FUSSBALL: A-KLASSE 3 WÜRZBURG

Gollhofen genießt die Aussicht

Der Spaß hatte gelitten, nun ist er wieder da: Auch für Gollhofens neuen Trainer Martin Schneider ist der Sprung auf Platz eins einfach nur traumhaft.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nach einigen Jahren als Spieler hat Martin Schneider in Gollhofen als Trainer angefangen. Foto: Foto: Michael Kämmerer

Den Spaß haben die Kicker des FC Gollhofen an dieser wohl schönsten Nebensache der Welt wiedergefunden – zumindest wenn man Martin Schneider glaubt. Der 32-Jährige leitet seit dem Sommer die Geschicke beim A-Klassisten, der vorige Saison als Absteiger lange erneut um den Klassenverbleib bangen musste. Aber nun stehen die Schwarzweißen plötzlich ganz oben – und das völlig ungeplant.

Auf einem mäßigen zehnten Platz ist der FC Gollhofen am Ende der vergangenen Saison eingelaufen. Wie in der Runde zuvor – da allerdings in der Kreisklasse, aus der die Mittelfranken sang- und klanglos abgestiegen waren – hatte die Mannschaft von Trainer Alexander Münz kaum ein Spiel gewonnen. In der ganzen Misere war der Spaß schlichtweg verloren gegangen – und der Verein deutlich hinter den eigenen Erwartungen geblieben.

Nach zwei wenig erfolgreichen Jahren gingen Münz und der FC wieder getrennte Wege. In Martin Schneider übernahm ein Spieler, der sich in der U19 Gollhofens schon erste Trainer-Meriten verdient hatte. Das habe ihm Spaß gemacht, sagt er. Als die Verantwortlichen auf ihn zugekommen seien, habe er nicht viel überlegen müssen und seine Chance genutzt, für die der 32-Jährige noch immer sehr dankbar ist.

Das anfangs mulmige Gefühl

Ein mulmiges Gefühl hatte der gebürtige Dresdner in den ersten Trainingseinheiten schon. „Es war eine Herausforderung, den früheren Mitspielern gegenüber authentisch zu bleiben. Aber es war von Anfang an Respekt da. Ich hätte mir den Übergang schwieriger vorgestellt.“ Bereitwillig hätten die Spieler seine Ideen angenommen. Besser als erwartet lief auch der von Martin Schneider vollzogene personelle Umbruch.

Spieler wie Magnus Greif oder Sven Dermühl haben sich rasch akklimatisiert in der rauen Luft der A-Klasse und Neulinge wie Philipp Lorenz und Jonas Jackwirth gut eingelebt. Jackwirth entwickelte sich sogar umgehend zu einer der beiden Speerspitzen Gollhofens: Er hat bereits acht Treffer erzielt und vier vorbereitet. Auch sein nicht weniger talentierter Partner Jan Wagner, ebenfalls erst 19 und bereits Vize-Kapitän, hat bereits zehn Treffer auf seinem Konto.

„Die Mischung macht's“, beteuert Schneider, „wir hatten vorige Saison ein Durchschnittsalter von über 30. Jetzt liegt es bei ungefähr 23 Jahren.“ Der Kader des FC hat sich also spürbar verjüngt. Das ist natürlich nicht zwangsläufig erfolgversprechend. In Gollhofen aber hat der Schritt neben dem Trainerwechsel den Spaß neu erweckt, der in den vergangenen zwei Jahren merklich gelitten hatte.

„Die Jungs haben wieder Lust am Fußball und reißen sich gegenseitig mit“, erzählt der spielende Trainer. Diese Leidenschaft sei auch der Schlüssel zum Erfolg. Nach sieben Siegen aus zwölf Partien – in der kompletten letzten Saison standen nur neun Erfolge zu Buche – thronen die Schwarzweißen aktuell gar an der Tabellenspitze. Mit zwei Punkten Vorsprung vor Tückelhausen.

Konkurrenz ist zur Stelle

Eine hübsche Momentaufnahme, wie Schneider findet, ist sie doch für den 32-Jährigen eher überraschend. „Natürlich habe ich davon geträumt, dass es so gut läuft und wir oben mitspielen können. Aber gerechnet habe ich damit nicht. Dass meine Arbeit so schnell Früchte trägt und sich derart in den Ergebnissen niederschlägt, ist schon unerwartet.“

Umso schöner sei der aktuelle Erfolg, für den die Gollhöfer jede Woche an ihre Leistungsgrenzen gehen müssen. Denn lassen sie auch nur geringfügig nach, ist die Konkurrenz zur Stelle – wie bei den Niederlagen gegen Kleinochsenfurt, Kirchheim oder Tückelhausen. Dafür sei diese Klasse schlichtweg zu ausgeglichen.

Aus diesem Grund wagt Schneider auch keine Prognose, ob es für seine Gollhöfer auch bis zum Saisonende reichen könnte, ganz oben zu stehen. Der 32-Jährige weiß nur, dass in der Mannschaft das nötige Potenzial stecke und bei Weitem noch nicht abgerufen sei. Deswegen bleibt er auch in den letzten Wochen dieses Jahres seinem Motto treu: „Wir schauen von Spiel zu Spiel, wollen guten Fußball spielen und Spaß daran haben.“ Warum sollte er auch davon abrücken? Bisher hat es ja den erträumten Erfolg gebracht.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.