TENNIS

Grande Dame der Kitzinger Tennis-Szene

Erst spät hat Helga Plömpel die Sportart gewechselt: vom Handball zum Tennis. Auch mit 75 Jahren ist die Kitzingerin kein bisschen müde.
Artikel drucken Artikel einbetten
Medaillen sammelt Tennisspielerin Helga Plömpel auch. Foto: Foto: Katinka Theis

Mit 75 Jahren ist für Hel-ga Plömpel noch lange nicht Schluss. Als älteste Stammspielerin schlägt sie bei den Tennisdamen 50 der TG Kitzingen in der Landesliga auf, und als wäre das nicht genug, nimmt die fitte Rentnerin seit einigen Jahren zudem erfolgreich an internationalen Seniorenturnieren teil. Im August belegte sie bei den 26. Internationalen Seniorenmeisterschaften am Tegernsee im Einzel der Damen 75 Platz drei. Im Doppel erreichte sie zusammen mit ihrer Partnerin Lydia Ramspoth sogar das Finale.

Beachtliche Erfolge – vor allem vor dem Hintergrund, dass Helga Plömpel erst mit 42 Jahren anfing, Tennis zu spielen. Zuvor hatte sie sich einen Namen als erfolgreiche Handballerin bei der TGK gemacht. Dass sie irgendwann die Sportart wechselte, hatte seinen Grund. „Ich war im Handball zu gut. Die Gegnerinnen haben im-mer gezielt mich gefoult. Mit 42 war mir das Verletzungsrisiko schließlich zu groß.“ So kam Helga Plömpel zum Tennis.

Zunächst spielte sie für den Tennisklub ihres Heimatorts Albertshofen, aber schon bald wechselte die ehrgeizige Sportlerin, die sich als geschickt im Umgang mit dem Schläger erwies, zur Tennisabteilung der TGK, um in höheren Klassen aufschlagen zu können.

Seit einigen Jahren nimmt sie nun an Internationalen Seniorenturnieren mit ITF-Status teil. ITF, das ist die International Tennis Federation, die unter anderem für die großen Grand Slam Turniere der Weltstars um Djokovic und Co. verantwortlich ist. Zu ihren Turnieren muss sie sich direkt bei der ITF in England anmelden, erzählt sie. Die Wettbewerbe sind mit hohen Preisgeldern dotiert. Größter Erfolg bislang war die Goldmedaille im Doppel der Damen 65 bei den Internationalen Meisterschaften am Tegernsee im Jahr 2006, gemeinsam mit Lydia Ramspoth, ihrer Doppelpartnerin aus Bielefeld.

Das Turnier am Tegernsee hat es der Kitzingerin wegen seiner Atmosphäre besonders angetan. Schon zehn Mal ist sie hier angetreten. Jedes Jahr kommt sie gerne mit Tochter und Enkel und kombiniert das Turnierwochenende mit einem Familienausflug. Dieses Jahr beteiligten sich insgesamt knapp 400 Tennisbegeisterte. In ihrer Altersklasse waren es zwölf, unter ihnen zwei Französinnen und eine Österreicherin.

Helga Plömpel war im Tableau als Letzte gesetzt, setzte sich aber gegen starke Konkurrenz durch und musste sich erst im Halbfinale geschlagen geben.

Ebenfalls bis ins Halbfinale war sie im April beim Internationalen Seniorenturnier im italienischen Montegrotto aufgestiegen. Gemeinsam mit Elfriede Mayer, Mannschaftskollegin und Doppelpartnerin bei der TG Kitzingen, hatte sie sogar eine achtstündige Autofahrt auf sich genommen, um mit 130 anderen Teilnehmerinnen in der italienischen Sonne aufzuschlagen. Im Doppel erreichten die beiden einen vierten Platz – viel besser hätte die Vorbereitung für die in Deutschland bevorstehende Mannschaftssaison nicht laufen können. Begeistert von diesem Turnier im Süden, möchten die beiden 2017 gerne wieder teilnehmen.

Für die weitere Zukunft hat Helga Plömpel sich das Ziel gesetzt: so lange spielen, wie es geht! Die älteste Teilnehmerin am Tegernsee sei 96 Jahre alt gewesen. Und ein zuversichtliches Blitzen in den Augen der ehrgeizigen Sportlerin verrät, dass auch sie sich in diesem Alter noch Turniere spielen sieht.

Unsere Autorin Katinka Theis ist seit kurzem Pressewartin der Turngemeinde Kitzingen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.