Voltigieren

Gaukler-Voltis begeistern in Krumke

Rang fünf für Münsterschwarzacher Mannschaft und Einzel-Bronze für Franziska Wagenhäuser bei der deutschen Meisterschaft
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Turnen am lebenden Objekt: Franziska Wagenhäuser landete bei der deutschen Jugendmeisterschaft im Voltigieren im Einzel auf Platz drei. Mit der Münsterschwarzacher Mannschaft wurde sie Fünfte. Foto: Foto: Daniel Kaiser

Mit zwei tollen Ergebnissen sind die Voltigierer des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach von den deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) aus dem sachsen-anhaltinischen Krumke nach Hause gekommen. Franziska Wagenhäuser sicherte sich bei den Frauen die Bronzemedaille. Für die Mannschaft, die als „Franken-Juniorteam“ in der Besetzung Franziska Wagenhäuser, Melina König, Alessandra Vollmuth, Laura Heer, Jana Schmidt und Lucy Ziegler antrat, sprang bei den U18-Titelkämpfen ein hervorragenden fünfter Platz heraus.

Sie waren anders, sie fielen auf und sie begeisterten die restlos gefüllte Krumker Reithalle. Bei den nationalen Titelkämpfen hinterließen die fränkischen Pferdeakrobaten einen bleibenden Eindruck. Vor allem die Kür war nach ihren beiden Auftritten in aller Munde. Während sich die allermeisten der 20 Mannschaften aus der Bundesrepublik in ihrer Themenwahl aus dem bunten und schrillen „Mainstream“ bedienten, wagten sich die Schützlinge von Trainerin und Longenführerin Annette Müller-Kaler auf ihrem Pferd Robbie Naish an ein besonders schwieriges Motto. Das „Mittelalter“ wollte die Sportlehrerin des Gymnasiums mit ihren Akrobatinnen darstellen – was auf eindrucksvolle Weise gelang.

Obwohl das sechsköpfige Richtergremium die detailliert herausgearbeitete und recherchierte Kür-Choreografie nicht mit Höchstnoten bewertete, war das Gespann aus dem Freistaat mehr als zufrieden.

„Wir hatten uns bewusst zur Provokation entschieden. Dass das Bewertungssystem da nicht so flexibel ist, war abzusehen“, gab Müller-Kaler zu Protokoll. Die Freude über einen hervorragenden fünften Platz aus dem Stegreif (nachdem das Team im vergangenen Jahr bei der DJM nicht angetreten war) war schließlich deutlich größer als der Frust über die lediglich mittelmäßigen Wertungsnoten. Denn: „Wir haben nicht nur Spaß gehabt und die Leute erreicht, sondern auch etwas gelernt“, berichtete die Mannschaftsführerin. „Im Herbst hatten mich die Mädels für meine Idee noch für verrückt erklärt. Mittlerweile sind sie begeistert“, freute sich Müller-Kaler, die nach eigenen Angaben „beseelt“ von den Titelkämpfen heimkehrte.

Glücklich und zufrieden war auch Franziska Wagenhäuser, die noch im Einzel im Krumker Voltigierzirkel antrat. Das 17-Jährige Ausnahmetalent hatte nach vielen Rückschlägen im vergangenen Jahr auf eine internationale Saison – und damit auf eine mögliche WM-Nominierung – verzichtet. Ohne den Druck voltigierte die junge Dame in drei von vier Umläufen zur Höchstform. Vor dem Kürfinale lag sie im 50-köpfigen Starterfeld auf einem sensationellen zweiten Rang. Doch dann unterlief ihr im fast letzten Moment der Kür ein Gleichgewichtsfehler. Beim Element Nadel – einem frei gehaltenen 180-Grad-Spagat – stürzte die Münsterschwarzacherin ungewollt vom Rücken ihres Vierbeiners und kassierte umfangreiche Abzüge. „Da hat sie sich selbst zu viel Druck gemacht“, analysierte Müller-Kaler. Der großen Enttäuschung wich jedoch wenig später Erleichterung. Denn trotz der Punktverluste fiel Wagenhäuser relativ weich und nur auf den Bronzerang zurück. Lediglich Chiara Congia vom Landesverband Rheinland-Pfalz und Sophia Stangl aus dem bayrischen Ingelsberg rangierten in der DJM-Gesamtwertung vor der Fränkin.

Congia und Stangl wurden im Anschluss an die Meisterschaft von Bundestrainerin Ulla Ramge für die allerersten U 18-Weltmeisterschaften nominiert. Ebenso die Westfälin Franziska Peitzmeier, die in Krumke auf Rang acht landete.

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