Frauenfussball-Bayernliga

Frickenhausen greift nach den Sternen

Auch in der neuen Umgebung setzt Frickenhausen Glanzpunkte: Beim 4:0-Sieg in München bewähren sich zwei weitere Fixpunkte im Spiel des Aufsteigers.
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Neuer Fixpunkt im Frickenhäuser Spiel: Romina Kuffner, im Sommer aus Eicha gekommen. Foto: Foto: Alexander Rausch

Kaum in der neuen Umgebung angekommen, haben die Fußballerinnen des TSV Frickenhausen sich schon wieder häuslich eingerichtet. Nach drei Spielen und einem 4:0 (3:0) zuletzt beim FC Stern München sind sie Dritte in der Bayernliga, keine schlechte Bilanz für einen Aufsteiger, der über die Relegation in die Klasse eingezogen ist. „Hochzufrieden“ war Trainer Gernot Haubenthal mit dem Gastspiel seiner Mannschaft in München – hochzufrieden, das will etwas heißen für einen Perfektionisten wie Haubenthal. Das heißt nicht, dass er nicht Spielraum für weitere Verbesserungen gefunden hätte. „An unserer Trefferquote können wir schon noch arbeiten.“

Der lichte Auftritt unter dem Stern Münchens war auch deshalb bemerkenswert, weil zwei Fixpunkte im Frickenhäuser Orbit ausfielen. Für Kim Kissler und Sandra Winkler, beide als Urlauberinnen in ferneren Galaxien unterwegs, brachte der Trainer Romina Kuffner und Pauline Grosser in die Umlaufbahn – vor allem bei Grosser, dem jungen Talent aus dem eigenen U17-Nachwuchs, bestand die Gefahr, in ein schwarzes Loch zu fallen. Doch das Gegenteil trat ein: Sie gewann bei ihrem ersten Starteinsatz für Frickenhausen rasch an Strahlkraft und bot auf dem Posten hinter der dreifachen Torschützin Sandra Abersfelder eine starke Partie. Auch Kuffner lieferte im offensiven Mittelfeld eine sehr gute Leistung.

Trotz dieser Nahtstellen schnurrte das Frickenhäuser Spiel wie eine Nähmaschine dahin. Von Anfang an hielt sich der TSV an die Devise seines Trainers, viel Druck zu machen, den Gegner zu bedrängen und ihn gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. Noch bevor Münchens Stern sich so richtig zu entfalten vermochte, hatten sich die Frickenhäuserinnen daran gemacht, ihm Zacken für Zacken abzubrechen. So gingen in der ersten Halbzeit zwar einzelne Münchner Sternschnuppen in der Hälfte des TSV nieder, aber zur echten Gefahr für das Tor von Dominique Göpfert wurden sie nicht. Auf der anderen Seite ließen Haubenthals Schützlinge zwischen der 17. und der 36. Minute drei Raketen steigen – zur Halbzeit leuchtete ihnen ein sternenklarer 3:0-Vorsprung, der auch nach der Halbzeit wenig von seinem Glanz verlor.

Bereits nach drei Begegnungen in der Bayernliga – mit zwei Siegen und einer Niederlage – lässt sich also feststellen, dass die Aufsteigerinnen aus Frickenhausen keineswegs wie naive Außerirdische vom fremden Stern erscheinen und sich rasch an ihr raues Umfeld angepasst haben. „Das Spiel ist schneller und beweglicher geworden“, sagt Haubenthal. „In der Landesliga war vieles so holprig.“ Schon am Sonntag steht ihnen zu Hause die nächste Mutprobe bevor. Dann wird am Geheu die SpVgg Greuther Fürth aufspielen, Haubenthals Meisteraspirant, der nach drei Siegen alles überstrahlt und von den Sternsehern der Konkurrenz nur mit Mühe einzufangen ist.

Das Spiel in der Statistik

FC Stern München – TSV Frickenhausen 0:4 (0:3)

München: Veronika Steinmüller; Iris Kux, Evelyn Maß, Elsa Gieseke, Michelle Heinrich (46. Jessica Günther), Sabrina Strennberger, Anne Rohe, Zoe Kristöfl, Teresa Lechner, Christina Knecht, Vanessa Seisenberger.

Frickenhausen: Dominique Göpfert; Katharina Other (69. Lisa Uhl), Janina Walter, Katrin Hauck, Sabine Müller, Manuela Schlör, Candida Schwarz, Pauline Großer (57. Sarah Schmidt), Romina Kuffner, Denise Stich (80. Sarah Wintzheimer), Sandra Abersfelder.

Schiedsrichterin: Cordula Gangl (Hebertshausen).

Zuschauer: 50.

Tore: 0:1 Sandra Abersfelder (17., nach schöner Einzelleistung), 0:2 Sabine Müller (34.), 0:3 Sandra Abersfelder (36.), 0:4 Sandra Abersfelder (78., Foulelfmeter).

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