FUßBALL: MEISTER (X)

Große Erleichterung bei Andreas Grün

Missglückten Einstand als Übungsleiter mit der Meisterschaft in der B-Klasse Würzburg 3 vergessen lassen.
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Nach dem Abstieg im ersten Jahr führte Andreas Grün den SV Hüttenheim wieder in die A-Klasse zurück. Foto: Foto: Grün

Betriebsunfall repariert: Nur ein Jahr nach dem unnötigen Abstieg in die B-Klasse ist der SV Hüttenheim in die A-Klasse zurückgekehrt. Allerdings machten es die Mannen von Andreas Grün im Endspurt nochmals unnötig spannend. Letztlich war es ein Punkt, der den Meister vom Zweiten Hohenfeld/RW Kitzingen trennte. Und selbst der Supergau, nämlich der Nichtaufstieg, hätte noch eintreten können.

Sein Trainerdebüt hatte sich Andreas Grün natürlich anders vorgestellt. Zwar waren die Hüttenheimer vorherige Saison mit einem Sieg gestartet, aber am Ende sang- und klanglos in die B-Klasse abgestiegen. Nur magere zwölf Punkte holten die Kicker aus dem Willanzheimer Ortsteil. Dennoch wäre der Klassenerhalt möglich gewesen mit entsprechenden Leistungen in den wichtigen Spielen und der notwendigen Einstellung. „Das war für mich in meiner ersten Trainersaison nicht einfach, auch wenn mir keiner einen Vorwurf gemacht hat. Schließlich sind wir direkt abgestiegen, obwohl das Potenzial vorhanden gewesen wäre“, weiß Grün. Dementsprechend groß war dann auch seine Erleichterung, als der Vorhang der Saison 17/18 gefallen war und seine Mannschaft die umgehende Rückkehr perfekt gemacht hatte. Aus eigener Kraft hatte der Absteiger gegen Ülkemspor Kitzingen die Meisterschaft perfekt gemacht.

Allerdings war der Weg zum Titelgewinn steiniger als erhofft, selbst wenn die Spielzeit mit zwei Siegen optimal begonnen hatte. Denn der erste Dämpfer ließ nicht lange auf sich warten und folgte ausgerechnet am Hüttenheimer Kirchweihwochenende gegen Grüns ehemalige Mannschaft aus Iphofen. „Das war die bitterste Niederlage der Saison, besonders, weil wesentlich mehr am Platz los war als bei regulären Heimspielen“, ärgerte sich der Übungsleiter, dessen Schützlinge die FC-Reserve schlichtweg auf die leichte Schulter genommen hatten. Am Vorabend wurde länger gefeiert, der Fußball spielte nicht die erste Geige und während der Begegnung selbst kehrte früh nach eigener Führung der Schlendrian ein. Weitere Unentschieden gegen die Mitkonkurrenten aus Hohenfeld/RW Kitzingen und Albertshofen folgten. Zwischenzeitlich rutschten die Hüttenheimer sogar bis auf Platz fünf ab.

Allerdings durchschritt der Absteiger diese Talsohle mit Bravour und kletterte bis zur Winterpause wieder auf Rang zwei. Die Grün-Mannen waren trotz eines weiteren Unentschiedens gegen Ülkemspor Kitzingen wieder im Soll und hatten den direkten Wiederaufstieg wieder fest im Blick. Allerdings stotterte der Motor zum Start der zweiten Saisonhälfte erneut gewaltig. Hauchdünn mit 1:0 schlugen die Weindorfkicker die Reserve der DJK Effeldorf und schienen für das Topduell gegen Spitzenreiter Hohenfeld/RW Kitzingen nicht unbedingt gut gerüstet. Doch die Hüttenheimer belehrten ihren Trainer eines Besseren und zeigten im wohl wichtigsten Spiel ihre beste Saisonleistung. „Was wir in dieser Partie gespielt haben, war schon herausragend. Jeder hat das gemacht, was gefordert war, sowohl defensiv, als auch offensiv“, war der frühere Iphöfer beeindruckt ob des fulminanten 3:1-Erfolges im Spitzenspiel, der gleichzeitig den Sprung auf Platz eins bedeutete.

Anstatt jedoch die Euphorie mit in die kommenden Wochen zu nehmen, tat sich die Grün-Elf unerwartet schwer und patzte erneut. Erst ließ der Absteiger im Derby gegen Markt Einersheim zwei wichtige Punkte liegen und verlor dann auch noch am drittletzten Spieltag gegen Erlach/Sulzfeld. Der Aufstieg stand mehr denn je auf Messers Schneide. Gewissheit brachte dann aber der Erfolg in Repperndorf. Die Hüttenheimer waren nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen und standen erneut an der Spitze. Allerdings hätte tatsächlich sogar noch der Supergau des Nichtaufstiegs eintreten können. Wäre nämlich Iphofen II am letzten Spieltag ein drittes Mal nicht angetreten, wäre die FC-Reserve aus der Wertung genommen worden und Ülkemspor Kitzingen hätte mit einem Sieg im direkten Duell an Hüttenheim vorbeiziehen können. „Darüber haben wir ebenfalls nachgedacht. Das war schon kurios. Aber glücklicherweise haben sie gespielt“, blickt Grün zurück, dessen Mannschaft aber auch selbst ihre Hausaufgabe erledigte und selbst siegte – nach einem weiteren Wechselbad der Gefühle.

Denn die Kitzinger erwiesen sich als harter, aber fairer Brocken, die zwischenzeitlich ausglichen, aber am Ende doch unterlagen. „Wir haben es uns schwerer gemacht als nötig. Hätte jeder immer die richtige Einstellung gezeigt, hätten wir die Meisterschaft früher für uns entschieden“, weiß der Spielertrainer um die Wankelmütigkeit seiner Kicker. Allerdings hofft er, dass diese kommende Saison deutlich zurückgeht. Denn die Qualität, den Klassenerhalt in der A-Klasse zu schaffen, sei durchaus vorhanden. Die Seinen müssten nur konstanter ihre Leistungen abrufen. Und ein weiteres Mal möchte Grün nämlich nicht in die unterste Spielklasse absteigen.

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