FUSSBALL: KREISKLASSE 2 WÜRZBURG

Hopferstadt fehlt der Heißhunger

Erst ein umstrittener Treffer verhilft einer zuvor faden Partie noch zu einiger Würze: Hopferstadt siegt, Mainsondheim beklagt nicht nur den Verlust der drei Punkte.
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Von protestierenden Mainsondheimer Spielern umzingelt, beharrt Schiedsrichter Ralf Mack auf dem umstrittenen Treffer für Hopferstadt. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Es war schmale Kost, die 150 Zuschauer beim 2:0 (0:0)-Sieg des FC Hopferstadt gegen Mainsondheim vorgesetzt bekamen. Dass sich die Gastgeber dennoch genüsslich an den drei Punkten labten, hatten sie dem glücklichen Ausgang aufgrund einer umstrittenen Entscheidung zu verdanken. „Im nächsten Spiel muss jeder eine Schippe drauflegen“, sagte Hopferstadts Trainer Erwin Klafke. Für seinen Klub geht es um die saftigen Fleischtöpfe der Relegation, die eigentlich den Heißhunger auf einen Nachschlag wecken sollten. Dass der FC – trotz einer seiner schwächeren Leistungen – am Ende sogar der Gewinner des Spieltags war, passte ins schräge Bild. Denn Bütthard spielte nur unentschieden, und Gülchsheim verlor sogar.

Im gesamten Spiel gab es zu selten eine zielgerichtete Aktion der Hausherren nach vorne zu bestaunen. Deren Spielgestaltung war zu statisch. Die Einzelaktionen, mit denen sie es schließlich versuchten, blieben meist in den gegnerischen Reihen hängen. So blieb Johannes Reißmanns Schuss nach einer Viertelstunde lange Zeit die einzige Aktion Hopferstadts nach vorne. In den letzten zehn Minuten vor der Pause wagte Mainsondheim etwas mehr, doch Maximilian Günzel und Emanuel Kretzer verfehlten mit ihren Schüssen das Tor.

Nach fader erster Hälfte, die sich Klafke eine halbe Stunde lang ruhig anschaute, ehe er sich mit einem unvermittelten Schrei Erleichterung verschaffte, bemühten sich beide Teams um mehr Würze, aber dem sommerlich angehauchten Kick fehlten auch nach der Halbzeit Salz und Pfeffer.

Mainsondheim verteidigte sich geschickt, stoppte die meisten Vorstöße Hopferstadts und besaß die besseren Chancen auf eine Führung. Die beste parierte Björn Möller, von den Alten Herren reaktivierter Torwart Hopferstadts, gegen den eingewechselten Marco Burkard, der nach einem Zuspiel Anton Sizovs aus zehn Metern frei zum Schuss kam. „Wir bringen den Ball einfach nicht im Tor unter“, haderte Mainsondheims Trainer Oliver Bieber mit dem Abschluss, er bestätigte seiner Mannschaft aber zugleich eine gute Leistung gegen den Tabellenzweiten.

Die mitentscheidende Szene sollte zugleich die umstrittenste der Partie sein, deren wahrscheinliches Ergebnis sonst wohl torlos gewesen wäre. Andreas Jörgs Schuss von der rechten Seite rutschte Dominik Schottorf im Mainsondheimer Tor unter den Armen durch, der Ball kullerte zwar in Richtung Torlinie, doch hechtete der Schlussmann hinterher und bekam den Ball zu fassen. Aus der Ferne entschied Schiedsrichter Ralf Mack aus Dettelbach auf Tor und zog entsetzte Proteste der Spieler aus dem Dettelbacher Stadtteil auf sich, die sich um ihre bis zu diesem Zeitpunkt ordentliche Leistung gebracht sahen. Der Einwand, dass der Ball noch einen Meter vor der Linie gewesen sei, als Schottorf erneut zupackte, fand kein Gehör. Mack sah sich vor Ort nach Spuren um, blieb aber bei seiner Entscheidung.

Mainsondheims Johannes Böhm hatte wenig später Glück, dass seine Grätsche von hinten gegen Thomas Bayer keine Karte, noch nicht einmal eine Gelbe, nach sich zog. Dennoch bestrafte der Hopferstadter Johannes Popp das Foul, indem er den fälligen Freistoß von der Strafraumgrenze mit einem Schuss ins rechte untere Eck verwandelte.

Mit der letzten Aktion des Spiels verletzte sich Mainsondsheims Torhüter, eigentlich Feldspieler, folgenschwer, als er beim Herauslaufen mit Hopferstadts Andreas Jörg zusammenprallte. Dass Schottorfs Zustand ein ernster war, verdeutlichte sich, als sich zunehmend mehr Spieler um den Verletzten versammelten. Nach der ersten Diagnose des herbeigerufenen Notarztes könnte er sich mehrere Rippen gebrochen haben. So beendete der Schiedsrichter nach längerer Unterbrechung die Partie nach Rücksprache mit beiden Mannschaften vorzeitig.

Einigkeit herrschte nicht nur bei der Bewertung des glücklichen Sieges Hopferstadts. Durch das höchst umstrittene Tor sei in den letzten zehn Minuten unnötige Hektik in die an sich ruhige Partie gekommen, die am Ende zu manchem unnötigen Zweikampf führte.

Die Statistik des Spiels

Fußball: Kreisklasse 2 Würzburg FC Hopferstadt – SC Mainsondheim 2:0 (0:0)

Hopferstadt: Björn Möller; Philipp Kessler, Markus Graf, Johannes Popp, Philipp Metzger, Peter Häußlein, Marcel Grüb (65. Peter Hofmann), Thomas Bayer, Johannes Reißmann (65. David Kessler), Thorsten Reibold, Andreas Jörg.

Mainsondheim: Dominik Schottorf; Fabian Herbach, Johannes Böhm, Julian Apfelbacher, Alfred Gassner, Maximilian Günzel (70. Marco Burkard), Dominik Martin, Emanuel Kretzer, Moritz Heim, Maximilian Hehn, Johannes Wurm (46. Anton Sizov).

Schiedsrichter: Ralf Mack (Dettelbach und Ortsteile).

Zuschauer: 150.

Gelbe Karten: Hehn, Apfelbacher.

Tore: 1:0 Andreas Jörg (78.), 2:0 Johannes Popp (86.).

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