MOTORSPORT: HAUENSTEIN

Handa fährt mit Hochdruck hinterher

Und wieder streikt die Technik. Norbert Handa ist am Hauenstein gut unterwegs, doch dann macht ihm die Bordelektronik einen Strich durch die Rechnung.
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Zerknirschte Gesichter: Norbert Handa (rechts) rätselt über die Probleme mit dem Turboladerdruck an seinem Lancia Integrale HF, während Sohn Christian am Laptop den Rennlauf analysiert. Foto: Foto: Yvonne Handa
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Wieder mal hat die Technik Norbert Handa einen Strich durch die Rechnung gemacht. Beim 48. Hauenstein-Bergrennen in Hausen/Rhön lieferte der Fahrer des AMC Kitzingen dem Österreicher Herbert Pregartner den erwartet spannenden Kampf um den Divisionssieg der Tourenwagen. Nach zwei Läufen trug der Markt Einersheimer den Sieg vor Augen. Doch während er mit der Technik haderte, überholte ihn im letzten Lauf sein Kontrahent aus der Steiermark.

An Holger Hovemann im Silhouetten-Kadett kamen beide nicht heran, aber das machte nichts, da Hovemann bei den Sportwagen eingruppiert ist. Seit Wochen plagen Norbert Handa arge Probleme mit dem Ladedruck seines Lancia Delta Integrale. Nach dem Samstagstraining hatte er die Hoffnung, die Lösung gefunden zu haben. Doch im ersten Rennlauf war der Ladedruck dann plötzlich zu hoch statt zu niedrig. Er war zwar mit 189 km/h Schnellster unter mehr als 180 Fahrern bei der Anfahrt zur Jopp-Kurve, doch schon hier hatte er Zeit verloren. Denn durch den zu hohen Druck kam er mehrmals in den Drehzahlbegrenzer.

„Der Handa mit seiner großen Erfahrung wird noch was rausholen.“
Herbert Pregartner, österreichischer Bergfuchs

Deshalb war Pregartner im ersten Lauf drei Zehntelsekunden schneller. Sein Porsche 911 GT2/RSR erreichte allerdings nicht annähernd die ausgewiesenen 911 PS, weil die zu hohe Temperatur der Ansaugluft zu Lasten der Leistung von Turbolader-Boliden geht. Handa als doppelter deutscher Bergrennmeister nahm das Duell mit dem favorisierten Konkurrenten aus der Steiermark gerne an – und setzte im zweiten Lauf ein Ausrufezeichen, als er sich auf 1:50,44 Minuten verbesserte und Pregartner acht Zehntelsekunden abnahm. Er bestätigte damit Pregartner, der im Vorfeld noch vermutet hatte: „Der Handa mit seiner großen Erfahrung wird noch was rausholen.“

Doch dann, im letzten Lauf schlug der 48-jährige Österreicher, dem die Sicht und der neue Asphalt auf Streckenteilen in Hausen gefielen, kühl zurück. Mit 1:49,94 Minuten errang er sich den Klassen- und Divisionssieg vor Handa. Der 67-Jährige durfte sich mit Pokalen für die zweiten Plätze in Klasse und Division sowie Rang acht im Gesamtklassement trösten. Er will wieder angreifen und Pregartner die Stirn bieten – wenn er die Ladedruck-Problematik endlich in den Griff kriegt.

In Handas Klasse war mit Norman Struckmann ein weiterer Fahrer aus dem Quintett des AMC Kitzingen am Start. Struckmann machte sein erstes Bergrennen nach einem Dreivierteljahr Pause. Im Ford Escort Cosworth verbesserte er sich auf 2,04 Minuten, musste letztlich aber Sabine Röck im VW Golf vorbeiziehen lassen. In der mit 27 Fahrern teilnehmerstärksten Klasse der Kategorie-H-Fahrzeuge bis 2000 Kubikzentimeter kam Christian Dümler im VW Golf II auf den elften Platz und auf Platz drei in der Achtventiler-Wertung.

Die Chancen auf eine gute Platzierung waren für seinen Kitzinger Vereinskollegen Jürgen Schuster früh geplatzt. Er leistete sich im ersten Lauf einen Dreher, der ihn eine halbe Minute kostete. Martin Schug erreichte im leistungsschwächeren VW Golf II sein Primärziel – eine Zeit von 2,12 Minuten. Er ließ in Hausen zwar acht Konkurrenten hinter sich, verpasste es aber, weitere Schritte nach vorne zu machen.

 

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