FUSSBALL: KREISKLASSE 2 WÜRZBURG

Jochen Müllers heile Fußballwelt

Was macht Sonderhofen gerade wieder so schlagkrägftig? Fragt man Jochen Müller, sind es ein „idealer Neuzugang“ und ein „absoluter Glücksgriff“ als Trainer.
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Sonderhöfer Jubeltraube (von links) Felix Dopf, Alexander Kreusser, Marco Pregitzer, Jochen Müller, Patrik Reuss und Benjamin Kremer. Foto: Foto: Alexander Rausch

Der SV Sonderhofen gegen die SpVgg aus Gülchsheim, da war doch was? „Ja, das ist alle Jahre wieder, egal in welcher Klasse“, muss auch Sonderhofens Jochen Müller schmunzeln. Er hat dieses Derby schon etliche Male mitgemacht, ob in der Kreisliga oder Kreisklasse. Meist ging es gegen den Abstieg oder eben um den Aufstieg, wie in diesem Jahr. Diesmal stehen der SV (1., 28 Punkte), und die Spielvereinigung (2., 23 Punkte) in der Kreisklasse wieder ganz vorne, auf dem Sprung nach oben.

Das überrascht Müller ein wenig. Der 35-Jährige, der auf dem Spielfeld als Abwehrchef fungiert und im Verein als Vorstand der Fußballer die Geschicke des Sportvereins mit lenkt, hatte nach der Vorbereitung nicht damit gerechnet, dass seine Mannschaft das erste Drittel der Saison so souverän absolviert. Nur knapp war der SV im Frühjahr als Zweiter in der Relegation am Sprung nach oben gescheitert. Das neue Kapitel lief zunächst nicht gut an. „Wir sind sang- und klanglos in Ochsenfurt (1:4) aus dem Pokal ausgeschieden, starteten dann aber gut in die Runde, obwohl wir in den zehn Spielen immer mit einer anderen Aufstellung spielen mussten.“

Dass es dann trotzdem so gut lief, hat damit zu tun, dass der Stamm der Truppe seit zwei, drei Jahren eingespielt ist. Dazu gesellte sich mit Neuzugang Björn Seubert (aus Riedenheim) einer, der ideal zum Klub passt. Der 33-Jährige hat bereits achtmal getroffen. „Björn spielt vorne drin und ist ein Typ Stürmer, der auch mal aus nichts Tore macht. So einen kann jeder gebrauchen“, lobt Mitspieler Jochen Müller den neuen Torjäger.

Ob es für beide auf ihre etwas älteren Tage noch einmal in die Kreisliga geht, will Müller noch nicht bestätigen. Die Saison sei noch lange, der erste Punktverlust zuletzt gegen Marktbreit/Martinsheims Reserve „völlig zurecht“ gewesen und habe sich in den Wochen zuvor schon abgezeichnet. „In den Spielen gegen Mainsondheim und Sickershausen hatten wir auch etwas Glück. Aber es war klar, dass wir nicht einfach durchmarschieren.“

Das Thema Kreisliga sieht Müller zwiespältig. Einerseits: „Wenn ich auf dem Platz stehe, will ich gewinnen und auch aufsteigen.“ Andererseits erkennt er gerade in der Kreisklasse und ihrer Zusammensetzung seine Reize. „Du hast Spiele gegen Hopferstadt oder Gelchsheim. Da kommen 400 Zuschauer. Da kennt man sich, da wird richtig Umsatz gemacht.“ Er schwärmt von der besonderen Atmosphäre, die dann auf dem engen Sportgelände in Sonderhofen herrscht. Eine Liga höher sei das eben nicht so, da halte sich der Umsatz oft in Grenzen. „In der Kreisliga kannst du manchmal froh sein, wenn der Gegner außer dem Linienrichter noch Leute mitbringt“, denkt Müller auch etwas aus Vereinssicht.

Der Fußball hat in Sonderhofen, das mit zwei Ortsteilen und einigen Mühlen gerade mal rund 840 Einwohner aufweist, noch immer einen besonderen Stellenwert. Nachwuchsprobleme habe man noch keine, der Dorfverein könne ohne allzu große Probleme zwei Herrenmannschaften stellen. Die Jugend ist in Spielgemeinschaften mit Hopferstadt, Gelchsheim und anderen Klubs untergebracht und sorgt immer wieder für personellen Nachschub. Beschweren könne man sich aktuell beim SV nicht. „Das ist verblüffend, wenn du dagegen andere Orte siehst“, meint Müller. In der Reserve helfen gerne auch mal ältere Akteure aus. Das sei völlig normal.

Momentan passe es insgesamt, auch wenn der eine oder andere Akteur verletzt ausfalle. Mit Uwe Göb habe der Verein als Trainer „einen absoluten Glücksgriff“, gemacht. Als „unheimlich engagiert und menschlich absolut vorbildlich“, beschreibt er ihn.

Ans Aufhören denkt Jochen Müller noch lange nicht. Davon sieht er sich noch weit entfernt. „Dafür spiele ich einfach zu gerne Fußball.“ Solange ihn der Trainer aufstelle und es Spaß mache, sei das kein Thema. Außerdem verstehe er sich zu gut mit seinen zumeist jüngeren Kameraden.

Ob der schon immer technisch versierte Kicker noch einmal in der Kreisliga aufläuft, lässt er offen. Zunächst stehe das Spiel gegen Gülchsheim im Vordergrund. „Wir wissen, was wir können und wo deren Stärken sind“, schaut Müller gelassen auf den Kontrahenten.

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