Großlangheim

Großlangheim bangt nach dem Punktabzug

Weil angeblich ein Pass zu spät ankam, zieht der Verband dem TV Großlangheim zwei Punkte ab. Das wirbelt den Abstiegskampf vor dem letzten Spieltag durcheinander.
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Den Handballerinnen des TV Großlangheim wurden die bei der TG Heidingsfeld auf dem Feld gewonnenen Punkte gestrichen. Die Karten im Abstiegskampf sind dadurch vor dem letzten Spieltag neu gemischt. Letztlich hängt die Zahl der Absteiger aber davon ab, wie viele unterfränkische Teams aus der Landesliga absteigen.

Grund für die geänderte Wertung der Partie, die Großlangheim 20:18 gewonnen hatte, war laut Verband „der Einsatz einer nicht-teilnahmeberechtigten Spielerin“. Ihr Pass sei erst nach dem Spiel beim Verband eingegangen. „Angeblich war ihr Pass zwei Wochen unterwegs nach München. Uns wurde mitgeteilt, dass sie spielberechtigt sei und wir das nachreichen könnten“, sagt Großlangheims Trainer Christian Renz. In diesem Glauben stand sie schließlich in Heidingsfeld auf dem Spielberichtsbogen.

Es gehe darum herauszufinden, wann der Pass tatsächlich beim Verband eingegangen sei, erklärt Großlangheims Spielerin Melanie Dürr. Der Verein stehe deshalb im regen Austausch mit dem Spielleiter. „Uns war schon vor dem Spiel in Heidingsfeld klar, dass es für uns mit dem Klassenerhalt richtig eng wird. Wir sind doch nicht so dämlich, eine Spielerin auf den Bogen zu schreiben und die Punkte zu riskieren, wenn Zweifel daran bestehen, ob sie überhaupt spielen darf“, sagt Dürr. Der Pass sei pünktlich abgeschickt worden, so dass er bei gewöhnlicher Postlaufzeit rechtzeitig vor dem Spiel in München angekommen wäre.

Besonders bitter: Nach dem Sieg am letzten Wochenende gegen Höchberg hatte Großlangheim den vermeintlich sicheren Klassenerhalt bereits gefeiert. „Wir haben am Sonntag, Mittwoch und Freitag in nur sechs Tagen drei Spiele gehabt, aber das hat beim Verband keinen interessiert“, sagt Renz. Sollte der Punktabzug bestehen bleiben, wäre es für ihn „das i-Tüpfelchen auf diese Saison“. Dass sie trotz der erfolgreichen letzten Wochen mit dem Abstieg enden könnte, damit wollen sich die Großlangheimerinnen aber nicht abfinden.

Nach aktuellem Stand würden drei Mannschaften aus der Bezirksoberliga absteigen, da Schweinfurt und Volkach in der Landesliga auf einem Abstiegsplatz stehen. Hält Volkach die Klasse, steigen dagegen nur zwei Mannschaften aus der Bezirksoberliga ab. In diesem Fall wäre Großlangheim gesichert, da ein direkter Vergleich mit Waldbüttelbrunn bei möglicher Punktgleichheit zu ihren Gunsten entscheiden würde. Steigt mit Pleichach eine dritte unterfränkische Mannschaft aus der Landesliga ab, müssten sogar die letzten Vier ihren Platz räumen.

Die Bezirksoberliga spielt ihren letzten Spieltag an diesem Samstag, die Landesliga aber erst am 5. Mai – für die betroffenen Mannschaften folgen bis zu fünf quälend lange Wochen des Wartens. Für die Großlangheimerinnen würden sich alle Fragezeichen auflösen, wenn sie am Samstag in Marktsteft ein letztes Ausrufezeichen setzen: „Das Einzige, was wir jetzt noch selbst in der Hand haben, ist dieses Spiel. Wir werden da alles raushauen“, sagt Renz. Auch Dürr ist kämpferisch: „Das wird schwierig, aber wir wissen, dass wir über uns hinauswachsen können.“ Mit einem Punkt würden sie drei, mit einem Sieg sogar vier Mannschaften auf jeden Fall hinter sich lassen.



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