FUSSBALL: LANDESLIGA

Geesdorf findet beim 3:5 keine Kraft

Dem perfekten Start folgt erneut ein ernüchterndes Ende: Der Aufsteiger kann in dieser Saison nichts mehr reißen. Ein Glück, dass wenigstens die Perspektive stimmt.
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Aufmerksam verfolgt der Röllbacher Rene Hagendorf (rechts), was Geesdorfs Karl Ekollo mit dem Ball anstellt. Foto: Foto: Alexander Rausch

Nahezu perfekt spiegelte das letzte Heimspiel des FC Geesdorf die fast abgelaufene Spielzeit wieder. Einem guten Start folgte ein Durchhänger, auf den der Landesliga-Aufsteiger die passende Antwort hatte. Doch am Ende ging ihm etwas die Luft aus. Gegen die TuS Röllbach bedeutete das am Samstag die 3:5-Niederlage und in der Tabelle den tiefen, aber letztlich folgenlosen Absturz in den Keller.

Einen perfekten Auftakt hatten die Geesdorfer hingelegt, als der omnipräsente Karl Ekollo zur frühen Führung einschoss. Der Auftrieb in den Folgeminuten war spürbar, die Hausherren waren gut im Spiel. Doch die Gäste gaben sich unbeeindruckt und glichen Mitte der ersten Hälfte nach einem ruhenden Ball durch Fabian Wolf aus.

Röllbach, in der Tabelle drei Punkte hinter dem FC liegend, übernahm mehr und mehr das Kommando, kontrollierte die Partie. Dominik Holzmann im Tor verhinderte sogar einen höheren Rückstand, als er im Duell mit Alexander Grimm klärte (34. Minute). Auch bei Nikolai Kuhns Elfmeter – Dominik Kober war Joseph Thompson im Strafraum in die Füße gefallen – ahnte der Torwart die Ecke, verhindern konnte er den Einschlag nicht. „Beide Gegentore fallen erneut nach Standardsituationen“, bemängelte Sportleiter Leo Weiglein. „Das ist bitter.

In Ordnung ging die Führung der Gäste dennoch. Und die waren auch nach der Halbzeit die präsentere und spielfreudigere Elf. Geesdorf agierte äußerst defensiv, ließ die Röllbacher spielen und schlug kühl zurück. Karl Ekollo stand nach einem geblockten Freistoß goldrichtig und schob allein vor Erich Giebrecht ein. Nur kurz darauf traf der eingelaufene Fabio Feidel aus ähnlicher Position. Mohamed Rmeithi hatte sogar die Möglichkeit, auf 4:2 zu erhöhen, vergab aber aus acht Metern. Die Gastgeber hatten das Momentum wieder auf ihre Seite gezogen.

Doch Röllbach blieb ruhig, lauerte auf seine Chance(n) und die sollte(n) kommen. Die Gastgeber hatten speziell auf der linken Abwehrseite ihre Probleme und wurden mehrmals für ihre Nachlässigkeiten bestraft. Mario Ackermanns Flankenlauf vollendete Alexander Grimm, ehe Luis Niesner erst Luca Calo und dann Fabian Wolf mustergültig bediente: drei Tore binnen 13 Minuten.

Während die Gäste in der Schlussphase sichtbar zulegten, schien den Hausherren die Luft auszugehen, was irgendwie an die letzten Wochen erinnerte. Denn nach starkem Saisonstart – zwischenzeitlich stand Geesdorf sogar auf Rang eins der Liga und mischte um die vorderen Plätze mit – gelang dem Aufsteiger in der zweiten Saisonhälfte kaum mehr etwas. Nur zwei Spiele seit der Winterpause wurden gewonnen. Zuletzt gab es sieben Mal in Folge keinen Erfolg.

Dazu kamen die Irritationen um den Abgang von Trainer Hassan Rmeithi, im Zuge dessen Spieler wie Fazdel Tahir oder Sinan Bilgin keine Partie mehr absolvierten. „Natürlich waren die letzten Wochen enttäuschend, aber mit der Premieren-Saison können wir insgesamt zufrieden sein“, sagt Weiglein, zumal die Zukunftsaussichten rosig sind.

Der Nachfolger für Rmeithi ist mit Jannik Feidel, einem jungen, aufstrebenden Übungsleiter, bereits gefunden. „Meine Ziele und die des Vereins haben übereingestimmt – und dann haben wir uns zügig geeinigt“, sagt der gebürtige Escherndorfer. Für ihn bedeutet die neue Aufgabe nun den nächsten Schritt der Trainerkarriere. Nach dem Engagement bei der U17 des FC Schweinfurt 05 und dem Amt als Co-Trainer bei der U23 der Würzburger Kickers ist der B-Lizenz-Inhaber erstmals allein verantwortlich für eine Herrenmannschaft. „Er hat bereits Erfahrung gesammelt“, erklärt Weiglein. Und: „Hassan war damals auch jung.“

Die Statistik des Spiels

FC Geesdorf – TuS Röllbach 3:4 (1:2)

Geesdorf: Holzmann – Hümmer, Konrad, Kober, Reuß, Dietrich, Tobias Hahn (73. Oliver Hahn), Rößner, Mohamed Rmeithi (65. Seufert), Ekollo, Feidel.

Röllbach: Giesbrecht – Hagendorf, Wolf, Ackermann, Kuhn, Grimm, Amrhein (70. Niesner), Calo (79. Koch), Pascual, Hörst, Thompson.

Schiedsrichter: Klerner (Lichtenfels).

Zuschauer: 70.

Gelbe Karten: Kober, Ekollo, Feidel, Dietrich; Kuhn, Wolf.

Tore: 1:0 Karl Ekollo (4.), 1:1 Fabian Wolf (26.), 1:2 Nicolai Kuhn (42., Foulelfmeter), 2:2 Karl Ekollo (55.), 3:2 Fabio Feidel (60.), 3:3 Alexander Grimm (67.), 3:4 Luca Calo (76.), 3:5 Fabian Wolf (80.).

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