FUSSBALL: A-KLASSE 3 WÜRZBURG

Gerbrunn etabliert sich im neuen Umfeld

Ein alter Bekannter führt Gerbrunn zu neuen Höhen. Jetzt will die Mannschaft die Erste sein, die dem weit enteilten FC Iphofen eine Niederlage beibringt.
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Fußball, Kreisklassen-Relegation: TSV Gerbrunn - FC Winterhausen
Gerbrunner Rückhalt: Torwart Thomas Wolfrum. Foto: Foto: Heiko Becker

Ein frischer Wind weht beim TSV Gerbrunn. Nach dem Sturz aus der Kreisklasse hat der Verein in Sascha Spanheimer einen vormaligen Spieler als neuen Trainer verpflichtet. Nach Jahren der Tristesse und des Zuschauerschwunds soll der 34-Jährige nun den Neuanfang in der Kitzinger A-Klasse bewältigen; vor allem die zurückgeholten Eigengewächse wollen in sportlich ungewohnter Umgebung dabei helfen.

Noch während die blau-weißen Kicker vergangene Saison um den Verbleib in der Kreisklasse kämpften und verloren, stellten Gerbrunns Verantwortliche die Weichen für die neue Spielzeit. Unabhängig von der Spielklasse holte Abteilungsleiter Danilo Eckold den früheren Spieler Sascha Spanheimer zurück. Der 34-Jährige, der bereits als U19-Trainer der JFG Kreis Würzburg Süd-West in der Bezirksoberliga und des TSV Gerbrunn im Einsatz war, sollte das Gesicht der neuen Vereinsphilosophie sein.

Der Vorstadtklub wollte wieder vermehrt auf Spieler des eigenen Talentschuppens setzen. „Im Winter haben wir erste Gespräche geführt und die Weichen für die neue Saison gestellt“, so Spanheimer. So bewegte der gebürtige Greußenheimer nicht nur den in Rottendorf kickenden Till Heilke und den in Lengfeld spielenden Jonathan Strohm dazu, zu ihrem Heimatklub zurückzukehren.

Auch Fabian Chirodea und Tim Schedel – beide bereits Spanheimers Schützlinge bei der JFG Kreis Würzburg Süd-West – schlossen sich Gerbrunn an, wie auch Brandon Masgai.

„Auf unserem Zettel standen noch mehr Spieler. Alle konnten wir leider nicht überzeugen. Aber wir sind froh, dass die Jungs wieder für Gerbrunn spielen“, sagt Spanheimer. Nicht die Neulinge bilden allerdings das Gerüst der diesjährigen Mannschaft. Denn der Trainer hat es auch geschafft, fast alle Leistungsträger der vergangenen Jahre zu halten. Neben den Torjägern Tobias Nietsch und Jens Hehn blieben auch Vorjahreskapitän Sebastian Diehm oder Torwart Thomas Wolfrum beim TSV. „Es war wichtig, dass wir die Mannschaft zusammenhalten konnten“, sagt der 34-Jährige. „Einige hatten schon mit einem Wechsel kokettiert.“

Sieben Siege stehen nach den bisher zehn Spielen auf der Habenseite des Absteigers – für Spanheimer aufgrund des Umbruchs keine Selbstverständlichkeit: „Uns war wichtig, dass die Gemeinschaft wieder im Vordergrund steht und die Trainingsbeteiligung deutlich wächst. Die Tendenz stimmt und es lässt sich ganz gut an.“ Mit Ausnahme der Partie in Hoheim, in der die Seinen beim 1:1 mit Mühe einen Punkt retteten, bot der Absteiger stets ordentliche Leistungen.

Nur an der oft mangelnden Chancenverwertung, der auch die Niederlagen in Schernau und Dettelbach geschuldet waren, müssen die Gerbrunner noch arbeiten. Dennoch zeigt sich der ansonsten schwer zufriedenzustellende Trainer mit dieser Saison einverstanden: „Wir liegen als Dritter in jenem Bereich, den wir uns vorgenommen hatten.“

Wohlwollend nimmt Spanheimer auch zur Kenntnis, dass seine Mannschaft das neue sportliche Umfeld – Gerbrunn wurde nicht wie erwartet in die Würzburger A-Klasse eingruppiert, sondern in die Kitzinger – als Herausforderung angenommen hat. Denn im angrenzenden Landkreis, so sagt der zweifache Familienvater, seien andere Qualitäten gefragt. „Es ist ein kleines Abenteuer, weil ich keines der Teams kannte. Aber die Jungs machen ihr Zeug.“

Auch an diesem Sonntag gehen die Gerbrunner wieder auf Reisen. Diesmal heißt das Ziel Iphofen. Der dort beheimatete FC, der ebenfalls aus der Kreisklasse abgestiegen ist, führt die Tabelle an und hat diese Saison noch keinen Punkt hergegeben. Spanheimers Jungs möchten nun die Ersten sein, die aus Iphofen etwas mitnehmen – auch um die eigene Ausgangsposition nicht zu verschlechtern.

„Iphofen ist sicherlich nicht unschlagbar. Wir fahren dorthin, um etwas zu holen“, sagt Spanheimer, der sich auf die Partie freut. Nach den Jahren der Tristesse ein durchaus angenehmes Gefühl.

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