelmäßig zur Verfügung und bereicherten das Spiel der FG. Darüber hinaus konnte in Daniel Endres, der von der TG Höchberg aus der Landesliga an die alte Wirkungsstätte zurückkehrte, eine weitere Verstärkung für den Angriff gewonnen werden. Die war auch bitter nötig, drückte der Schuh in Sachen Chancenverwertung doch gewaltig. „Daniel ist ein Spieler, der auch mal aus keiner Chance ein Tor macht. Für die Bezirksliga hat er eine besondere Qualität, weiß Mache um die Sonderstellung seines Torjägers. Dumm nur, dass Polizist Endres berufsbedingt in der Rückserie nur fünfmal zum Einsatz kommen konnte (3 Tore). Die FG-Offensivabteilung war also weitgehend auf sich alleine gestellt und konnte nicht wie gewünscht liefern. 34 eigene Treffer bedeuten im Ligavergleich den zweitschwächsten Wert. Das konnte selbst die drittbeste Defensive (42 Gegentreffer) nicht kompensieren. „Wir haben einfach zu wenig Tore gemacht und zu oft unentschieden (achtmal) gespielt,“ kennt Mache die Ursachen, die schließlich im Abstieg mündeten.

Damit geht die FG künftig in der Kreisliga an den Start. Mit dem Ziel direkter Wiederaufstieg? Mache gibt sich zurückhaltend. „Wir würden uns ganz bestimmt nicht dagegen wehren, aber ich werde das nicht als Ziel ausgeben.“ Schließlich gelte es zunächst einmal, sich in der neuen Liga zurechtzufinden. „Wenn der Abstieg etwas Gutes hat,“ sagt Mache, „dann, dass es dem einen oder anderen jungen Spieler in der Entwicklung vielleicht hilft, wenn er in der Kreisliga ein paar Erfolgserlebnisse mehr hat, als das in diesem Jahr der Fall war.“ Als Neuzugänge stehen neben drei Spielern aus dem eigenen Nachwuchs auch bereits zwei externe Akteure, deren Namen der Trainer aber noch nicht preisgeben möchte, fest. Verlassen werden den Klub hingegen Joachim Barthel, Philipp Hoos (beide SV Gelchsheim) sowie Lawrence Uwalaka (TSV Lengfeld).

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.