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FUSSBALL: A-KLASSE

Frickenhausen geht wieder voran

Mit dem 1:0 des TSV im Spitzenspiel ist das Titelrennen fast entschieden. Trainer Hemmerich freut sich beim entscheidenden Tor für einen jungen Debütanten.
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Der Frickenhäuser Torschütze Linus Stabenow (links) auf dem Absprung in die Kreisklasse, Gaukönigshofens Fabian Roth landet auf dem Boden der A-Klasse. Foto: Foto: Alexander Rausch

Die Spieler des TSV Frickenhausen jubelten nach Abpfiff, als hätten sie eben die Meisterschaft gewonnen. Sie hüpften, sangen und feierten mit ihren zahlreich mitgereisten Fans. Angesichts dieser Reaktionen war zu erahnen, welcher Ballast am Sonntag nach einem hart erkämpften 1:0 (0:0)-Sieg gegen den vormaligen Tabellenführer aus Gaukönigshofen von ihnen gefallen sein musste. Jetzt fehlt den Grün-Weißen noch ein Punkt zum ersehnten Titelgewinn.

Mit zehn Punkten hatten die Frickenhäuser im vergangenen Winter schon vor Gaukönigshofen gelegen, die übrige Konkurrenz schienen sie ohnehin zu dominieren. Die Meisterschaft nur eine Frage der Zeit? Viele sahen dies so. Doch die Leichtigkeit des Seins verflog. Der selbstauferlegte Druck stieg, die Fehler häuften sich, Punktverluste folgten. „Das hat sich durch die Rückrunde durchgezogen. Wir mussten ständig Personal wechseln, hatten große Probleme“, sagte Trainer Philipp Hemmerich, der miterleben musste, wie sein Team jüngst sogar Platz eins an Gaukönigshofen verlor.

Der Verfolger eilte seit dem Jahreswechsel von Sieg zu Sieg – mit einer Ausnahme: dem Remis in Tückelhausen. Und er nutzte die Patzer des Favoriten. Mit einem Heimerfolg im direkten Duell hätte Gaukönigshofen diese imposante Aufholjagd nun krönen und sein Meisterstück machen können. Doch es war leichter gesagt als getan. Zwar hatte SV-Spielertrainer Tobias Werner fast alle Spieler an Bord, doch seinen Schützlingen war die Bedeutung der Begegnung anzumerken.

Nur selten im ersten Durchgang brachten sie die ebenfalls auf Fehlervermeidung bedachten Frickenhäuser in Bedrängnis. Einzig bei Manuel Meyer direkt aufs Tor gezogener Ecke (38.) und Jonas Grübs direktem Freistoß (45.) musste TSV-Torwart Simon Scheller eingreifen. Sein Gegenüber Joseph Nagl war bloß bei Kevin Endres' ruhendem Ball gefordert (33.). Die Abwehrreihen dominierten dieses Duell – und ließen den jeweiligen Angreifern kaum Luft zum Atmen.

„Es war klar, dass es nicht viele Chancen geben wird. Beide Teams haben während der Saison kaum Gegentore kassiert“, sagte Hemmerich. Auch im zweiten Durchgang änderten die beiden Teams ihre Marschrouten nicht. Defensive blieb angesagt, die Zahl an Strafraumszenen rar. Letztlich war es eine Unaufmerksamkeit Gaukönigshofens rund 25 Meter vor dem eigenen Gehäuse, die das Spiel entschied. Linus Stabenow hatte zu viel Platz, er nahm Maß und traf ins linke untere Eck.

„Wahnsinn! Er spielt sein erstes Jahr bei den Aktiven und macht so ein Tor“, sagte sein Trainer. Und fast hätte Frickenhausen nachgelegt. Die Flanke Johannes Hofmanns wischte Torwart Nagl in höchster Not vor Nils Kemmer weg.

Es blieb die letzte Offensivaktion der Gäste, die in der Folge nur noch darauf aus waren, den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Und der wackelte besonders bei Standards mehrere Male gewaltig. Die größte Chance vergab Jonas Grüb. Als Simon Scheller Tim Beischmidts Schuss nicht festhalten konnte, schob der Angreifer den Ball direkt in die Arme des Torhüters. Frickenhausens Defensive hielt bis zum Ende stand, auch wenn Hemmerich bange Momente erlebte. „Die letzten Minuten fühlten sich wie eine Ewigkeit an.“

Damit revanchierten sich die Frickenhäuser für die Vorsaison, als sie ebenfalls am vorletzten Spieltag noch Platz zwei verspielten. Den entscheidenden letzten Schritt wollen sie nun im Derby gegen Erlach/Sulzfeld II gehen. Hemmerich erwartet eine unangenehme Aufgabe: „Sie werden wahrscheinlich alles versuchen, uns in die Suppe zu spucken.“ Gaukönigshofen bleibt wohl erneut nur die Relegation, um die Kreisklasse zu erreichen. Ein Szenario, das Tobias Werner und seine Schützlinge unbedingt vermeiden wollten.

Die Statistik des Spiels

SV Gaukönigshofen – TSV Frickenhausen 0:1 (0:0)

Gaukönigshofen: Joseph Nagl – Ringelmann, Döring, Werner, Anton Nagl – Roth, Meyer – Seufert, Grüb, Hahn – Beischmidt. Eingewechselt: Barthel (36.), Rienecker (72.), Sollner (77.).

Frickenhausen: Scheller – Lukas Hofmann, Hemmerich, Meintzinger, Förster – Endres, Lang – Johannes Hofmann, Stabenow, Stephan – Sieber. Eingewechselt: Kemmer (45.), Henkelmann (76.).

Schiedsrichter: Ravalli (Eisingen).

Zuschauer: 250.

Gelbe Karten: Ringelmann, Döring, Werner, Barthel; Endres, Hofmann, Sieber, Henkelmann.

Gelb-Rot: Roth (Gaukönigshofen, 83., wiederholtes Foulspiel).

Tor: 0:1 Linus Stabenow (66.).

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